Vorstellung der Caritas-Jahreskampagne 2017 “Zusammen sind wir Heimat“

(von Tobias Schmidt)

Passau. Alljährlich erarbeitet der Deutsche Caritasverband e.V. eine Jahreskampagne zu einem gesellschaftlichen Thema. Sie fällt auf denn sozialpolitische Themen werden dabei auf essenzielle Aussagen zum Menschen zurück geführt.

Nicht nur begleiten Plakate, Handzettel, Filme und dergleichen mehr die Ortsverbände und Einrichtungen in der Schwerpunktsetzung ihrer Arbeit, der Sozial- und Wohlfahrtsverband erinnert zudem einmal mehr daran, dass er sich als zivilgesellschaftlicher Mitgestalter der Bundesrepublik Deutschland versteht. Die Jahreskampagne 2017 steht unter dem Motto “Zusammen sind wir Heimat“. Und sie thematisiert das Leben und Wurzeln schlagen von Fremden bei und mit uns. Ganz gleich, ob jene Menschen eine andere Heimat verließen, weil man ihnen dort nach Freiheit oder Leben trachtete, oder, ob sie kommen, weil die eigenen Talente hier besser einzubringen sind: Gesichter und Geschichten von Migration sind eine jede und ein jeder davon. Auf eben diese Gesichter und Geschichten vor Ort aufmerksam zu machen, den Blick zuversichtlich dafür zu weiten, wie Integration zu nachbarschaftlicher Normalität werden kann, dies sei der Nutzen der Kampagne, sagte Gudrun Donaubauer, Aufsichtsrätin des Caritasverbands für den Landkreis Passau und Bürgermeisterin der Stadt Hauzenberg bei der Vorstellung der Jahreskampagne am 13. Januar in den Passauer Büros des Verbandes. Landrat Franz Meyer merkte an, die aktive Bürgerschaft zeige, was Humanität bedeute. Dem Caritasverband sei hier für sein direktes Engagement im Bereich der Flüchtlingshilfen, Asylsozialarbeit oder unbegleitete minderjährige Ausländer zu danken. Ausdrücklich aber auch für Steuerung, wie etwa in der gemeinsam mit dem Diakonischen Werk im Dekanatsbezirk Passau übernommenen Aufgabe der Ehrenamtskoordination-Flucht und Asyl. Als Geflüchtete kamen vor 12 Jahren auch Chen Xi aus der Volksrepublik China, vor mehr als 8 Jahren der Gorane Vesko Malić aus dem Kosovo, und Khalet Pirzad, anerkannter Asylbewerber aus Afghanistan, in Salzweg wohnhaft. Heute führen sie ein asiatisches Restaurant, oder sagen als Programmierer in einem Metallbauunternehmen: “Mich unterscheidet kaum mehr etwas von meinen einheimischen Kollegen. Daher fühle ich mich integriert und heimisch“. Und Khalet Pirzad ergänzt einige schöne, schlichte Worte, die einmal mehr beweisen, wie deutungsoffen Heimat ist und auch dass uns allzu selbstverständlich Gewordene einschließt: “Ich finde hier Frieden. Ich bin zufrieden.“

Unter www.zusammen-heimat.de, der Website zur Jahreskampagne des Deutschen Caritasverbands e.V., stehen zahlreiche Materialien zum Download bereit: neben einem Imagefilm, der einen kurzen Denkanstoss zum Thema gibt, zum Beispiel Plakate und Handzettel, geistliche Impuls für Gottesdienste und Gemeindearbeit, eine Videoreportage, die auch Schwierigkeiten des Ankommens und Rückführung von Asylbewerbern thematisiert sowie ein sozialpolitischer Forderungskatalog betreffend Bildung und Bildungsabschlüsse, das Asylbewerberleistungsgesetz, Alltagsrassismus sowie interkulturelle Öffnung besonders in Wohnquartieren und Gesundheitswesen.

(Bild, v.l.: Aufsichtsrätin des Caritasverbands für den Landkreis Passau und Bürgermeisterin der Stadt Hauzenberg Gudrun Donaubauer, Vesko Malić, Chen Xi, Caritasvorstand Diakon Konrad Niederländer, Landrat Franz Meyer, stv. Landrat und Vorsitzender des Caritasverbands für den Landkreis Passau Raimund Kneidinger, Khalet Pirzad – Foto: Schmidt)