Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik in Berlin, erklärt, wie mit einer neuen speziellen Nahttechnik das Auftreten eines erneuten Bandscheibenvorfalls verhindert werden kann

„Seit ein paar Wochen gibt es eine neue Operationstechnik, die das erneute Auftreten eines Bandscheibenvorfalls an gleicher Stelle verhindert. Bei Patienten, die unter starken Rückenschmerzen leiden, die oft auch in die Beine ausstrahlen, ist in den meisten Fällen ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule die Ursache.

Wenn konservative Therapien wie Physiotherapie und die Gabe von Schmerzmitteln nicht helfen, dann empfiehlt sich die Entfernung des überschüssigen Bandscheibengewebes mithilfe mikrochirurgischer Eingriffe. Hierbei besteht der große Vorteil darin, dass dies eine sofortige Reduzierung des Drucks auf die Nerven zur Folge hat. Das Ergebnis: Patienten spüren bereits direkt nach dem Eingriff eine Verbesserung und Linderung der Schmerzen.

Die Resultate dieses Goldstandards sind in der Regel hervorragend und bei einer korrekten Indikation und richtigen Durchführung liegen die Erfolgschancen bei mehr als 90 Prozent. Dennoch tritt bei bis zu 20 Prozent der erfolgreich operierten Patienten ein neuer Vorfall, ein sogenanntes Rezidiv, auf. Patienten leiden dann wieder unter Schmerzen und sind enttäuscht, weil die Operation ihnen nicht geholfen hat. In der Regel ist jedoch weder ein Fehlverhalten des Patienten noch ein Fehler bei der chirurgischen Versorgung der Grund für die Rezidive. Vielmehr tritt der erneute Bandscheibenvorfall auf, weil der Riss im Faserring, durch den das Bandscheibengewebe in den Spinalkanal eingedrungen ist, noch immer offen ist – so kann weiteres Bandscheibenmaterial in den Spinalkanal eintreten und auf den Nerv drücken.

Doch seit einigen Wochen gibt es eine neue Operationstechnik, die die Rezidivrate deutlich verringert. Bei diesem Verfahren, das wir in der Avicenna Klinik als eine der ersten Kliniken in Deutschland seit einer Woche anwenden, kommt eine spezielle Nahttechnik bereits während der Operation zur Entfernung des Vorfalls zum Einsatz, bei der der Faserring fest verschlossen wird. So verheilt der Faserring vollständig und es kann kein weiteres Bandscheibenmaterial in den Kanal eindringen.

Ein weiterer Vorteil gegenüber der Methode, bei der der Riss im Faserring mit einem Titan-Stopfer verschlossen wird, besteht darin, dass bei einer MRT-Kontrolle keine Artefakte, also Schatten, die das Bild undeutlich machen, entstehen. Da die Methode noch so neu ist, besitzt sie noch keinen Namen, doch bereits jetzt gibt sie vielen Patienten Hoffnung.“

Weitere Informationen unter www.avicenna-klinik.de.