ILE-Vorsitzender Ernst Kandlbinder und Konversionsmanager Ludwig König informieren auf Jahreshauptversammlung der Jungen Union

Freyung. Die interkommunale Zusammenarbeit in der Wolfsteiner Waldheimat stand im Fokus der diesjährigen Jahreshauptversammlung des JU-Ortsverbandes Freyung, dessen Einzugsgebiet sich neben der Stadt Freyung auch auf vier weitere Gemeinden des ILE-Verbundes erstreckt. Neben dem ILE-Vorsitzenden Ernst Kandlbinder und Konversionsmanager Ludwig König konnte der Ortsvorsitzende Christoph Weishäupl auch Landrat Sebastian Gruber und MdL Max Gibis zur Versammlung begrüßen.

Gruber und Gibis informierten über aktuelle Themen auf Landkreis- und Landesebene. 3. Bürgermeister Christoph Endl wurde für 15 Jahre Mitgliedschaft in der Jungen Union geehrt.

„Das Konzept der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) besteht im Zusammenschluss mehrerer Kommunen zur Umsetzung gemeinsamer Projekte und Maßnahmen und zur Zusammenlegung gemeinsamer Verwaltungsakte“, wie Ernst Kandlbinder, Bürgermeister der Gemeinde Mauth und ILE-Vorsitzender, eingangs erläutert. Seit dem Jahr 2014 hatten sich zunächst die Stadt Freyung sowie die Gemeinden Hohenau, Mauth und Philippsreut, später auch die Gemeinden Grainet und Hinterschmiding, zur ILE Wolfsteiner Waldheimat zusammengeschlossen. Dabei wurden die Bereiche Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, regionale Identität und Siedlungsentwicklung als Handlungsfelder des Konversionsmanagements innerhalb der ILE-Gemeinden definiert.

Durch spezifische Projekte und Maßnahmen, wie etwa dem Fest der Regionen, der regionalen Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Ausbildung von Gästeführern soll eine gezielte Inwertsetzung der Wolfsteiner Waldheimat erreicht und eine Begeisterung für die Region erzielt werden, wie Konversionsmanager Ludwig König erläutert. Mit Projekten zum Beispiel rund um die Etablierung der Volksmusikakademie als überregionale und länderübergreifende Bildungseinrichtung leistet die Gemeinschaft auch im Bereich der Kultur und Heimatpflege einen Beitrag zur regionalen Identitätsbildung. So ist die Wolfsteiner Waldheimat u. a. mit einer Image-Kampagne und der Durchführung eines Tages der offenen Tür am grenzüberschreitenden Projekt Volksmusikakademie beteiligt.

Im Bereich der Siedlungsentwicklung ist die Wolfsteiner Waldheimat u. a. mit der Auslobung eines regionalen Architekturpreises, der Durchführung eines Tages der Innenentwicklung sowie der Ausbildung von Innenentwicklungslotsen tätig. Hierzu gehört ebenso der Aufbau einer örtlichen Immobilienbörse und die Pflege eines Dorfladennetzwerks, so König. Auch die Erhöhung der Förderquoten beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE), dem sog. „ILE-Bonus“, ist ein zentraler Anreiz für interkommunale Zusammenschlüsse. Ebenso entstehen durch gemeinsame Beschaffungen und Verwaltungs-Kooperationen Synergien für die beteiligten Kommunen.

„Die interkommunale Zusammenarbeit zeigt sich auch in einem gemeinsamen Auftreten nach außen“, führt Kandlbinder weiter aus. So haben sich die ILE-Gemeinden im Bereich des Linienbündelkonzeptes im ÖPNV eng abgestimmt und unterhalten ein gemeinsames Kernwegenetz. Eine gesammelte Streugut-Beschaffung gehört ebenso zur Praxis, wie die Einsetzung eines gemeinsamen Datenschutz-Beauftragten aller beteiligten Kommunen. Die ILE-Gemeinden kooperieren im Bereich des Regionalmarketings und unterhalten ein Regionalbudget zur gezielten Förderung örtlicher Projekte. Zuletzt wurde auch eine gemeinsam finanzierte Geschwindigkeitsmessanlage angeschafft, wie Kandlbinder berichtet.

