Was Bürgermeisterkandidat Urban Mangold für die Dreiflüssestadt erreichen will – ‚Mein Passau‘ traf ihn zum Interview

Lieber Herr Mangold, zu Beginn gleich einmal eine etwas komplexere Frage: Wie sehen Sie Passau in 10 Jahren? Welche Visionen und Ziele haben Sie für die Dreiflüssestadt?

Meine Vision: Nicht erst in zehn Jahren, sondern so schnell wie möglich wird die Verkehrsbelastung deutlich niedriger sein, wenn endlich mit einer neuen Verkehrspolitik begonnen wird. Dann wird man nicht mehr 2 Millionen Euro allein für die nördliche Einfädelspur an der Straußbrücke ausgeben, sondern in ein unschlagbar attraktives Park & Ride-System investiert haben. Es wird optimale Radwege unter Berücksichtigung der Fußgängerinteressen geben und mehr Grün in der Stadt. Alle werden den Kopf darüber schütteln, dass der Stadtrat noch 2019 mehrheitlich gegen die Stimmen der ÖDP beschlossen hat, für neue Gewerbegebiete Wälder im Stadtgebiet zu roden, die wir doch für ein gutes Klima so dringend brauchen. Und es wird mehr Blühflächen geben, weil das von der ÖDP initiierte Volksbegehren „Rettet die Bienen“ vor Ort umgesetzt ist.

Sie sind je bereits seit 2008 2. Bürgermeister der Stadt: auf welche Errungenschaften sind Sie besonders stolz?

Besonders freut mich, dass auf meinen Vorschlag ein  schöner Service für Seniorenhaushalte eingeführt wurde: Für kleinere Arbeiten, für die kein Handwerker kommt, können ältere Menschen im Rathaus telefonisch einen meist kostenlosen handwerklichen Helfer bestellen. Das ist ein schöner Beitrag dazu, dass ältere Menschen, solange sie es wollen, in ihren eigenen vier Wänden leben können. Aber auch im ökologischen Bereich gab es einige Erfolge, wie zum Beispiel das energetische Sanierungsprogramm und das erfolgreiche Heizungspumpenaustauschprogramm.

Wie würden Sie sich selbst und Ihren
Politik-Stil beschreiben?

Ich würde sagen, dass ich teamorientiert sehr lange an einer Sache dranbleibe, die ich als wichtig erkannt habe. Ich neige überhaupt nicht zu Machtgebaren. Und vor allem bin ich Politiker einer absolut unabhängigen Partei, die auf keiner Ebene Spenden von Konzernen und Industrieverbänden annimmt.

Was würden Sie bei einer Wahl anders machen als Ihr Vorgänger Jürgen Dupper?

Vor allem würde ich gegenüber mächtigen Investoren keine Gefälligkeitsentscheidungen treffen. Seit Jahrzehnten war zum Beispiel Konsens, dass wir die grünen Hügel unbebaut lassen. Es war ein Sündenfall, diesen Grundsatz aufzugeben, nur weil der antragstellende Bauherr einflussreich ist. ‚Kommt einer mit viel Einfluss daher, gelten gute Regeln nicht mehr‘ – so etwas wird es mit mir als OB niemals geben. Wo soll das auch hinführen? Wie wollen wir verfahren, wenn der nächste und übernächste Antragsteller kommt. Wie sieht dann Passau in 20 Jahren aus? Man muss schon bei verlässlichen Grundsätzen bleiben.

Sie sind ja bekennender  Gegner der Nordtangente. Wie würden Sie einem Befürworter kurz und knapp darlegen, dass diese auf keinen Fall entstehen soll?

Die Nordtangente soll nicht gebaut werden, weil sie am Anger so gut wie keine Entlastung bringt, aber unser wunderschönes Naturschutz- und Naherholungsgebiet an der Triftsperre zerstört. Es wollen eben fast alle nach Passau rein und die wenigsten daran vorbei. Soweit notwendig, kann der bestehende Autobahnzubringer Hutthurm ausgebaut werden. Falls der Landkreis unbedingt meint, den Zubringer bis Wegscheid verlängern zu müssen, braucht er dazu weder die Stadt noch unser Naturschutzgebiet Ilztal.

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