Bisherige Geschäftsführerin Valeska von Karpowitz verlässt die ILE Ilzer Land – nach nur einem Jahr

Perlesreut. Die heute bald 27-jährige Valeska von Karpowitz wurde vor einem Jahr als Geschäftsführerin des Vereins ILE Ilzer Land engagiert. Es herrschte wahrlich so eine Art Aufbruchstimmung in eine neue (jüngere) Zeit. Eben gerade im Hinblick auf das Interesse und Engagement der heutigen Zugend in diesen zwölf angeschlossenen Gemeinden. Das ist nun vorbei – jedenfalls vorübergehend. Denn Valeksa von Karpowitz wird die ILE Ilzer Land verlassen – im gegenseitigen Einvernehmen, so hat sie uns verraten. Und eine Nachfolgerin wurde auch bereits gefunden.
War tatsächlich alles Gold, was glänzt?

Höchste Zeit also, dass wir (Die Neue Woche) nachgefragt haben bei Valeska. Über ihr Engagement beim Verein, über das warum und wieso und natürlich auch über ihre weitere (berufliche) Zukunft.


NW: Vor einem Jahr hat dich der Verein ILE Ilzer Land als Geschäftsführerin eingestellt. Dieses Arbeitsverhältnis endet nun in den nächsten Tagen – im gegenseitigen Einvernehmen oder gibt es noch andere Gründe dafür?

Im gegenseitigen Einvernehmen über einen Aufhebungsvertrag, den ich erbittet habe, denn ich möchte mich gerne in eine andere Richtung weiterentwickeln, die mehr mir selbst entspricht.

NW: Wie geht es beruflich bei dir weiter? Du wohnst zurzeit in der Stadt Passau. Wirst du da und auch dem Bayerischen Wald in irgendeiner Form erhalten bleiben?

Was genau ich machen werde, kann ich derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen. Ich werde mich beruflich aber im Journalismus sowie in Outdoor- und Naturerlebnissen verwirklichen. Ich habe für mich festgestellt, dass ich meiner Kreativität mehr Raum geben und mich hierbei auch in beruflicher Hinsicht ausleben möchte. Schreiben, Fotografieren und Naturerleben sind Themen, die mich in vielerlei Hinsicht schon sehr lange begleiten und antreiben. Schließlich habe ich nun den Mut gefasst, diesen Leidenschaften nachzukommen. Momentan wohne ich noch in Passau, werde aber zeitnah wegziehen. Wohin ist noch relativ offen, ich werde mich aber aus privaten Gründen weiter in Richtung Süden und vielleicht nach Österreich bewegen.

NW: Du warst von Beginn weg bei der ILE Ilzer Land sehr präsent, bei praktisch allen internen und externen Veranstaltungen mit von der Partie; man spürte förmlich deine Begeisterung für die interkommunale Zusammenarbeit der zwölf angeschlossenen Gemeinden. Du wolltest vieles voranbringen und für die ILE kräftig die Werbetrommel rühren. War das so? Ist das immer noch so?

„das Menschliche ist im Ilzer Land wirklich etwas ganz Besonderes…“

Die Arbeit bei der ILE Ilzer Land hat mir sehr viel Spaß gemacht und gerade der persönliche Kontakt und Austausch haben mir wahnsinnig gut gefallen. Die vielen lieben Menschen, die offene, freundschaftliche vertraute und zuvorkommende Art werde ich mit Sicherheit vermissen – das Menschliche ist im Ilzer Land wirklich etwas ganz Besonderes. Die Bürgermeister sind herzlich liebe Menschen, denen ich für alles sehr dankbar bin. Ich konnte immer offen mit ihnen über alles reden, die Zusammenarbeit war super, sie haben mich immer unterstützt und der freundschaftliche Umgang war echt toll. Aber auch, dass Ihnen daran liegt, dass ich glücklich bin und meinem Wunsch nachgekommen sind, den Vertrag frühzeitig aufzuheben, dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Dankbar bin ich auch für all die anderen wahnsinnig tollen Menschen, mit denen ich zusammenarbeiten und die ich kennen lernen durfte: Mit Corinna Ullrich, der Projektkoordinatorin für die Ökomodellregion habe ich nun 13 Monate das Büro geteilt, woraus eine Freundschaft entstanden ist, aber auch mit den anderen Projektkoordinatoren, den ehrenamtlichen Beauftragten, den Aktiven im Landratsamt und im Amt für Ländliche Entwicklung, der Presse und natürlich den Projektpartnern habe ich ein wunderbares Verhältnis gehabt, was mir viel Freude bereitet hat. Und ja, selbstverständlich rühre ich gerne nach wie vor die Werbetrommel für das Ilzer Land – Am 21. April kommt übrigens Andreas Brendt, bekannter Surfer und Buchautor, mit seinem Programm „10 Jahre um die Welt – geht nicht gibt´s nicht“ nach Thurmansbang. Karten im Vorverkauf gibt es im Tourismusbüro Thurmansbang oder online unter: www.boarderlines-buch.de

NW: Was waren deine Hauptaufgaben als Geschäftsführerin? Wie hat sich in der Regel dein Tagesablauf gestaltet?

