Marienkäfer sind nützlich, das weiß jeder. Wie ihre „Kinder“, die Marienkäferlarven aussehen (und dass die noch viel mehr Blattläuse fressen, als ihre Eltern) ist für manchen Pflanzenfreund dennoch etwas Neues. Und wer hat schon mal einen „Blattlauslöwen“ aus der Nähe gesehen? Beim „Tag des Nützlings“ am 23.03.2019 zeigten Gärtnereien in ganz Bayern diese kleinen Helfern in ihren Gewächshäusern einmal „live“ unter der Lupe. Denn die Nützlinge spielen eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung der Frühjahrsblüher und Sommerblumen, die jetzt in den Gärtnereien heranwachsen. Bei strahlendem Sonnenschein bekamen Bayerns Freizeitgärtner daher nicht nur die aktuelle Blütenpracht in den Gewächshäusern zu sehen, sondern erfuhren ganz nebenbei noch ein Menge Wissenswertes über die kleinsten „Mitarbeiter“ in ihrer Gärtnerei.

Biologischer Pflanzenschutz hat ein stabiles System im Gewächshaus zum Ziel. Gärtnermeister Siegfried Dumbsky erklärt hier bei einer Führung durch seine Gärtnerei, wie er mit den Schlupfwespen aus der „Offenen Zucht“ dafür sorgt, dass die Läuse in seinem Gewächshaus nicht überhand nehmen (Foto: BGV)

Insekten an Pflanzen sind so eine Sache – im ersten Moment sieht man, wenn überhaupt, nur ein kleines Tier oder eben mehrere. Ob dieses Tier der Pflanze schadet, sie schützt oder einfach nur einen Aufenthaltsort gesucht hat, lässt sich gar nicht so einfach sagen. Für den Gärtner ist es jedoch wichtig – richten hier Blattläuse oder Spinnmilben Schaden an? Oder sind hier nützliche „Blattlauslöwen“ oder Raubmilben unterwegs? „Es ist bekannt, dass der Gärtner immer ein Messer dabei hat – heute hat er aber immer auch eine Lupe in der Tasche.“ so Siegfried Dumbsky von der Gärtnerei Dumbsky in Windach nahe dem Ammersee. Er ist einer der Betriebsinhaber, die am vergangenen Wochenende beim „Tag des Nützlings“ ihre kleinsten Mitarbeiter ins Rampenlicht gerückt haben. Ebenso wie 75 weitere Gärtnereien in Bayern hat sich Dumbsky der Initiative „Natürlich mit Nützlingen“ angeschlossen. Die beteiligten Gärtner setzen auf biologischen Pflanzenschutz in ihren Gewächshäusern. Wo immer es geht, werden Schädlinge wie die Blattläuse nicht mit chemischen Mitteln sondern mit natürlichen Gegenspielern in Schach gehalten. Das Ergebnis ist ein biologisches Gleichgewicht im Gewächshaus, in dem gesunde und robuste Pflanzen heranwachsen. Dumbsky betont: „Uns Gärtnern geht es darum, ein funktionierendes System zu schaffen, das gewährleistet, dass sich Blattläuse und Co. nicht ungehindert vermehren können.“ Dazu ist Fachwissen notwendig. Alle in der Initiative „Natürlich mit Nützlingen“ zusammengeschlossenen Betriebe werden daher von den Experten der Erzeugerringe für Blumen und Zierpflanzen unterstützt, die regelmäßig in die Gärtnerei kommen und die Betriebsinhaber beraten. Dabei geht es darum, wann und wie die Nützlinge eingesetzt werden, damit sie ihre Arbeit optimal tun können. Das Augenmerk liegt aber auch auf den Rahmenbedingungen für die Pflanzen, die dafür sorgen, dass sie stark und robust werden. Pflanzen, die im Gewächshaus auf diese Weise angezogen wurden, werden auch später im Freien gerne von nützlichen Insekten besucht.