Josefstag im Caritas-Berufsbildungszentrum Freyung

Generalvikar Dr. Metzl und Caritasvorstand Niederländer arbeiten mit den jungen Leuten – Künftig Jugendmigrationsdienst im BBZ – Mutter-Kind-Wohnen in Planung

Passau/Freyung (can). Junge Menschen in den Arbeitsmarkt begleiten. Den Hauptschulabschluss nachholen. Sich beruflich orientieren und als Persönlichkeit reifen. Das Caritas-Berufsbildungszentrum (BBZ) Freyung besuchen aktuell 18 Jugendliche. Zum Josefstag, haben die Schülerinnen und Schüler am Mittwoch, 20. März, ihre Arbeit unter dem Leitwort „Hände reichen – Brücken bauen“ vorgestellt. Die Verantwortungsträger und Kooperationspartner aus dem Bistum Passau, aus Politik und Behörden packten im Berufsfeld Hauswirtschaft mit an.

Der bundesweite Aktionstag will auf die wichtige Arbeit gerade in der Jugendsozialarbeit in katholischer Trägerschaft aufmerksam machen. Generalvikar Dr. Klaus Metzl und der Personalreferent des Bistums Josef Ederer zeigten sich zusammen mit dem Caritasvorstand Diakon Konrad Niederländer sowie den Kooperationspartnern überzeugt, dass  Jugendliche in der Einrichtung wichtige Lebens- und Zukunftsperspektiven erschlossen bekämen. Diakon Niederländer betonte, das BBZ sei der richtige Ort, um im Bistum Passau zum ersten Mal den Josefstag zu begehen. Gleichzeitig verwies er auf Perspektiven für das Caritas-Haus.

Um solche Weichenstellung für die Zukunft ging es beim Gespräch mit den Vertretern der Agentur für Arbeit, des Jugendamtes, der Heimaufsicht der Regierung Niederbayern sowie der Berufsschule St. Erhard in Plattling und dem Kreiscaritas-Verband Freyung-Grafenau. Die BBZ-Leiterin Monika Schuster stellte zwei neue Schwerpunkte vor. Zu den bisherigen Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen und Ausbildungsgängen kommt der „Jugendmigrationsdienst“, um im Bereich Freyung, Grafenau und Regen junge Leute mit Migrationshintergrund am Übergang Schule und Beruf zu begleiten. Zugleich wird an einem Konzept gearbeitet, um ein Mutter/Vater-Kind-Wohnen für acht Familien im BBZ zu verwirklichen. Ein solches Angebot in Koppelung mit einer Berufsausbildung gibt es derzeit in Ostbayern noch nicht. In beiden Fällen sei das BBZ dafür prädestiniert, wie Nikolaus Stüwer, Heimaufsicht bei der Regierung von Niederbayern, und Jugendamtsleiter Siegfried Seibold bestätigten.

Domkapitular Josef Ederer legt an der Bügelmaschine vor. Die namensgleiche Kreisrätin Annemarie Ederer (v.li.) und Dr. Martina Hartl packen anschließend an. Vanessa Neustifter und Jonas Klein mit ihrer Teamleiterin Marianne Trauner haben die Arbeit erklärt (Foto: Caritas)

Monika Schuster unterstrich, wie wichtig Ausbildung und ein sicherer Arbeitsplatz für die Jugendlichen seien; gerade mit Blick auf junge Menschen in der Einrichtung, die mit familiären oder schulischen Problemen belastet seien. Zusammen mit Partnern wie den Wolfsteiner Werkstätten, Wirtschaftsunternehmen, Handwerksbetrieben, Holz- und Gartenbauinitiativen entstehe ein großes Netzwerk. Monika Schuster betonte: „Jugendliche brauchen die Botschaft, dass sie gebraucht werden“. Dr. Martina Hartl, die Caritas-Abteilungsleiterin „Pastoral und Pädagogik“ in der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, erinnerte an den Hl. Josef als Vorbild eines Brückenbauers und Schutzpatron der Jugendlichen, Erzieher und Arbeiter. Eine ideale Kombination, um im BBZ den Tag zu begehen. Die Fachbereichsleiterin Jugend- und Familienhilfe, Erika Paul, hatte ihn zusammen mit dem BBZ-Team vorbereitet.

Die Schüler Fabian Hackl, Vanessa Neustifter, Florian Kempinger und Kevin Klinginger erklärten mit der Sozialdienstleiterin Eva Haydn, an einer symbolischen Brücke, wie im BBZ junge Menschen gefördert werden, um sich auf dem Arbeitsmarkt und damit in der Gesellschaft zu integrieren. So ist die Einrichtung ein Brückenpfeiler, der selbst vom Bistum Passau und dem Caritasverband für die Diözese Passau e.V. als Träger gestützt wird. Die Kooperationspartner bilden das Geländer. Dabei gilt, wie Eva Haydn bestätigte: „Da ist immer einer da“ für die Jugend; seit fast 70 Jahren. Das solle auch in 30 Jahren noch gelten.

Der Bischöfliche Beauftragte für die Caritas, Diakon Konrad Niederländer, formt assistiert von Florian Kempinger Bre’zn (Foto: Caritas)

Die Gäste beim Josefstag, darunter die Reha-Teamleiterin  Simone Sievers von der Agentur für Arbeit, der Vorstand des Kreiscaritasverbandes Freyung-Grafenau, Josef Bauer, die Kreisrätin Annemarie Ederer, der Leiter der Wolfsteiner-Werkstätten für behinderte Menschen, Helmut Weber, Stephan Eichinger, der Leiter der Berufsschule St. Erhard, packten selbst an. Brez’n formen, arbeiten mit der Bügelmaschine und Nähen waren angesagt. Die jungen Leute zeigten sich als geduldige „Lehrmeister“. Umgekehrt hörten die „Besuchs-Lehrlinge“ hin, ließen sich die Arbeit erklären und nutzen die Begegnung zum persönlichen Gespräch.

Zum Hochfest des Hl. Josef am 19. März hat Jugendbischof Stefan Oster in Oberhausen das Engagement der Jugendsozialarbeit für benachteiligte Jugendliche betont. In der Jugendeinrichtung „Die Kurbel“ haben Jugendbischof Stefan Oster sowie weitere Gäste aus Politik und Kirche zusammen mit Jugendlichen der Einrichtung gearbeitet. Bischof Oster: In solchen Einrichtungen werde man den einzelnen jungen Menschen gerecht, indem man sich für sie einsetzt und sie individuell fördert. Das gilt auch das Caritas-Berufsbildungszentrum (BBZ) Freyung.

Generalvikar Dr. Klaus Metzl konzentriert beim Nähen. Kevin Klinginger schaut genau hin (Foto: Caritas)

​Siehe dazu: https://www.bistum-passau.de/artikel/josefstag-2019-jugend-braucht-perspektive-in-europa