(von Tobias Schmidt)

Waren Sie schon einmal auf einem Jazzkonzert, in dem mehr stiernackige Lederkluftträger saßen, als die typischen Rollkragen-an-Sakko-Ausführer?
Mir ist das einmal beim Trio des Gitarristen Alex Skolnick passiert. Eher zufällig war ich auf ein Musikstück von ihm gestoßen, dieses geriet zum Langzeitfavoriten meines MP3-Players, ja und dann war der Mann eines Tages “in town“. Ich hatte jedoch übersehen, dass Alex Skolnick im Hauptjob seit 30 Jahren Leadgitarrist bei der Thrash Metal-Band Testament aus der Gegend um San Francisco ist. In diesem Genre durchaus ein Schwergewicht. Doch nicht nur darum fand ich mich beim Konzert zwischen lauter Metalheads wieder. Nein, auch in seinem Trio spielt Skolnick “Standards“ aus Hardrock und Metal – aber im Jazzidiom. Diese Metal-Musik-Mimikry ist ein wenig “fröhliches Liederraten“, Synchronfußwippen für Headbanger, funktioniert seit 2003 und ist besonders live ausgesprochen lustig.
Skolnick nennt es “Shrazz“, was sich aus “Schredding“, der extrem schnellen, vibrato- und pinch harmonics-reichen Spieltechniken im zeitenössischen Heavy Metal und eben aus “Jazz“ zusammensetzt. Dass viele Saitenhexer der harten Gangart fit sind auf den Tonleitern der Renaissance und der Barock Musik ist bekannt – aber auf Jazz drehen die Sache nur wenige.

Am Freitag, 10. März 2017 spielt das Alex Skolnick Trio im Café Museum, Bräugasse 17 in Passau. Skolnick wird begleitet von den beiden New Yorkern Matt Zebroski am Schlagzeug und Nathan Peck am Kontrabass. Letzterer ein Session-Mann des Straight Ahead, der aber auch R&B und HipHop kann, oder in den Folkgefilden Maria Muldaurs eine gute Figur abgibt.

Konzertbeginn ist um 20 Uhr; Karten zu 20 Euro (ermäßigt 10 Euro) sind unter Telefon 0851 21246 410 bzw. www.cafe-museum.de reservierbar.

(Foto: Schmidt)