Thomas Seidl und Tim Weidinger werben bei der Bürgermeisterdienstversammlung für die Angebote für Jugendliche im Landkreis und betonen deren Bedeutung

Lkr. Freyung-Grafenau. Wenn es um die junge Generation geht, ziehen Kreisjugendring und Landratsamt an einem Strang. Gemeinsam sorgen sie für ein umfangreiches Angebot an Jugendarbeit im Landkreis Freyung-Grafenau. Was alles im Landkreis geboten ist, darüber berichteten Thomas Seidl, Leiter des Amts für Kinder und Familie und der neue Geschäftsführer des Kreisjugendrings Freyung-Grafenau Tim Weidinger den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern auf der jüngsten Dienstversammlung.

Weidinger stellte sich bei dieser Gelegenheit auch ganz offiziell den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern vor. Landrat Sebastian Gruber betonte, dass „Jugendarbeit ein entscheidender Standortfaktor für die Zukunft des Landkreises“ sei. Mit guter Jugendarbeit sowohl in den Gemeinden, von Verbänden, von Vereinen, vom Kreisjugendring als auch von Landkreisseite schaffe man die Anknüpfungspunkte, um die nachwachsende Generation langfristig an ihren Heimatort zu
binden.

Anschaulich stellte Seidl in einer kurzen Präsentation Struktur, Aufgaben und Akteure der Jugendarbeit im Landkreis dar. Zunächst schilderte der Leiter des Amts für Kinder und Familie, wie die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben auf das Amt und den Kreisjugendring aufgeteilt sind.

Es liege in der Verantwortung des Landratsamtes, dass Angebote der Jugendarbeit bedarfsgerecht bereitgestellt werden. „Bedarfsgerecht heißt, es muss vorher im Rahmen einer ausführlichen Planung ermittelt werden, was die Kinder und Jugendlichen brauchen bzw. sich wünschen“, erklärte Seidl. Dabei sei es wichtig, dass die Betroffenen selbst gefragt werden. „Im Landkreis haben wir das bereits gemacht und entsprechend den Ergebnissen haben wir versucht, Schwerpunkte zu setzen“, so der Leiter des Amts für Kinder und Familie weiter.

Die Hauptaufgabe des Landratsamtes sieht Seidl in der Beratung der Gemeinden. Man versuche ihnen dabei Wege aufzuzeigen, wie sie mit machbarem Aufwand geeignete Angebote realisieren können. Auch vor Ort
sei es wichtig, die Jugendlichen stets miteinzubeziehen. „Denn nur die Jugendlichen wissen, was sie wollen“, betonte er. Unter Einbindung der jungen Leute vor Ort sei beispielsweise bereits ein Beachvolleyballplatz in Schöfweg oder ein neuer Treffpunkt in Perlesreut entstanden, berichtete Seidl.

Aber die Jugendlichen interessierten sich nicht nur für „Jugend-Themen“, betonte er. Auch alles andere, was im Dorf wichtig sei, interessiere die jungen Leute. Bei den Jugendforen in den Gemeinden oder auch bei der landkreisweiten Jugendkonferenz wurden immer wieder auch Themen genannt wie öffentlicher Nahverkehr oder alte Leerstände, die das Dorfbild verunstalten. Damit es nicht bei einmaligen Veranstaltungen wie den Jugendforen bleibt, versucht die Kreisjugendpflegerin Martina Kirchpfening, den Kommunen das nötige Handwerkszeug mitzugeben, damit dort feste Beteiligungsstrukturen für Jugendliche entstehen können.

Dass dies nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die Städte und Gemeinden von Vorteil ist, unterstrich Thomas Seidl in seinem Schlussplädoyer. Auch Seidl betonte: „Jugendarbeit ist ent-scheidend für die Zukunft des Landkreises. Sie hilft die jungen Leute an ihre Heimatorte zu binden.“ Er appellierte an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, ein besonderes Augenmerk auf die Jugendarbeit in ihrem Wirkungskreis zu legen.

Anschließend stellte sich der neue Geschäftsführer des Kreisjugendrings Tim Weidinger den versammelten Gemeindeoberhäuptern vor. Er erläuterte die Rolle des Kreisjugendrings im Landkreis sowie die aktuellen Schwerpunkte, die der Verband setzt. Der 34-Jährige hatte ursprünglich Realschullehramt studiert, bevor er die soziale Arbeit mit Kindern und Jugendlichen für sich entdeckte. Inzwischen ist er staatlich anerkannter Sozialpädagoge und führt die Geschäfte beim Kreisjugendring seit November 2019.

Dort vertritt er die Interessen aller Vereine und Verbände, die Jugendarbeit im Landkreis anbieten und Mitglied beim Kreisjugendring sind. Mitgliedsvereine können sich beispielsweise beraten lassen, Weiterbildungsangebote in Anspruch nehmen, eine Förderung für Angebote für ihre Jugendlichen beantragen oder für eventuelle Aktivitäten einen Kleinbus ausleihen.

Neben der Förderung der Jugendverbände, so Weidinger, hält der Kreisjugendring auch noch eigene Angebote der außerschulischen Jugendbildung sowie der Kinder- und Jugenderholung bereit. „Am bekanntesten und auch beliebtesten ist wohl das landkreisweite Ferienprogramm“, so der Geschäftsführer. Kinder und Jugendliche könnten im Rahmen des Programms bei einer Vielzahl von Aktionen und Ausflügen eine abwechslungsreiche und spannende, gleichzeitig aber auch lehrreiche Zeit verbringen, erklärte er. Auch Corona konnte das Ferienprogramm nicht stoppen. So wurde das ursprüngliche Programm für die diesjährigen Sommerferien kurzerhand über den Haufen geschmissen und ein neues „Corona-gerechtes“ Programm zusammengestellt und erfolgreich durchgeführt, wie Weidinger berichtete. „Dadurch konnten wir vielleicht den ein oder anderen Eltern ein paar freie Stunden verschaffen, damit auch sie den eigenen Akku wieder etwas aufladen konnten“, erklärte der KJR-Geschäftsführer zum Schluss.

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