Grob umrissen fungierte ich als Schaltzentrale, Bindeglied und Vernetzerin aller Arbeitsabläufe im Ilzer Land. Der Schwerpunkt bildete die administrative Tätigkeit, d.h. Abwicklung von Rechnungen, Verträgen, Verwendungsnachweisen, Auszahlungsanträgen und Förderanträgen. Da ich die Projektkoordination der Handlungsfelder Interkommunale Zusammenarbeit (IKZ), Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, Jugend sowie Senioren und Menschen mit Handicap inne hatte, gab es immer etwas zu tun: Netzwerktreffen innerhalb meiner Handlungsfelder, aber auch zwischen den Projektkoordinatoren sowie Vorstandssitzungen vor- bzw. nachbereiten, moderieren, mit dem Netzwerk kommunizieren und natürlich Projekte (Workshops, Events, Exkursionen, Vorträge, Schulungen) organisieren. Dies ging einher mit Recherchieren, Mails schreiben, Telefonate führen, Zuständigkeiten koordinieren, Verhandeln, Terminpläne erstellen, Entscheidungen abstimmen, persönliche Gespräche führen u.v.m. Auch gehörte dazu Außentermine wahrzunehmen, Veranstaltungen aller Handlungsfelder zu besuchen, Gespräche zu führen und medial zu dokumentieren (z.B. Energiesparmesse, Ökoerlebnismarkt, Ausbildungsmesse) sowie an öffentlichen Veranstaltungen, Seminaren und Workshops teilzunehmen – so war ich beispielsweise in Berlin, München, Plankstetten oder Neumarkt. Zudem war ich für die Erstellung der Pressemitteilungen und Kurzvideos, die Etablierung und Pflege unserer Social-Media-Kanäle (Facebook und Instagram), die Kontaktpflege zur Presse, zum Landratsamt und weiteren Stakeholdern zuständig. Interviews führen und geben gehörte ebenso dazu wie Recherchekataloge für die Presse zu erstellen.

Der „typische Tagesablauf“ enthielt von allem etwas, mal stand mehr das eine im Vordergrund, mal das andere, aber größtenteils fand das Meiste kontinuierlich und parallel statt. Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und die administrative Tätigkeiten gehörten kurzum zu meinen täglichen Aufgabenbereichen.

NW: Hat dich das oberste Gremium der ILE Ilzer Land in deiner Arbeit, den Projekten und natürlich auch Visionen voll unterstützt oder bestand da beim einen oder anderen Handlungsfeld eine gewisse Abwehrhaltung?

In der Hinsicht muss ich sagen, wurde ich beim Ilzer Land schon sehr verwöhnt – ich hatte sehr große Freiheiten was die Auswahl von Projekten und deren Umsetzung betraf. All meine Ideen, sei es die Kooperation mit der Kreisjugendpflegerin Martina Kirchpfening zur Initiierung von Jugendforen im Ilzer Land, die Eventplanung um den Surfer und Buchautor Andreas Brendt, der im April mit seinem Vortrag nach Thurmansbang kommt, die Neugestaltung der Ilzer Land-Website, die Initiierung des Markenentwicklungsprozesses, die Bewerbung um das Bundesprogramm Land.Digital oder auch um den Marktplatz der Generationen, die Ehrung mit der Ilzer Land Anstecknadel, die Kooperation mit MPLC für eine interkommunale Filmlizenz oder die Kooperation mit GrenZENlos Seminare für das Forschungsprojekt „Natur statt Medizin“, haben die Bürgermeister vollstens unterstützt.

NW: Zwölf Gemeinden, diverse Handlungsfelder – und allesamt besetzt durch die zuständigen Bürgermeister; keine einzige Frau. War das für dich nie ein Problem?

