Gut besuchtes Seminar zu „Wohnen im Alter“

Fürstenstein (17.05.18). Zu einem gemeinsamen Seminar hatten die ILE Passauer Oberland und die Senioren-akademie Bayern am 16. Mai ins Kurhaus nach Eging a.See eingeladen. Das Thema „Wohnen im Alter, alternative Wohnformen“ fand großen Anklang. Insgesamt 26 Teilnehmer aus den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau, der Stadt Passau, aber auch bis aus Schwaben und der Oberpfalz waren gekommen.

Erfreut über die große Resonanz begrüßte Bürgermeister Rudolf Müller – federfüh-rend für den Bereich Demografie in der ILE zuständig – die Teilnehmer. Sie erwartete anschließend ein abwechslungsreicher Tag mit Gruppenarbeit und interessanten Einblicken. Dazu machten sich die Teilnehmer zunächst Gedanken, welche Wünsche und Befürchtungen zum Wohnen im Alter bestehen und welcher Anpassungen es bedarf, damit das „zuhause Wohnen bleiben“ möglichst lange erhalten werden kann. Wo gibt es Unterstützung? Welche Dienste stehen dafür zur Verfügung? waren die vordergründigen Fragen, die gemeinsam abgearbeitet wurden. Von Anpassungen in der Wohnung selbst, die den Alltag erleichtern bis hin zu Besuchs- und Nachbar-schaftsdiensten reichte das Spektrum, das ausführlich dargestellt und diskutiert wurde.

Die zweite Tageshälfte beschäftigte sich dann mit neueren Wohnformen, wie etwa Betreutem Wohnen, gemeinschaftlichen Wohnprojekten für Senioren, generationen-übergreifenden Wohnmodellen oder ambulant betreuten Wohngemeinschaften. Als aktuelles und ortsnahes Beispiel aus der Praxis wurde das Projekt „Betreutes Wohnen in Tittling“ vorgestellt. Geschäftsführer Andreas Frost, der bereits drei Gebäude in Tittling gebaut hat und die Bewohner bei Bedarf mit seinem Pflegedienst ambulant betreut, informierte dazu aus erster Hand. Hervorzuheben ist bei seinem Konzept, dass auf eine Betreuungspauschale verzichtet wird und die Bewohner frei in der Entscheidung sind, ob sie Leistungen annehmen oder nicht. „Alles kann, nichts muss“, bringt er sein Angebot auf den Punkt. „Obwohl bei älteren Menschen der Wunsch besteht, möglichst lange im Alter eigenständig zuhause – im gewohnten sozialen Umfeld – wohnen bleiben zu können, sollte sich jede/jeder frühzeitig Gedanken machen, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, wenn das Wohnen daheim nicht mehr möglich ist“, war die eindringliche Bitte der Referentin.

Doris Rudolf von der Arbeitsgruppe Sozialplanung und Altersforschung aus München stellte dazu einige bemerkenswerte Beispiele aus Städten, aber auch ländlichen Regionen vor. Organisiert und inhaltlich abgestimmt hatte ILE-Projektmanagerin Gabriele Bergmann dieses Seminar. Somit konnte bereits zum zweiten Mal nach 2016 wieder ein Angebot in der Region für Seniorenvertreterinnen und –vertreter sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger in Kooperation mit der Seniorenakademie, die durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert wird, angeboten werden.