Dreiflüssestadt, das Passauer Land und die Donau aktuell in der Buchreihe „Lieblingsplätze“

(von Tobias Schmidt)

Eines ist gewiss: es gibt eine Zeit „nach Corona“. Und nach der kollektiven Quarantäne kommen gewiss auch wieder das Ausgehen und Reisen. Zwei aktuell erschienene Bücher machen schon jetzt Lust darauf.

Die Buchreihe „Lieblingsplätze“ im Gmeiner Verlag aus Meßkirch stellt Regionen und Menschen für Langsam- und Genussreisende vor. Neben einschlägig bekannten Orten werden in den mit feuilletonistischer Handschrift zwischen Reiseführer und Reisetagebuch aufwartenden Bänden auch „Geheimtipps“ der jeweiligen Verfasser vorgestellt. Nach seinem Flussporträt „Am Inn“ und dem Oberösterreich-Band in dieser Reihe, schwang sich der gebürtige Passauer Andreas Schöps gemeinsam mit Andreas M. Bräu erneut auf den Drahtesel und radelte diesmal von der Dreiflüssestadt die Donau hinab nach Wien. Von Stephansdom zu Stephansdom sozusagen. Dazwischen finden sich thematisch vielfältige Stationen von für so einen Band Essenziellem wie der Burgruine Dürnstein in der Wachau, wo einst der englische König Richard Löwenherz gefangen saß, dem Stift Melk bis zum Lentos Museum oder Ars Electronica Center als Landmarken unserer Tage. Schöps widmet aber zum Beispiel dem Kruzifix in der Stiftskirche Melk und seinen arg geschundenen, „abgenagten“ Füßen, eine ganze Seite. Oder stellt Österreichs älteste Theaterbühne vor. Bei den Museumsbeiträgen sind die kleinen, thematisch besonderen Häuser besonders gelungene Seiten: das Brotmuseum Asten, das Fahrradmuseum in Ybbs an der Donau, ohne dass der Verfasser an bekannteren Häusern wie dem Kremser Karikaturenmuseum oder Oskar Kokoschka in Pöchlarn und Egon Schiele in Tulln vorbei ginge. Und weil, wer reist auch ab und zu rasten muss, sind zwischen Sehenswürdigkeiten auch jede Menge Besenwirtschaften und auch ein Würstlstand porträtiert. Naturkundliches kommt vielleicht ein wenig kurz, die Burg Clam oder auch die KZ Gedenkstätte Mauthausen wären auch einen Abstecher wert gewesen. Gern auch im Austausch für ein Freizeit- und Baderessort, aber da mag man geteilter Meinung sein.

Kloster Niedernburg (Foto: M.L. Zauner)

Mirja-Leena Zauner, Autorin und geschätzte Kollegin bei der Passauer Neuen Presse, tut sich da bei der Auswahl ihrer Lieblingsplätze in und um Passau natürlich leichter. Veste Oberhaus, Kloster Neuburg, Mariahilf ob Passau, den Wittelsbacherbrunnen auf dem Residenzplatz (kann man auch im Schöps lesen), so weit so erwartbar. Mit der Dackelmuseum, Handwerker-, Galeristen- und Designerporträts, der Aroniaplantage am Langlebenhof oder der Ilztalbahn erhalten hier auch der Stadt von heute prägende Menschen ihren Auftritt. Das setzt Zauner ganz wunderbar auch im Umland fort: mit dem Dschungelcamp Neuhaus am Inn, einer traditionellen Weberei und einem Pionier der ökologischen Landwirtschaft im Oberland, einem Kleinbrauer, einer Biobäckerei mit gläserner Backstube oder auch dem Ortenburger Weiherhaus-Theater. Dank Radwegen, Hinweisen auf Badeseen und Ausflugslokale wird auch dieses Buch zum Immer-wieder-mit-hinaus-Reiseführer.

Passauer Land, Altstadtblick (Foto: Daniel Meier)

Und weil das so ein Buch natürlich mit der Zeit arg strapaziert, gibt es zu beiden Bücher beim Kauf noch das E-Book inklusive – ein toller Service! „Lieblingsplätze Donau Passau – Wien“ von Andreas M. Bräu und Andreas Schöps sowie „Lieblingsplätze in und um Passau“ von Mirja Leena Zauner sind aktuell im (hoffentlich bald wieder öffnenden) Buchhandel erhältlich. Je 192 Seiten kosten 18,- EUR. Als Gästezimmer-, Passau/Donau-Fan-Verschenk- oder auch als eigene Ich-mach-mir-Lust-auf-Heimat-Lektüre seien die zwei Bücher hiermit empfohlen.

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