Die Regensburger Theatermacher vermissen ihr Publikum. Foto: obx-news/Theater Regensburg/Video-Skizze von Ausstattungsleiter Michael Lindner

„Leuchtende Sehnsucht“ nach Applaus

Zum Jahrestag des Kulturlockdowns hoffen Theatermacher nicht nur in Regensburg darauf, bald wieder auf der Bühne zu stehen

Regensburg (obx) – Die Verantwortlichen des Theaters Regensburg haben es genau ausgerechnet: Rund 1.200 Minuten Beifall blieben ungeklatscht, wenn man von einer durchschnittlichen Applausdauer von drei Minuten pro Vorstellung ausgeht. Über 400 Aufführungen mussten allein die Regensburger Theatermacher in den vergangenen zwölf Monaten wegen der Corona-Pandemie absagen. Die Sehnsucht nach dem Publikum verwandelte Ausstattungsleiter Michael Lindner jetzt in eine leuchtende Fassaden-Projektion mit einem eindeutigen Statement: „Seit 365 Tagen vermissen wir euch“, ist dort jetzt zum Jahrestag des Kulturlockdowns zu lesen.

„Eine Handvoll Produktionen wurde seit Pandemie-Beginn premierenreif geprobt, aber noch nie vor Publikum gezeigt, eine noch viel größere Menge an Premieren und Konzerten wurde noch vor Probenbeginn abgesetzt, verschoben oder für die Folgesaison eingeplant“, sagt Theater-Pressesprecherin Clara Fischer. 

Wann genau es wieder losgeht, ist derzeit schwer konkret abzuschätzen: Der aktuelle Corona-Stufenplan sieht vor, dass Theater, Konzert- und Opernhäuser ihren Vorstellungsbetrieb im vierten Öffnungsschritt wieder aufnehmen dürfen – abhängig vom herrschenden Inzidenzwert, der unter 100 liegen muss. „In großer Vorfreude auf ein Wiedersehen“ habe das Theater Regensburg in dieser Woche damit begonnen, den Probebetrieb wieder schrittweise hochzufahren, sagt Clara Fischer. Sie hofft darauf, dass das Publikum bald zurückkehrt und dass das Ensemble „in den angestammten Spielstätten oder auf einer Freilichtbühne im Grünen“ wieder auftreten kann. 

Rund 180.000 Menschen besuchen das Theater Regensburg in der Regel pro Spielzeit. Nur etwa 7.000 Besucher weist die Besucherstatistik für die aktuelle Corona-Saison aus. Einzig im September und Oktober war eine stark reduzierte Zuschauerzahl zugelassen. Im zweiten Lockdown ist der Vorstellungsbetrieb seit November wieder komplett eingestellt.