Europaweit ein Beispiel für gelungene Jugendarbeit – Mit Volunteer Ranger geht es weiter

Oberkreuzberg im Landkreis Freyung-Grafenau. Die Junior-Ranger des Nationalparks Bayerischer Wald sind auf dem besten Weg zum Exportschlager. In der Mitgliederversammlung des Vereins am Wochenende berichteten die Verantwortlichen voller Stolz, dass die Kinder und Jugendlichen europaweit als Botschafter des Nationalparks auftreten und inzwischen als Beispiele für gelungene Jugendarbeit gelten. – Gründervater Josef Erhard kandidierte bei der Veranstaltung nicht mehr für das Amt des Geschäftsführers. Seine Nachfolge tritt Mario Schmid an, der in das Projekt Junior Ranger seit Jahren voll eingebunden ist. Als Vorsitzender wurde der Landtagsabgeordnete Alexander Muthmann aus Freyung wieder gewählt. Er steht seit März 2004 an der Spitze des Vereins und ist immer wieder aufs Neue beeindruckt, mit welcher Begeisterung die Junior Ranger die wilde Natur im Nationalpark Bayerischer Wald entdecken und sich für sie einsetzen: „Diese Idee ist Gold wert!“

Dieses Lob galt vor allem Josef Erhard, der 1998 die Jugendgruppe „Junior-Ranger“ gegründet hatte, aus der dann 2004 der Verein entstanden ist. Erhard verfolgte die Strategie, Kinder und Jugendliche für die Idee des Nationalparks „Natur Natur sein lassen“ zu gewinnen. Er sah sie als Multiplikatoren, die zu besseren Akzeptanz des Nationalparks in der Region beitragen sollten. Die Entwicklung gibt ihm recht: Mehr als 2 000 Junior-Ranger wurden von der Nationalparkwacht ausgebildet, 400 sind im Verein organisiert. Vorsitzender Alexander Muthmann dankte Josef Erhard im Namen der Mitglieder für das großartige Engagement und überreichte als Erinnerungsgeschenk eine Collage mit Fotos aus den vergangenen 20 Jahren.

Josef Erhard, Vater „ der Junior-Ranger im Nationalpark Bayerischer Wald, kandidierte nicht mehr für das Amt des Geschäftsführers. Sein Nachfolger ist Mario Schmid (rechts), dahinter Schatzmeister Steffen Krieger. Vereinsvorsitzender MdL Alexander Muthmann dankte Erhard für das großartige Engagement. – Josef Erhard inmitten „seiner“ National-park Ranger. Eine Collage mit Fotos aus 20 Jahren erinnert an diese Zeit (Foto: Büro Muthmann)

Das Angebot, Junior Ranger zu werden, richtet sich an Buben und Mädchen aus der 5. Jahrgangsstufe. „Abenteuer Nationalpark – Komm auf Entdeckertour“ – dieses Motto verliert allerdings während der Pubertät an Faszination. Um den Jugendlichen später wieder eine Einstiegsmöglichkeit zu bieten, gibt es ab dem 16. Lebensjahr die Möglichkeit, sich für den Einsatz als Volunteer Ranger zu qualifizieren. Junge Nachwuchskräfte sollen so gewonnen werden. Nationalparkverwaltung oder Nationalparkwacht bieten Fortbildungen an, um interessierten jungen Leuten das nötige Rüstzeug für die neue Aufgabe zu vermitteln. Volunteer Rangers wachsen an der Seite eines erfahrenen Rangers in die Rolle einer Führungskraft hinein und können nach Vollendung des 18. Lebensjahres zum Beispiel selbständig Gruppen führen oder Arbeitseinsätze leiten. Sie sollen zu einer wichtigen Stütze werden, die vielfältigen Aufgaben in dem Schutzgebiet zu bewältigen und die Nationalpark-Idee mit ihrem eigenen Vorbild weiterzutragen. Zwölf junge Leute sind jetzt in der Anfangsphase aktiv. „Mit den Volunteer Ranger bekommen die Junior-Ranger noch eine zusätzliche Dimension. Sie bleiben dem Nationalpark auch nach einer möglichen Pause erhalten“, freut sich Vorsitzender Alexander Muthmann.

In der Mitgliederversammlung wurde von zahlreichen Aktivitäten berichtet. So fand zum Beispiel aus aktuellem Anlass am Parkplatz Falkensteinzentrum ein Informationsstand zum Thema Wölfe statt. GPS-Touren wurden angeboten, Schachtenpflege durchgeführt, gemeinsame Vogelstimmen- und Schneeschuhwanderungen veranstaltet, der Film „Plastic Planet“ im Kino angeschaut. Eine Fahrt führte unter anderem nach Polen in den Nationalpark Bieszcady, wo das Junior Ranger-Projekt präsentiert wurde. An Europarc- Workshops in Finnland und Holland nahmen die Jugendlichen aus dem Bayerischen Wald ebenfalls teil und erwiesen sich dabei als gute Botschafter ihrer Region.

Für langjährige Mitgliedschaft im Verein gab es Ehrungen. Diese erhielten Eva, Martin und Samantha Biebl sowie Stefan, Cornelia und Antonia Neuberger.