Für mich ist das tatsächlich nie ein Problem gewesen – im Gegenteil. Ich hatte als Kind immer mehr mit Jungs zu tun und auch später war ich aufgrund meiner eher männer-dominierten Hobbies (Parkour, Klettern, Surfen usw.) vermehrt mit Männern unterwegs. Der lockere, geradlinige Umgang hat mir in der Bürgermeisterrunde immer sehr gut gefallen, was meiner eigenen Art entspricht. Und für den weiblichen Austausch hatte ich ansonsten mit Corinna ja immer eine Ansprechpartnerin.

NW: Gegenüber Außen könnte man meinen, es läuft wie geschmiert bei der ILE Ilzer Land – wir gehen einmal davon aus, dass dem nicht so ist. Eigentlich wie überall. Wo siehst du persönlich dringenden Handlungsbedarf bei einem solchen Verein?

„Dringenden Handlungsbedarf sehe ich nach wie vor beim Thema Jugend.“

Das ist wirklich schön zu hören. Unser Anliegen ist ein möglichst offener, transparenter und damit authentischer Umgang mit allen – sowohl nach innen, wie auch nach außen. Es gibt nichts was ich verheimlichen müsste oder wollte – meine Entscheidung hat tatsächlich rein etwas mit meiner persönlichen Weiterentwicklung zu tun. Man muss im Hinterkopf haben, dass es immer „Handlungsbedarf“ gibt, wenn man sich weiterentwickeln möchte, um den Menschen das Bestmögliche zu bieten – würde jemand behaupten, dass es nichts mehr gäbe, was man tun könnte, würde was nicht stimmen. Mit der Einrichtung der Geschäftsstelle am 1. Februar 2017 wurde ein wichtiger Meilenstein gelegt, um in den Verein Ilzer Land klare Zuständigkeiten und Handlungsabläufe einzubringen. Die ILE gibt es ja schon seit 2005, aber mit der Zeit hat man gemerkt, je umfangreicher die Themenschwerpunkte aufgrund der vorhandenen Bedürfnisse wurden, und damit die personellen Ressourcen zur Bewerkstelligung der Arbeiten innerhalb des Vereins limitiert waren, desto größer wuchs der Bedarf, eine zuständige Ansprechperson als Schaltzentrale, Koordinator und Vernetzer für das Ilzer Land einzusetzen. Im vergangenen Jahr war ich zunächst intensiv damit beschäftigt für diese neue Stelle die Strukturen aufzubauen, Kontakte zu knüpfen, Kooperationen anzustoßen, Projektformate zu entwickeln usw.
Dringenden Handlungsbedarf sehe ich nach wie vor beim Thema Jugend. Mit ca. 2-3 Wochenstunden in meiner Rolle als Projektkoordinatorin für das Handlungsfeld waren meine Möglichkeiten, aktiv etwas zu bewegen sehr beschränkt, was ich zunächst mit Überstunden versucht hatte zu kompensieren, aber dies auf Dauer schlichtweg nicht möglich war. Ich würde mir wünschen, dass die aktive Jugendbeteiligung (was nicht mit Jugendarbeit gleichzusetzen ist) in den Kommunen noch viel stärker als entscheidendes Zukunftsthema ernst genommen und behandelt wird, denn Themen wie Fachkräftesicherung, „Vergraisung“ des ländlichen Raumes usw. haben (in)direkten Bezug zum Thema aktive Jugendbeteiligung in der kommunalen Entwicklung. In meinen Augen wäre der nächste richtige Schritt, diesen Bereich mit mehr personeller Power auszustatten, damit eine ordentliche Begleitung möglich ist und viel mehr bewegt werden kann. Das geht über reine Bespaßungsangebote hinaus, sondern richtet sich an die Etablierung von Strukturen und die Einbindung und echte Teilhabe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Gestaltung ihres Lebensraumes.

Als weiteren Punkt sehe ich es als notwendig, für all die administrativen Tätigkeiten im Verein eine zusätzliche Bürokraft zu haben. Den Großteil meiner Zeit habe ich mit diesen Dingen verbracht. Viele Dinge bleiben damit einfach auf der Strecke – leider. Ich hätte gerne mehr Zeit gehabt, um stärker am Aufbau von Strukturen, Kooperationen und Netzwerken zu arbeiten und meine Kenntnisse in der Projektarbeit mehr zum Einsatz zu bringen.

Zusammenfassend also: Mehr personelle Ressourcen, was verständlicherweise an finanzielle Ressourcen geknüpft ist. Darüber gilt es zu diskutieren, abzuwägen und Lösungen zu finden, um dies verwirklichen zu können.

NW: War für dich – rückblickend gesehen – dieses Jahr lehrreich und durchaus erfolgreich? Erzähl mal.

