(von Josef Heisl)

Neukirchen vorm Wald  Zehn Kleinprojekte können im Laufe des Jahres im Kommunalen Verbund ILE Passauer Oberland dank Unterstützung aus dem Regionalbudget, dem neuen Förderprogramm der Ländlichen Entwicklung, verwirklicht werden. „Dafür werden in diesem Jahr 75 000 Euro an Fördermitteln bereitgestellt“, teilte der ILE-Vorsitzende, Fürstensteins Bürgermeister Stephan Gawlik bei einem Treffen in St. Kolomann mit. Bei noch mehr Werbung für diese Förderung nehme er an, dass im kommenden Jahr der Topf von 100 000 Euro, der zur Verfügung gestellt werde, auch ausgeschöpft werden könne.

Nahezu alle Bürgermeister der elf Gemeinden des Passauer Oberlandes waren auf Einladung von Gawlik zum Kirchlein St. Kolomann gekommen, dazu noch mehrere Vertreter der Institutionen und Vereine, deren Projekte in die Förderung kamen. Zunächst stellte Gastgeber MdL a.D. Konrad Kobler als Vorsitzender des Vereins zum Erhalt der St. Kolomann-Kirche das Leben und den tragischen Tod des Hl. Kolomann und den Werdegang des Kirchleins vor. Aus einer Ruine sei dieses Kleinod dank des ungeheuren Einsatzes Ehrenamtlicher entstanden. Ein wichtiger Faktor sei die Weinbausteinaktion gewesen, bei der 1 000 DM aus einem Weinverkauf 9 000 DM an Zuschüssen gebracht habe. Heute würden jährlich fast 50 Veranstaltungen in der Kirche stattfinden, religiöse wie Taufen und Hochzeiten, aber auch kulturelle mit Akteuren aus den verschiedensten Ländern Europas.

Gawlik lobte das fünfköpfige Entscheidungsgremium mit den kommunalen Vertretern Christian Fürst und Helmut Willmerdinger sowie den Vertretern aus der Bürgerschaft und den Vereinen Gunda Pauli, Richard Schenk und Josef Schätzl. Er begrüßte auch ganz besonders den Vertreter des Amtes für ländliche Entwicklung Franz Fraitzl, der als Projektbetreuer eingesetzt ist und aus dessen Behörde die Mittel zugesagt wurden. Hier am Kirchlein St. Kolomann freue er sich ganz besonders darüber, dass die neu entstandenen Parkplätze durch das Regionalbudget gefördert werden. Vom Nutzen des Parkstreifens, der tags zuvor noch unter der Regie von Bürgermeister a.D. Georg Steinhofer aufgeschüttet worden war, konnten sich die Teilnehmer an dem Treffen selbst überzeugen.

Projektmanagerin Gabriele Bergmann war es dann vorbehalten, das Regionalbudget und die damit geförderten Projekte vorzustellen. Sie verwies darauf, dass kräftig dafür geworben werden sollte, damit im nächsten Jahr die gesamte Fördersumme für das ILE Gebiet Passauer Oberland ausgeschöpft werden könne. Voraussichtlich werde es diese Fördermöglichkeit, mit der dem ländlichen Raum Impulse gegeben werden sollen, bis zum Jahr 2023 geben. Anträge können über die elf ILE Gemeinden eingereicht werden.

Die Projekte sollen Regionalität und eine Bewusstseinsbildung zur Identität in der Region zum Inhalt haben, betonte Bergmann. Das komme auch in den zehn geförderten Projekten zum Ausdruck. Die Antragsteller leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung in den Gemeinden vor Ort und zur Identifikation in und mit ihrer Heimatregion. Diese zwei Punkte sind für die Vergabe der Gelder neben den ILE-internen Auswahlkriterien für die Förderung von großer Bedeutung. Zudem werden durch die Investitionen und das bürgerschaftliche Engagement, das mit den Projekten verbunden ist, heimische Betriebe sowie die Wertschöpfung in der Region gestärkt.

Die eingereichten und positiv bewerteten zehn Anträge umfassen eine breite Palette von Projekten. So werde im Pfarrgarten in Fürstenstein ein Kräutergarten entstehen. Das Projekt werde vom Verein für Gartenbau und Landespflege Nammering umgesetzt. Der Tourismusverein Dreiburgenland errichtet zum Thema Bahnverladung einen Geschichts- und Erholungsplatz am Donau-Ilz-Radweg in Hötzendorf. Er soll über die Geschichte des bedeutenden Wirtschaftszweiges „Steinindustrie“ informieren, erklärte Elisabeth Kriegl, die das Projekt vorstellte.

Beate Hermann informierte über den Jugendraum, der im Pfarrheim Nammering zur Förderung der Jugendarbeit entstehen soll. Konrad Kobler stellte die Bedeutung des Parkstreifens vor, die man ja heute bereits sehen könne. Die Anschaffung von Vereinsschals für den Katholischen Deutschen Frauenbund, Zweigverein Neukirchen vorm Wald, sei notwendig geworden, weil viele Neumitglieder gekommen seien, betonte Katharina Dichtl. Der Verein habe eine Junge Frauengruppe und vier bis fünf Mutter/Kind Gruppen.

Klimaschutz an Schulen sei ein weiteres Projekt, stellte Energiemanager Günther Obermeier fest, der dazu Wissenswertes beitrug. Eine Pflanzenbestimmungshilfe habe die Gemeinde Ruderting eingebracht, durch die das artenreiche Grünland identifiziert werden könne, erklärte Barbara Messerer von der ÖKO-Modellregion Passauer Oberland. Eine Steinmauer will der EC Sittenberg an seiner Stocksporthalle errichten. An der Freizeitanlage in Fischhaus soll eine Heckenpflanzung erfolgen, erklärte Bürgermeister Rudolf Müller, ausführend ist der Verein für Gartenbau- und Landespflege Ruderting. Und schließlich wollen die Dettenbachschützen ihr Vereinsheim sanieren.

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