2017 bringt gestiegene Belastungen insbesondere für Industriebetriebe

Mit der sogenannten “EEG-Umlage“ werden alle Stromverbraucher an der Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien beteiligt. Zum Jahreswechsel ist diese Umlage auf 6,88 Cent gestiegen – eine erneute Belastung für die niederbayerischen Betriebe, findet IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart. “Die bayerische Wirtschaft spricht sich daher für eine Strompreisbremse aus“, sagt Keilbart. Er verweist auf eine Studie des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) und des Verbands der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft. Demnach kostet die EEG-Umlage die bayerischen Unternehmen im Jahr 2017 rund drei Milliarden Euro. “Im europäischen Vergleich der Strompreise sind unsere Betriebe überdurchschnittlich belastet. Das ist mittlerweile ein echter Standortnachteil, gerade für das in Niederbayern so wichtige produzierende Gewerbe. Die Industriebetriebe als Großverbraucher bekommen das zu spüren, es droht ein schleichender Abwanderungsprozess“, meint Keilbart. Staatliche Steuern und Umlagen machen in Deutschland mehr als die Hälfte des Strompreises aus, das Preisniveau ist daher teilweise doppelt so hoch wie in anderen EU-Ländern.

Die BIHK-Studie macht konkrete Vorschläge für eine Reform der EEG-Umlage. Damit soll die Umlage auf ein wettbewerbsverträgliches Niveau von unter zwei Cent pro Kilowattstunde gedrückt werden. Als erster Schritt und Sofortmaßnahme bis Ende des Jahres solle ein “Streckungsfonds“ stehen, den auch die bayerische Staatsregierung favorisiert. Mit diesem über den Kapitalmarkt finanzierten Staatsfonds könnte die EEG-Umlage erst einmal gedeckelt werden. Als zweiten Schritt sieht die Studie eine Ausweitung der EEG-Umlage auf weitere Energieformen neben dem Strom vor, insbesondere auf Heizenergie. Damit würde das EEG-Umlagekonto weiter gefüllt, was wiederum eine Senkung der Umlage erlaube. Als dritte Komponente wären eine gleichzeitige Senkung der Stromsteuer notwendig.

Walter Keilbart, IHK-Hauptgeschäftsführer

“Die Wirtschaft steht zur Energiewende und trägt diese mit“, bekräftigt Keilbart. “Notwendig ist aber ein langfristig tragfähiges Finanzierungsmodell für den Ausbau der erneuerbaren Energien.“

Die BIHK-Studie zur EEG-Umlage ist im IHK-Internetauftritt abrufbar unter: www.ihk-niederbayern.de/eeg