Eine Million Sterne zum „Welttag der Armen“
Caritas nahm Kinderarmut in Passau in den Blick

Passau (can.) Armut und Ausgrenzung haben viele Gesichter. Vielfach das von Kindern. Auch in einer Stadt wie Passau. Deshalb hat die Caritas mit ihrer Aktion „Eine Million Sterne“ den Blick auf die Dreiflüssestadt gerichtet. Kerzen wurden am Samstag, 17. November, aufgestellt, um auf die Armut von Kindern aufmerksam zu machen. Fast 1000 Kinder und Jugendliche sind unter etwa 3000 Personen in sogenannten Bedarfsgemeinschaften auf Leistungen angewiesen.

Nach Worten von Direktor Michael Endres ist für die Caritas entscheidend: Kinder dürfen kein Armutsrisiko darstellen“. Für Kinder und junge Leute müsse man die Startchancen verbessern. Kinderarmut, ursächlich Armut der Eltern, betreffe alle Bereiche des Lebens: Wohnen, Gesundheit, Bildung, Ernährung. Das Einkommen reiche gerade, um die nötigsten Bedarfe in den Familien zu decken. Finanzielle Nöte bergen in den Familien oft ein hohes Konfliktpotential auch für die Kinder. Aus Sicht der Caritas brauchen, so Caritasvorstand Endres, betroffene Familien und vielfach Alleinerziehende bestmögliche Unterstützung, etwa im Bereich sozialer Wohnungsbau oder durch die Erhöhung staatlicher Leistungen. Die Bildungschancen müssten erhöht werden.

Wie konkrete Hilfe aussieht erläuterte Diakon Konrad Niederländer als Bischöflicher Beauftragter. Über 400.000 Euro wurden 2017 aus verschiedenen Hilfsfonds an bedürftige Familien in der Diözese weitergereicht. Einer davon ist der Bischof-Eder-Fonds. Allein dort gingen fast 300 Anträge ein. Ein kleines Gremium entscheidet dann über die Mittelvergabe. Man helfe, so Diakon Niederländer, bei der Ausstattung für Babys, bei Schulbedarf oder Schulausflügen, bei Miet- und Stromschulden oder mal mit einer neuen Waschmaschine. Gerade vor Weihnachten greife man Familien mit Beihilfen unter die Arme. Der Fonds, vom früheren Bischof Dr. Franz Xaver Eder (2013 verstorben) eingerichtet, wird über die Caritas betreut. Angesichts steigender Probleme in Familien werden auch hier Anfragen steigen, erwartet der Caritasvorstand. Denn junge Menschen in Alleinverdiener-Familien, als Kind allein erziehender Mütter, in kinderreichen Familien oder als Kind geringqualifizierter Eltern im SGB-II-Leistungsbezug haben signifikant schlechtere Zukunftschancen.

In Verbindung zum „Welttag der Armen“, den Papst Franziskus ausgerufen hatte, luden die Caritas und die Familie Vesper zum Film „Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes“ in das Cineplex-Kino ein.