Durchaus. Die Geschäftsstelle beim Ilzer Land war mein erster Job nach dem Studium. Von der Theorie in die Praxis – das sind tatsächlich zwei unterschiedliche Welten. Aufgrund der vielseitigen Aufgabenfelder ist es im Vergleich einfach unmöglich thematisch überall in die Tiefe der Details einzutauchen – das hat positive Seiten, ist allerdings auch in mancher Hinsicht schade. Zunächst war allein der Umgang mit den Bürgermeistern und so vielen Leuten mit hoher Verantwortung, im Kreise derer ich mich nun als Geschäftsführerin bewegen sollte, eine wahnsinnig lehrreiche Erfahrung. Ich bin von Mal zu Mal selbstbewusster geworden, sodass ich nun vollkommen locker mit egal wem umgehen kann. Frei zu reden und moderieren fiel mir aufgrund meiner Ausbildung nie wirklich schwer, aber im vergangenen Jahr habe ich hier mehr Praxiserfahrung gesammelt, wodurch ich noch viel sicherer wurde. Freies Sprechen, Erfahrungen im Projektmanagement und in der Veranstaltungsplanung sind weitere Bereiche, in denen ich viel gelernt habe. In den Sektor Öffentlichkeitsarbeit und Marketing musste ich mich erst einmal einarbeiten, aber da mir Schreiben schon immer Spaß gemacht hat, war es eine Freude, u.a. für die Erstellung der Pressemitteilungen verantwortlich gewesen zu sein. Ich habe den Facebook-Auftritt stärker vorangetrieben und das Ilzer Land auch in Instagram präsent gemacht. Für mehr Transparenz habe ich bei den meisten Treffen und Workshops Kurzvideos gedreht und online gestellt, was sehr gut ankam. Auch den Kontakt zu RadioGalaxy und unserRadio aufzubauen hat mir Spaß gemacht und wurde gerade im Rahmen der Jugendforen sehr gut angenomen. Um noch auf weitere Aspekte sprechen zu kommen: Verträge und Kooperationsvereinbarungen abwickeln, Rechnungen schreiben und alles fördertechnische mit unserem Fördergeber, dem Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern, abstimmen. Außerdem Förderanträge formulieren – zwei habe ich in meiner Zeit geschrieben, einmal zusammen mit BWmedien für das Bundesprogramm Land.Digital und dann alleine für Marktplatz der Generationen – Nummer zwei war erfolgreich, bei ersterem warten wir noch gespannt auf die Rückmeldung.

NW: Auf welche Arbeiten oder Projekte bist du besonders stolz, die auch aus deiner eigenen Feder stammen oder in denen du direkt mitgewirkt hast?

Besonders stolz bin ich auf die Initiierung des Markenentwicklungsprozesses, der seit Februar nun in der Umsetzungsphase ist. Den Bedarf eines solchen bekam ich mit breiter Zustimmung von Seiten der Bürgermeister bestätigt und mit dem vom Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern bewilligten Förderantrag wird das Projekt nun tatsächlich umgesetzt. Auch die Entwicklung und Verleihung der Ehrennadeln zusammen mit persönlichen Dankeskarten war eins meiner Herzensprojekte und hat viele Lächeln auf die Gesichter gezaubert, was mich natürlich sehr freut. Eins der größeren Projekte war im vergangenen Jahr außerdem die Bewerbung um das Bundesprogramm Land.Digital, womit unglaublich viel Arbeiten verbunden war. Allein den Förderantrag zu formulieren hat einiges an Zeit und Nerven gekostet, aber ich bin sehr stolz welch tolles Konzept wir zusammen mit BWmedien entwickelt haben. Nun heißt es nur noch Daumen drücken und auf einen positiven Bescheid hoffen. Auch über die Kooperation mit GrenZENlos Seminare und der Universität Oldenburg im Forschungsprojekt „Natur statt Medizin“, das ab Frühjahr 2018 stattfinden wird, freue ich mich besonders. Die Jugendforen stehen da natürlich auch ganz vorne auf der Liste. Ich habe mich sehr dafür eingesetzt, dass wir im Ilzer Land fast flächendeckend Jugendforen veranstalten konnten, was natürlich ohne die Kreisjugendpflegerin Martina Kirchpfening und die Jugendbeauftragten nicht möglich gewesen wäre. Die Resonanz von Seiten der Jugendlichen war sehr positiv, was gezeigt hat, wie sehr sich die Jugendlichen im Raum die Beteiligung an kommunalen Entwicklungsprozessen wünschen und bereit dafür sind, aktiv mitzuwirken. Der Grundstein wurde damit gelegt – ich hoffe, dass hierfür in Zukunft weiter viel Energie reingesteckt wird. Aufgrund der vielen Stimmen aus den Jugendforen für ein Kino(ersatz) habe ich im letzten Jahr mit MPLC um eine Sonderfilmlizenz für das Ilzer Land verhandelt, die nun vertraglich von allen 12 Ilzer Land Gemeinden abgesegnet wurde und in allen Kommune umgesetzt werden kann.

