Vorstellung von Zielen, konkreten Maßnahmen und Zeitplan

Passau. Vor knapp einem Jahr hat der damalige Ausschuss für Umwelt und Energie beschlossen, die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts für die Stadt Passau in Auftrag zu geben. Seitdem wurden die Rahmenbedingungen angepasst, Mittel bereitgestellt und ein externer Partner gefunden, so dass der aktuelle Sachstand, das weitere Vorgehen und der konkrete Zeitplan den Mitgliedern des Ausschusses für Klima und Umwelt in der gestrigen Sitzung vorgestellt werden konnten.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Nachdem uns der Stadtrat im vergangenen Jahr einen klaren Auftrag erteilt hat, können wir heute eine gut durchdachte und auch machbare Strategie vorstellen. Das Konzept ist eine gute Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für unser künftiges Handeln.“

Der Umfang des Integrierten Klimaschutzkonzeptes soll weit gefasst werden. Es enthält eine Bestandsanalyse der örtlichen Energie- und Treibhausgassituation, eine Potenzial-Analyse mit Szenarienentwicklung sowie einen konkreten Maßnahmenkatalog zur Reduzierung von Treibhausgasen. Entsprechend der festgelegten Zeitschiene ist geplant, dass das Integrierte Klimaschutzkonzept im Oktober 2021 dem Stadtrat zur Beschlussfassung vorgelegt werden kann.

Allem voran stehen die folgenden Klimaschutzziele der Stadt Passau, die im Konzept definiert werden:

  1. Klimaneutrale Stadt Passau bis 2050
  2. Verpflichtung der Reduktion der CO2-Emissionen um 10 Prozent alle fünf Jahre (Halbierung der pro-Kopf-Emissionen bis 2030 gegenüber Stand von 1990)
  3. Klimaneutrale städtische Verwaltung und Betriebe als Zwischenziel möglichst vor 2050

Folgende Schwerpunkte sollen zur Erreichung der Ziele bearbeitet werden:

  • Energie (Reduktion des Endenergieverbrauchs, Ausbau der erneuerbaren Energien und Stromerzeugung auf lokaler Ebene)
  • Kommune als Konsument (Vorbild in Sachen Klimaschutz, Nachhaltige Beschaffungen)
  • Biodiversität und Umweltschutz (Bewahrung und Ausbau von Grünflächen, Verantwortungsvoller Umgang mit Flächenumwidmung, nachhaltiges Bauen, grüne Dächer und Hausfassaden)
  • Klimafreundliche Stadtplatung (Vorgaben bei städtebaulichen Verträgen und Bauleitplanung)
  • Ressourcenschonung und Abfall (Vermeidung von problematischen Abfällen/Produkten, verstärkte Beachtung der Kreislaufwirtschaft)
  • Klimafreundliche Mobilität (Verringerung des motorisierten Individualverkehrs, Förderung des Rad- und Fußverkehrs, Park&Ride-Angebote, Ausbau des ÖPNV mit einem Verkehrsverbund)
  • Nachhaltiger Konsum (regionale & saisonale Produkte, faire und nachhaltige Produktion, begleitende Öffentlichkeitsarbeit)

Um die Konzepterstellung auf eine breite Basis zu stellen, werden verschiedene Gremien und Arbeitsgruppen unter Begleitung von externen Sachverständigen eingerichtet. Auch eine entsprechende Bürgerbeteiligung ist in dem Prozess vorgesehen.

Maßnahmen, über die Einigkeit besteht und die thematisch aufbereitet sind, werden bereits während des laufenden Prozesses umgesetzt.
Die Stadt Passau hat in den vergangenen Jahren bereits viele verschiedene Maßnahmen zur Förderung des Klimaschutzes ergriffen. Im Jahr 2011 wurde die Arbeitsgruppe „Energie und Klima“ ins Leben gerufen. Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Konzepte zur Energieeinsparung auf die kleinräumige regionale Energieversorgung zu legen. Darüber hinaus ist ein weiteres Ziel die Bündelung der energie- und klimatechnischen Aktivitäten der Stadt Passau und ihrer Tochterunternehmen. Im Juli 2019 hat die Arbeitsgruppe „Energie und Klima“ das Erstellen eines Klimaschutzkonzeptes positiv beurteilt, woraufhin der Ausschuss für Umwelt und Energie in seiner Sitzung am 04.10.2019 den Auftrag hierfür erteilt hat.


Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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