Neues Stück von „die exen“ über Gier und wahren Reichtum:„Vom Fischer und seiner Frau“

(von Tobias Schmidt)

Neuhaus am Inn. Das Ensemble freischaffender Puppenspielerinnen „die exen“ präsentiert mit „Vom Fischer und seiner Frau“ ein neues  Figurentheaterstück.

Auf Initiative des Kulturfördervereins Neuhaus am Inn ist es am Samstag, 22. Juni um 19 Uhr im Festsaal der Realschule Neuhaus, Schloss 1, 94152 Neuhaus am Inn zu erleben.
Worum es geht? Ein verwunschener Fisch, froh nicht in der Bratpfanne gelandet zu sein, revanchiert sich, indem er alle Wünsche des Fischers und seiner Frau wahr macht. Endlich raus aus der stinkenden Hütte, darum wünschen sich beide ein schmuckes Häuschen herbei. Kaum aber hat man, was man will, will man eben auch, was man nicht hat und sein, was man nicht ist. Da hilft es wenig, dass der Fisch die beiden reich macht, ihre Wünsche machen sie wieder arm. Eine Parabel über Ursprung und Folgen von Gier und die Quelle wahren Reichtums in einem kleinen plattdeutschen Text des romantischen Malers Philipp Otto Runge, den die Brüder Grimm in die Sammlung ihrer Kinder- und Hausmärchen aufnahmen. Und damit auch einen bis heute bekannten platt deutschen Satz. Beschwört doch der zweifelnde und von seiner Frau mit immer neuen Wünschen zum „Butt“ geschickte Fischer diesen wie folgt: „Manntje, Manntje, Timpe Te, Buttje, Buttje inne See, myne Frau de Ilsebill, will nich so, as ik wol will.“ Ob das „Manntje, Manntje, Timpe Te“ nun ein „Männlein“ oder ein „Ich bitt‘ Dich Herr mein Gott “, also ein verballhornter Bittruf an den Herrn der Herren sein soll, ist umstritten, doch hat es „Fischlein, Fischlein in der See. Meine Frau, die Ilsebill, will nicht so, wie ich wohl will“ als Stoßseufzer gestresster Gatten auch über den niederdeutschen Raum hinaus zum sprachlichen Gemeingut gebracht.

„Vom Fischer und seiner Frau“ (Foto: Wildt)

Vom Berliner Animationsfilmer Hans-Joachim Blach (Bauz-Animation) stammt der Bühnenprospekt, vor dem Annika Pilstl (Vornbach am Inn) die wunderbaren Arbeiten von Puppenbauer Udo Schneeweiß aus Erfurt, einem der bundesweit besten seiner Zunft, lebendig werden lässt. Regie führt Kristine Stahl (Naumburg); die etwa einstündige Aufführung wird vom Blockflötenorchester der Kreismusikschule Passau unter Leitung von Heidrun Pontz begleitet.

Karten zu 5,- Euro (Kinder), 10,- Euro (Erwachsene) und 20,- Euro (Familien) sind  unter Tel. 08507 9237054 oder mail@die-exen.de reservierbar.