Schade finde ich es natürlich schon, dass ich viele große Projekte nicht mehr selbst begleiten und erleben kann, zumal damit sehr viel Arbeit verbunden war, aber die Hauptsache ist, dass all die Dinge nun umgesetzt werden und den Menschen im Ilzer Land zu Gute kommen.

NW: Denkst du, dass die Bürger innerhalb einer solchen Vereinigung von Gemeinden heute besser darüber Bescheid wissen, welche Ziele eine solche kommunale Zusammenarbeit erfolgt und was da tatsächlich passiert?

Ich denke, dass im Ilzer Land schon sehr früh klar war, wie eine solche Allianz funktionieren soll. Für ihre strukturelle Konstellation ist die ILE Ilzer Land ein Vorzeigebeispiel – hier spreche ich die Definition von Handlungsfeldern an und dass die ILE von Beginn an Chefsache war und nach wie vor ist. Ich denke, dass dies nach außen hin durchaus wahrgenommen wird. Dadurch, dass es für jedes Handlungsfeld außerdem eine/n Projektkoordinator/in gibt, kann auf diese Weise zielorientiert und öffentlichkeitswirksam gearbeitet werden. Aufgrund dessen, dass die Ilzer Land Vereinigung wesentliche Aspekte der kommunalen Daseinsvorsorge behandelt, ist dies für den Bürger in mancher Hinsicht vielleicht schwer zu trennen. Aber im Prinzip ist das Ilzer Land eine interkommunale Vereinigung, die als Vernetzungs- und Bindeglied für eine effiziente und damit ressourcensparende Daseinsvorsorge sowie nachhaltige Zukunftsgestaltung, zusammenarbeitet. Da wir aber wissen, dass wir in Sachen Öffentlichkeitsarbeit und Wahrnehmung noch besser werden können, haben wir im vergangenen Jahr den Markenentwicklungsprozess initiiert, der nun in die Umsetzungsphase geht – damit wird an einer klaren Message, Zielausrichtung und Verbesserung der Innen- und Außenwirkung gearbeitet.

NW: Welche Rolle spielt eigentlich die CenTouris (Universität Passau) bei der ILE Ilzer Land und im Handlungsfeld Tourismus?

Eine Besonderheit im Handlungsfeld Tourismus ist, dass das Ilzer Land eine Projektgemeinschaft mit der ILE Passauer Oberland eingegangen ist und diese sich so zur touristischen Destination Ilztal & Dreiburgenland geformt haben. Diesem Zusammenschluss gehören insgesamt 18 Gemeinden aus den beiden Landkreisen Freyung-Grafenau und Passau an.

Wie ich schon erwähnte, gibt es für jedes Handlungsfeld, neben den federführenden Bürgermeistern immer eine Projektkoordination. Um der Großflächigkeit des Ilztal & Dreiburgenlandes und dem betreuungsintensiven Destinationsmanagement im Bereich Tourismus gerecht zu werden, übernimmt CenTouris („Centrum für marktorientierte Tourismusforschung“) als professionelle Agentur, die sich auf den Tourismussektor spezialisiert hat, für die Entwicklung und Etablierung zukunftsweisender Angebote diese Aufgabe.

NW: Offenbar wurde bereits eine Nachfolgerin für dich gefunden und bestimmt. Kannst du uns dazu mehr verraten?

Seit 1. Februar ist Carolin Pecho, gebürtige Kühbacherin mit Wohnort in Passau, zusammen mit mir in der Geschäftsstelle, damit ich ihr die Einarbeitungsphase leichter gestalten konnte. Zum 1. März wird sie die Geschäftsführung schließlich vollständig übernehmen. Glücklicherweise konnte innerhalb kürzester Zeit eine Nachfolge gefunden werden, sodass die Geschäftsvorgänge nahtlos übergehen können. Ich wünsche ihr auf diesem Wege und für die Zukunft des Ilzer Landes auf jeden Fall viel Erfolg und eine tolle Zeit!