Am 22. Februar starb der Bildhauer Fritz Koenig in Altdorf bei Landshut im Alter von 92 Jahren

(von Tobias Schmidt)

Die Verbindung von Quadern und Kugeln zu neuen, organisch anmutenden Objekten machten Koenig Anfang der 1950er Jahre bekannt. Als ästhetischer Bezug fallen dem Betrachter die Werke des Italieners Umberto Boccioni ein. Und zufällig waren auch beide Künstler 1959 bei der documenta II vertreten, der italienische Futurist freilich posthum.
Häufig sind Koenigs Plastiken ein Spiel mit Koren und Karyatiden, antiken Formen der tragenden Säule in Frauengestalt. An prominenten Orten kann man sie bewundern, etwa dem Bonner Bundeskanzler-Bungalow, dem Amtssitz des Bundespräsidenten Schloss Bellevue, den Deutschen Botschaften in Washington D.C., Dakar, London und Madrid, auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen oder im Würzburger Dom.
Sein bekanntestes Werk, ‚Große Kugelkaryatide‘, später ‚The Speere‘ genannt, entstand 1967-71 für die New Yorker World Trade Center Plaza. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 barg man die monumentale Bronzeplastik zwar aufgerissen, aber ansonsten weitestgehend intakt und nutzt sie als Mahnmal weiter.

Wie eine zerfließende Säule steht es da am Sportzentrum der Universität Passau, das ‚Große Rufzeichen 67‘. Sein Schöpfer Fritz Koenig aus Landshut, einer der wichtigsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer, starb am vergangenen Mittwoch (Foto: Schmidt)

 

Kunst im öffentlichen Raum von Fritz Koenig findet man in Passau am Landratsamt (‚Kugelkopfsäule II‘) und am Sportzentrum der Universität Passau (‚Großes Rufzeichen 67‘). Fritz Koenigs private Passion waren Araberpferde auf einem eigenen Gestüt. Sein zumeist gegenständliches grafisches Werk kündet davon.

(Bildquelle: Schmidt – Portrai-Foto: Peter Litvai)