Kurzdramen aus Esteve Solers „Gegen“-Trilogie bei der Athanor Akademie

(von Tobias Schmidt)

Treffen sich zwei Freundinnen im Café. Sie sprechen über einen Mann. Einen Verflossenen zwar, der aber Besitz von einer der Frauen genommen hat. Im wahrsten Sinne des Wortes: er „haust“ in ihren Eingeweiden. „Wo ist er eigentlich?“ „Ich weiß nicht. Er bewegt sich in den Magen. Keine Ahnung, was er vorhat.“ Die beiden überlegen, ob sie den Herrn zu Feier der Verwandlung in den „Lieblingstumor“ in ein Hafenrestaurant auf einen Teller Muscheln einladen sollen.

Das ist die absurde Komik, mit der der katalanischen Dramatikers und Regisseurs Esteve Soler in seiner 2008 uraufgeführten Trilogie „Gegen den Fortschritt, gegen die Liebe und gegen die Demokratie“ aufwartet. Prinzessinnen, Astronauten, brutale Eltern, Putzfrauen, Anti-Liebespillen bevölkern diese in sich abgeschlossenen Kurzdramen (mit kleinem szenischen Theater-im-Theater-Rahmen). Mit Hang zur liebevollen Groteske seziert Soler darin unsere Zeit, die Fallstricke der Zweisamkeit und so manchen Wahnsinn des demokratischen Mit- und Gegeneinanders. Mit sechs dieser Dramolette aus „Gegen die Liebe“ und „Gegen die Demokratie“, angelehnt an das Horrortheater des Grand Guignol Anfang des 19. Jahrhunderts in Paris, starten heuer die Jahrgangsaufführungen der Passauer Athanor Fachakademie für Darstellende Kunst. Jeanne-Francine Aziamble, Josephine Geck, Jana Herrmann, Nicole Kampa, Edina Ladstätter, Anela Luzi, Pia Pflug, Stella Urban, Theresa Wachter, alle Studierende des 3. und 4. Studienjahres spielen in der von Josef Maria Krasanovsky inszenierten trashigen Theaterrevue.

(Foto: Anathor Akademie)

Die Aufführungen finden statt am Freitag, 31. Januar und Samstag, 1. Februar jeweils um 20 Uhr sowie am Sonntag, 2. Februar um 18 Uhr im Institut für Spaß und Gesellschaft, Bahnhofstraße 33 (Passau). Karten zu 12,- Euro/ermäßigt 7,- Euro sind unter Tel. 0851 20960440 oder per E-Mail an: sekretariat@athanor.de reservierbar