Ausgefuchste Neo-Psychedelia aus London mit Swedish Death Candy im Zauberberg

Treffen sich zwei, geschmackssicher als „Elvis-Leiche“ verkleidete Musiker auf einer Halloween-Party… Im Ernst, die Gründungsgeschichte der italienisch-koreanisch-britischen Psychedelic-Rockmachine Swedish Death Candy aus London beginnt wirklich so.

Deren Demotapes und Liveshows überzeugten Musikerkollegen, so dass 2015 ein Labeldeal mit Hassle Records heraussprang. Nach einer EP mit dem Titel „Liquorice“ (engl. „Lakritz“), und reichlich lobenden Worten der Rockjournallie wird momentan das im November 2017 veröffentlichte, selbstbetitelte Debütalbum im Rahmen einer Tour vorgestellt. Sie führt die Band auch in den Passauer Zauberberg. Kraftvoll und verdichtet ist der Sound etwas für Freunde von Psychedelia der härteren Gangart und mutig ins Hier-und-Jetzt überführten musikalischen 1960s-Anleihen. Der genretypische stets verhangen wirkende Gesang trifft hier auf schwer zerrende Gitarren, die sogar in Würde gealterten Black Sabbath-Fans oder der Stonerrock-Fraktion Freude machen dürften. Ach ja, durchgetretene Phaser-Gitarreneffektpedale und gelegentliche Synth-Spielereien sind auch mit von der Partie. „Avalanche“ (engl. „Lawine“) lautet ein Songtitel. Sie geht krachend und schnell hernieder, und ergeht sich nicht wie bei den Vorbildern weiland in den Sechzigern und Siebzigern in ellenlangen Jamrock-Eskapaden – nach 41 Minuten ist auf diesem Debütalbum alles gesagt.

Noch ein paar Referenzen für Indierockaffine Zeitgenossen, die ungern auf den Rockkanon vergangener Tage zurückblicken: Wem bei Ty Segall, Temples oder auch Tame Impala das Herz aufgeht, bitte unbedingt im Liveclub Zauberberg, Franz-Stockbauer-Weg 1, vorbeischauen! Und zwar am Montag, 10. September um 20 Uhr. Der Eintritt kostet 8,- Euro, für Clubunterstützer 10,- Euro und im Onlinevorverkauf 4,- Euro. Mehr im Netz der Netze unter www.zauberberg-passau.com sowie Klangeindrücke unter www.swedishdeathcandyuk.bandcamp.com.