Anzahl der Mitarbeiter am Gesundheitsamt mittlerweile knapp verdreifacht

FRG. Der Landkreis Freyung-Grafenau ist dabei die Folgen der Corona-Pandemie zu bewältigen. Eine der wichtigsten Einrichtungen in diesem Zusammenhang ist seit Wochen das Gesundheitsamt, genauer gesagt die Abteilung Gesundheitswesen des Landratsamtes Freyung-Grafenau in Waldkirchen. Dort wird mittlerweile im Zwei-Schicht-Betrieb gearbeitet, um Infektionsketten zu unterbrechen. Kontaktpersonen werden ermittelt und in Quarantäne geschickt. Abstriche und labordiagnostische Untersuchungen auf Covid-19 werden veranlasst. Regelmäßig fragen die Mitarbeiter den Gesundheitszustand der positiv getesteten Patienten sowie deren Kontaktpersonen ab, die sich in häuslicher Quarantäne befinden. Gleichzeitig hat man die medizinische Versorgung der Landkreisbevölkerung im Blick, genauso wie die Situation in den Pflegeheimen oder Kliniken. Die Leiterin Dr. Sonja Kandlbinder und ihr Team arbeiten dabei an der Belastungsgrenze.

Knapp verdreifacht hat sich in der Corona-Krise die Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die derzeit am Gesundheitsamt tätig sind. Durch Zuweisungen von Mitarbeitern der Nationalparkverwaltung, vom Amtsgericht sowie Unterstützung durch medizinisches Personal aus den Kliniken und umgeschichtetes Personal aus der restlichen Verwaltung ist der Personalbestand innerhalb kürzester Zeit derart angewachsen. Zum einen werden die zusätzlichen Hände dringend benötigt, zum anderen müssen sie im laufenden Betrieb eingearbeitet werden, was da und dort natürlich auch wieder zu Verzögerungen führen kann.

Dr. Kandlbinder zeigt sich sehr zufrieden mit dem Einsatz, den ihr Team unter den schwierigen Umständen zeigt: „Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist trotz der Belastung gut und geprägt von einem Gefühl des Zusammenhaltes. Auch die zugeteilten Mitarbeiter sind, soweit dies die Kurzfristigkeit ihrer Versetzung zulässt, bereits gut eingearbeitet.“

Nicht einfacher machen es allen Beteiligten die sich immer wieder ändernden Vorgaben und Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes und des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit etwa zum Umgang mit den Kontaktpersonen. „Bei den Betroffenen draußen herrscht manchmal Unsicherheit, wenn sie sehen, dass sich die Vorgaben verändern und bei den selben Vorbedingungen andere Maßnahmen ergriffen werden. Dazu muss man wissen: Covid-19 ist eine komplett neue Erkrankung, zu deren Herkunft, Verlauf und Heilung derzeit intensiv geforscht wird. Daraus ergibt sich, dass wir uns in einem sehr dynamischen Prozess befinden, in dem die Vorgaben laufend den neuesten Forschungserkenntnissen angepasst werden – und damit auch unsere Maßnahmen.“

Auch die Rolle, die das Gesundheitsamt in der Bekämpfung der Corona-Pandemie spielt, sei vielen Anrufern nicht bewusst, erklärt die Ärztin. Das Gesundheitsamt ist in diesem ganzen Prozess primär für die Klärung von Krankheitsfällen zuständig, bei denen es bestätigten Kontakt zu mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Personen gegeben hat (Kontaktpersonenmanagement), und hier insbesondere für die Abklärung einer möglichen Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bestimmter Berufsgruppen (Pflege, Krankenhäuser). Wer nicht zu einer dieser beiden Gruppen gehört, muss sich bei Symptomen zunächst telefonisch an seinen Hausarzt oder wenn dieser nicht erreichbar ist, an die 116 117 wenden. Dort kann entschieden werden, ob bei Ihm ein Abstrich erfolgen soll. Erst wenn dieser einen positiven Befund erbringt, wird das Gesundheitsamt eingeschaltet.

Um Verständnis bei den Bürgerinnen und Bürgern wirbt Landrat Sebastian Gruber: „Für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Gesundheitsamt war und ist das eine sehr fordernde Aufgabe, der sie sich von Anfang an mit vollen Einsatz gestellt haben. Ich hoffe, die Menschen im Landkreis verstehen, dass gerade zu Beginn der momentanen Ausnahmesituation, nicht alles so perfekt und prompt klappen kann, wie in normalen Zeiten.“

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