IHK-Gremium Rottal-Inn tauscht sich mit Landrat aus

Die Wirtschaft des Landkreises Rottal-Inn hat sich mit der regionalen Politik kurzgeschlossen: In den Räumen der Massinger Firma Laumer Bautechnik GmbH begrüßte Peter Glas, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Rottal-Inn, den Landrat Michael Fahmüller am vergangenen Donnerstag zum „PolitTalk“. Fachlich begleitet wurde Fahmüller von seinen beiden Wirtschaftsförderern Waldemar Herfellner und Martin Siebenmorgen. An alle drei wandten sich die gewählten Unternehmensvertreter und brachten die Interessen der Wirtschaft vor. Glas bemerkte, dass sich die Unternehmer einen intensiven persönlichen Kontakt zur Politik wünschten und forderte eine „kritisch-produktive Auseinandersetzung“. Eine lange Liste an Themen ergab sich dann auch aus der Runde, in der die Unternehmer über aktuelle Lage und Herausforderungen berichteten. Ganz zentral stand der Fachkräftemangel an oberster Stelle, ein Problem für alle Branchen. Kritisiert wurden daneben vor allem Belastungen durch eine überbordende Bürokratie, etwa mit Blick auf Datenschutzgrundverordnung oder das neue Verpackungsmittelgesetz. Des Weiteren wünschten sich die Wirtschaftsvertreter mehr Anstrengung und ein höheres Tempo beim Ausbau von Mobilfunk und Breitband als Grundvoraussetzung für die allerorten geforderte „Großaufgabe“ Digitalisierung.

Die Einrichtung eines Digitalen Gründerzentrums wurde von den Unternehmern ausdrücklich begrüßt – für Glas stellt es eine weitere Möglichkeit dar, die Unternehmer der Zukunft zu finden. Irritiert zeigten sich die Gremiumsmitglieder allerdings über die kontrovers geführte Diskussion zwischen Kreis und Kommunen. Landrat Fahmüller betonte, dass das entstehende Netzwerk dem gesamten Landkreis zugutekomme. Glas zeigte sich zuversichtlich, dass gute Ansätze aus dem Gründerzentrum von der Wirtschaft unterstützt würden.

Angesichts des Trends zu Hochschulbildung plädierte IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner aber auch dafür, der beruflichen Bildung mehr Gewicht zu verleihen: „Die duale Ausbildung und die anschließende Weiterbildung müssen als der eigentliche Königsweg zur erfolgreichen Lebensgestaltung gesehen und geschätzt werden“, sagte Schreiner. Fahmüller sicherte in dem Zusammenhang Investitionen in Höhe von 75 bis 100 Millionen Euro in mehreren Bauabschnitten für das Berufsbildungszentrum zu. Man wolle keine Berufsschulsprengel verlieren und Berufsausbildung vor Ort halten.

Zusatzinformation

Die Ansprechpartnerin für die Wirtschaft in Rottal-Inn

Um die Rückkoppelung zwischen ehrenamtlichen Gremien, Wirtschaft und IHK-Hauptamt so kurz wie möglich zu halten, gibt es jetzt IHK-Regionalbetreuer pro Gremiumsbezirk. Für Rottal-Inn übernimmt es Christina Auberger, Fragen und Interessen aus den Unternehmen aufzunehmen und Kontakte zu knüpfen. Zu erreichen ist sie telefonisch unter der Nummer 0851 507 201 und per E-Mail an: christina.auberger@passau.ihk.de