Stärkung der bestehenden dezentralen Strukturen und des Mehrgenerationenaspekts soll in den Fokus gerückt werden

Entsprechend des Auftrags aus dem Ausschuss für Soziales und Senioren hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten den Bedarf für die Errichtung eines Seniorenzentrums geprüft. Da im Ergebnis dazu festgestellt wurde, dass sich die Mehrzahl der verschiedensten Akteure im Bereich der Seniorenarbeit gegen eine zentrale Einrichtung ausspricht, wird dem Ausschuss für Soziales und Senioren nun vorgeschlagen, von der Errichtung eines Seniorenzentrums abzusehen und stattdessen den Mehrgenerationenaspekt und die bestehenden dezentralen Strukturen zu stärken.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Die Anliegen der Passauer Seniorinnen und Senioren liegen mir bereits seit meinem Amtsantritt besonders am Herzen. Die Einrichtung eines zentralen Seniorentreffs, die Einführung der Nachbarschaftshilfe und der Fach- und Anlaufstelle für ältere Menschen sowie die Erarbeitung des Seniorenpolitischen Gesamtkonzepts sind nur einige Beispiele der zahlreichen Maßnahmen der vergangenen Jahre. Gemeinsam mit den hervorragenden gewachsenen Strukturen, die sich über das ganze Stadtgebiet verteilen, kann den Passauer Seniorinnen und Senioren so ein guter Service geboten werden. Unser Ziel ist nun, dieses Angebot weiter zu stärken und dabei den generationsübergreifenden Aspekt zu integrieren.“

Um die vorherrschende Meinung unmittelbar abzufragen, hat Oberbürgermeister Jürgen Dupper die verschiedensten Akteure der Altenhilfe kürzlich zu einer Gesprächsrunde zu diesem Thema eingeladen. Mit am Tisch saßen die Leiterinnen und Leiter der Passauer Seniorenclubs, die Geschäftsführer der Caritasverband Passau Stadt und Land, des BRKs Passau, der Diakonie, der Arbeiterwohlfahrt sowie Beauftragte des VdKs und die Leiterinnen und Leiter der Passauer Seniorenheime. Daraus resultierend sahen die Teilnehmer größere Chancen darin, die bestehende gute Arbeit in den dezentralen Quartieren zu erhalten, zu stärken und bestenfalls weiter auszubauen.

Daher wird dem Ausschuss für Soziales und Senioren vorgeschlagen von der Planung und dem Bau eines zentralen Seniorenzentrums Abstand zu nehmen, die Verwaltung zu beauftragen, in
Zusammenarbeit mit den bestehenden Einrichtungen die dezentralen Strukturen zu stärken und um einen Mehrgenerationenaspekt zu erweitern und im Stellenplan 2020 hierfür eine neue Stelle im Bereich der Dienststelle Arbeit und Qualifizierung, Ehrenamt und Senioren zur Betreuung der dezentralen Struktur auszuweisen.

Der Ausschuss für Soziales und Senioren hat sich in seiner Sitzung im November 2018 mit der Errichtung eines Seniorenzentrums befasst. Von der Fach- und Anlaufstelle für ältere Menschen wurden infolgedessen umfassende Stellungnahmen eingeholt. Insbesondere wurden Anfragen bei allen Seniorentreffs im Stadtgebiet, bei den Wohlfahrtsverbänden und zahlreichen weiteren Akteuren der Altenhilfe gestellt. Auch wurde bei vergleichbaren Städten recherchiert. Im Ergebnis konnte festgestellt werden, dass andere Städte entweder ähnliche Strukturen wie in der Stadt Passau aufweisen oder gar keine Einrichtung für die ältere Bürgerschaft bieten.