Katholische Einrichtungen bieten breites Spektrum – In Bayern Kampagne gestartet: Frag doch mal uns!

Passau (can). Die katholischen Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen waren und sind in der gegenwärtigen Pandemie stark gefordert. In stationären Einrichtungen werden die Kinder und Jugendlichen unter den vorgegebenen Schutzmaßnahmen betreut. In Zeiten von Homeschooling war zusätzlicher Bedarf. Die Erziehungsberatungsstellen in der Diözese konnten per Telefon und Video ihr Angebot für die Familien aufrechterhalten. In den Einrichtungen der Jugendberufshilfe, also den Berufsbildungszentren, musste der Unterricht auf Homeschooling umgestellt werden.

Wie es den jungen Leute persönlich geht, erklären sie mit der Online-Kampagne www.fragt-doch-mal-uns.de

Bei der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft katholischen Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen (AGkE), erstmals digital durchgeführt, wurde klar, dass die Leitungen und Mitarbeitenden unter hohem Handlungsdruck verantwortungsbewusst für die Kinder, Jugendlichen und Familien da sind. „Das Personal leistete hierbei Großartiges“, waren sich die Vorstandsmitglieder Johannes Erbertseder, Aloisia Rothenwührer und Tanja Stich mit der Geschäftsführerin der AGkE Erika Paul einig. Während des Lockdowns mussten schnelle Lösungen unter erschwerten Bedingungen gefunden werden. Die Vorgaben der Fördergeber waren, bedingt durch die Krise, sehr spontan und wenig abgestimmt. Dies führte zu zusätzlicher Unsicherheit. Die Frage der Finanzierung bereitete und bereitet den Einrichtungen Sorgen. Dies auch angesichts der anstehenden Reform der Kinder- und Jugendhilfe im Sozialgesetzbuch VIII. Dazu informierte Petra Rummel, die Geschäftsführerin des Landesverbandes katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen in Bayern e.V.

Gemeinsam wurde die Gesetzesinitiative begrüßt, künftig alle jungen Menschen mit und ohne Behinderung unter ein Dach zu stellen. Die Träger der Freien Wohlfahrt gestalten diesen Prozess mit. Denn die gesellschaftliche Entwicklung mit einer quantitativen und qualitativen Zunahme an Jugendhilfebedarfen müsse berücksichtigt werden, so die Mitgliedsversammlung. Für Bayern zeichne sich ein Sonderweg ab, weil für Jugendliche mit Behinderung die Bezirke, für Jugendliche mit Behinderung die Kommunen, zuständig sind. Auch künftig müsse die finanzielle Ausstattung der Träger der öffentlichen Jugendhilfe durch die Kommunen gewährleistet sein.

Der Sprecher des Fachforums stationäre und teilstationäre Einrichtungen der Erziehungshilfen sowie Vorstandsvorsitzender der Stiftung Seraph. Liebeswerk Altötting, Johannes Erbertseder, sieht derzeit große Herausforderungen, angesichts der aktuell hohen Corona-Zahlen die Heimbetreuung bei positiven Fällen, bzw. unter Quarantäne-Bedingungen zu ermöglichen. Homeschooling sei zudem keine leichte Aufgabe, wenn die Kinder unterschiedliche Schulen besuchen und unterschiedliche Förderbedarfe haben. Auf jeden Fall, so Erbertseder, würden die Kinder und Jugendlichen die Schutzmaßnahmen sehr gut umsetzen.

Aloisia Rothenwührer, Sprecherin des Fachforum Erziehungsberatung, unterstrich, dass seit Mai unter Einhaltung der allgemein gültigen Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen vor Ort wieder persönlich beraten werde. Die Erreichbarkeit über Telefon und Video, so die Leiterin der Beratungsstelle des Kreis-Caritasverbandes Freyung, sei für die Familien zur Lockdown-Zeit wichtig gewesen.

Die Umstellung auf Homeschooling war und ist in den Berufsbildungszentren (BBZ) gar nicht so leicht. „Die jungen Leute brauchen zum Teil zusätzlich Förderung dafür und technische Ausstattung“, bilanzierte die Sprecherin des Fachforums Jugendberufshilfe Tanja Stich. Die Einrichtungsleiter der Jugendberufshilfe waren auch damit konfrontiert, mit Schutzkonzepten und Alternativen zu arbeiten, um den Betrieb und die Finanzierung sicherzustellen. Alle Dienste sind auch in den kommenden Monaten gefragt, um den jungen Menschen Hilfen anbieten zu können.

Gefragt sind aber auch die Kinder und Jugendlichen selber. Auf Landesebene ist die Aktion „Fragt doch mal uns!“ gestartet worden. Unter  https://www.fragt-doch-mal-uns.de/meine-geschichte/ erzählen sie ihre persönliche Geschichte. Die Heimvolksschule St. Maria Fürstenzell, die Stationäre Kinder- und Jugendhilfe Schönberg und das BBZ Freyung haben sich bereits beteiligt. Um auf die engagierte Arbeit in den Einrichtungen hinzuweisen, unterstützt die Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales Carolina Trautner als Schirmherrin die Kampagne.

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