400 Jahre Herzogsreut: Vorstellung des Buches „Wie hinh mein Schicksal führt“ – Eröffnung der Auswanderer-Ausstellung beim „Wirt“

Herzogsreut. Am Ende ließ es sich Charles Hackl nicht nehmen. Er nahm das Mikrofon und richtete ein paar Worte in einer Mischung aus amerikanischem Englisch, Deutsch und Bayerisch an die zahlreichen Zuhörer im Wirtssaal. Er bedankte ich bei Auswanderer-Forscher und Buchautor Dr. Friedemann Fegert für dessen aufwendige Recherchen. Er bedanke sich aber auch bei allen Herzogsreutern, die an der Organisation dieses „besonderen Abends“ beteiligt waren.

Die Emotionalität von Charles Hackl kommt nicht von ungefähr. Er war gerührt ob der Mühe, die seine Vorfahren auf sich genommen haben, um vom Bayerischen Wald „ins Amerika“ zu kommen. Seine Mutter Katharina „Kati“ Stadler beispielsweise nahm Anfang des 20. Jahrhunderts diesen mühevollen Weg auf sich, um den „Armenhaus Woid“ zu entfliehen – und in Übersee ein neues, besseres Leben zu beginnen.

Auswanderer-Nachfahren, Buchautor, Bürgermeister, Verleger und Vereinsforumsvorsitzender auf einem Bild (Foto: Weigerstorfer)

In detailgenauer und langwieriger Kleinarbeit hat Buchautor und Auswanderer-Forscher Dr. Friedemann Fegert diese eindrucksvolle Geschichte nachkonstruiert. Er konnte sich dabei auf Charles Hackl und Kenneth Madl, dessen Vorfahren aus Bischofsreut stammen, verlassen, die ihn mit umfangreichem Material aus Text und Bild versorgt haben..
Entstanden ist dabei das Buch „Wie hinh mein Schicksal führt“ (Edition Lichtland), das am vergangenen Samstag im Wirtssaal in Herzogsreut, feierlich vorgestellt worden ist. Gleichzeitig wurde eine Auswanderer-Ausstellung eröffnet – bis zum 31. Juli (jeweils Samstag und Sonntag, 10 bis 18 Uhr) wird diese im Gasthaus „Zur Alten Post“ zu sehen sein.
„Home far away from home“ – der Abend im Wirtssaal unter diesem Motto war ein weiterer Punkt im Rahmen des Jubiläumsjahres „400 Jahre Herzogsreut“. Deshalb haben sich die Organisatoren um Christian Schuster ordentlich ins Zeug gelegt, um diese Buchvorstellung und Ausstellungeröffnung zum Highlight werden zu lassen.

Freuten sich über ein gelungenes Werk: Verleger Heinz Lang (v.l.), Vereineforumsvorsitzender Christian Schuster, Bürgermeister Fritz Raab und Buchautor Dr. Friedemann Fegert (Foto: Weigerstorfer)

Die Blaskapelle und die Gitarrengruppe sorgten für den passenden musikalischen Rahmen. Der Frauenförderverein versorgte die Gäste mit Leckereien. Und dass die Auswanderung ein Thema ist, das den ganzen Woid betrifft, wurde alleine durch das bunt gemischte Publikum deutlich, das sich aus Besuchern aus Bischofsreut, Mauth, Waldkirchen und vielen andere Orte zusammensetzte.