Ortsvorsitzender Christoph Weishäupl lobt die Praxis der interkommunalen Zusammenarbeit im ILE-Verbund als richtungsweisend. „Nur gemeinsam als Region können wir unsere Städte und Gemeinden wirksam weiterentwickeln und vermarkten und letztendlich in eine positive Zukunft führen“, ist Stadt- und Kreisrat Weishäupl überzeugt.

Die ausgewiesene Zielsetzung der ILE besteht speziell in einer Attraktivitätssteigerung der Region sowie in der Stabilisierung und im Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung. Hierbei seien insbesondere auch die medizinische Versorgung sowie der umliegende Naturraum von hoher Bedeutung, wie Landrat Sebastian Gruber anmerkte. Gerade im Bereich der Krankenhäuser habe der Landkreis insgesamt durch die vergangenen Strukturreformen zuletzt einschlägige Verbesserungen in Qualität und Bandbreite, aber auch im Bereich der Wirtschaftlichkeit erreichen können, so Gruber weiter.

Aus aktuellem Anlass thematisierte Gruber auch das nationale Verfahren zur Erwählung eines Atommüllendlagers und betonte, dass die Entscheidungsfindung zwingend auf Grundlage wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgen müsse. „Wir fordern im nächsten Schritt einen Ausschluss aller Endlagerkonzepte, bei denen der langzeitsichere Einschluss der radioaktiven Abfälle, wie etwa im Fall des zerklüfteten Gesteins im Saldenburger Granit, auf technischen Barrieren beruht“, so Gruber. Eine zusätzliche und vom Verfahren unabhängige fachliche Begleitung der betroffenen Regionen sei dahingehend zu begrüßen.
Beim Beschluss der Staatsregierung zur Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald sei besonders erfreulich, dass der dahingehende Forderungskatalog des CSU-Kreisverbandes fast vollständig erfüllt wurde, so MdL Max Gibis. Zusammen mit der Erweiterung wurden umfangreiche Ertüchtigungen und Aufwertungen im touristischen und infrastrukturellen Bereich des sodann größten deutschen Wald-Nationalparks beschlossen. Hierzu gehören u. a. eine Studie zu Besucherlenkung und Parkplatzmanagement im gesamten Areal sowie ein barrierefreier Besucherschwerpunkt mit Aussichtsturm, Gastronomie und Campingplatz im Bereich des Skizentrums Finsterau am Wistlberg. Landrat Sebastian Gruber betonte, dass es an dieser Stelle gelungen sei, Naturschutz und Regionalentwicklung gemeinsam zu denken.

Weiter informierte Gibis über die derzeitigen Haushaltsberatungen im Bayerischen Landtag. „Die Corona-Pandemie gibt uns auch hier die Agenda vor und stellt für den kommenden Doppelhaushalt sowohl das zentrale Thema als auch den größten Unsicherheitsfaktor dar“, wie der Abgeordnete zusammenfasst. Auch weil man trotz eines zunehmenden Haushaltsdefizits und einer Neuverschuldung in Milliardenhöhe keine Kürzungen bei bereits geplanten Investitionen und kommunalen Geldern vornehmen wolle, gelte an dieser Stelle das Prinzip Hoffnung auf einen ökonomischen Aufschwung, wie Gibis erläutert. Auch mit Blick auf anstehende Großprojekte in der Region, etwa das geplante Polizeiausbildungszentrum in Freyung, sei das Bekenntnis zu weiteren Investitionen ein wichtiges Zeichen in schwierigen Zeiten, so die Einschätzung des Landtagsabgeordneten.

Ehrungen / Verbandsentwicklung:

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurden 3. Bürgermeister Christoph Endl und Michael Poxleitner für 15 Jahre sowie Rainer Jungwirth für 10 Jahre Mitgliedschaft in der Jungen Union Freyung geehrt. Die Mitgliedschaft in der JU ist satzungsgemäß im Alter von 14 bis 35 Jahren möglich. Der Ortsverband Freyung zählt derzeit 49 Mitglieder. CSU-Ortsvorsitzender Otto Christoph und FU-Ortsvorsitzende Johanna Kössl lobten die stets gute und wohlwollende Zusammenarbeit mit der örtlichen Jungen Union.

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