Der Bau des Hochwasserschutzes zwischen der Kräutlsteinbrücke und Sulzsteg hat begonnen. Das gab das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf kürzlich bekannt. Auf Einladung von Oberbürgermeister Jürgen Dupper fanden sich Vertreter der Stadtratsfraktionen vor Ort ein, um sich ein Bild über die rund zwei Jahre dauernde Maßnahme zu machen.

„Ich bin sehr erfreut, dass nun ein weiterer Bereich im Stadtgebiet einen Hochwasserschutz bekommt. In Lindau kommt er der Bürgerschaft in den Siedlungsgebieten ebenso zugute wie den dort angesiedelten Betrieben. Der Teilabschnitt bis Sulzsteg bringt eine deutliche Verbesserung der Situation, weshalb ich dem Freistaat Bayern im Namen des gesamten Stadtrats herzlich für die Planungen und die jetzige Umsetzung danke“, so das Stadtoberhaupt.

Auf der Datengrundlage des Hochwassers von 2013 hat das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf in einer Machbarkeitsstudie festgestellt, dass ein Hochwasserschutz in Lindau wirtschaftlich und technisch umsetzbar ist. In der Folge brachte der Stadtrat die Grundlagenermittlung und die Vorplanung (2015) sowie die Entwurfs- und Genehmigungsplanung (2016) auf den Weg, die auch in einer Bürgerversammlung vorgestellt wurde. 2018 erfolgte der Abschluss der Bau- und Unterhaltungsvereinbarung mit dem Freistaat Bayern, die der Stadtrat nach einer Präsentation der Planungen inklusive Kostenschätzung 2019 nochmals bestätigte.

Umgesetzt wird nun in 7 Planungsabschnitten eine 1.275 Meter lange Schutzlinie, die mit dem Anschluss an die bestehende private Hochwasserschutz-Anlage an der Kräutlsteinbrücke beginnt, stromabwärts entlang der uferabgewandten Seite der B 388 führt und auf Höhe der Einmündung Sulzsteg in einer Geländeanhebung am Scharbach endet. Eine Untergrundabdichtung wird auf ganzer Länge vorgenommen, wobei die Tiefe der Gründung zwischen 2 und 6 Meter beträgt. Der Grundschutz wird im Wesentlichen durch eine 1.060 Meter lange Betonwand, teilweise mit Matritzenstruktur, mit einer Höhe von 1 bis 3 Metern sichergestellt, im östlichen Bereich sorgt dafür ein 115 Meter langer Hochwasserdeich mit einer Kronenbreite von 4 Metern und einer Spundwandinnenabdichtung. Die Straßeneinmündungen Lindau, Schulbergstraße und Sulzsteg werden nur im Hochwasserfall mit mobilen Dammbalken in Alu-Bauweise verschlossen, wobei die Höhen zwischen 1 und 5,40 Meter variieren. Um das Oberflächenwasser auf der vor dem Hochwasser geschützten Fläche auch bei geschlossener Hochwasserschutzlinie abpumpen zu können, werden Druckleitungen mit bis zu 2,2 Metern Durchmesser sowie 5 unterirdische Pumpwerke errichtet.

Die Gesamtkosten für Bau und Planung werden auf rund 21 Millionen Euro geschätzt, die vom Freistaat Bayern, der Stadt Passau und von der Europäische Union getragen werden.

×

(Anzeige)

 

×