Landesdelegiertenversammlung des
Bayerischen Gärtnerei-Verbands e.V.

Fürstenfeldbruck. Der Münchner Gärtnermeister Hermann Berchtenbreiter wurde bei der Landesdelegiertenversammlung des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes e.V. (BGV) am 29.9.2020 in Fürstenfeldbruck mit überzeugender Mehrheit für vier Jahre zum Präsidenten des Berufsverbandes gewählt. Er folgt damit Roland Albert, der dieses Amt 14 Jahre bekleidete.

Der 60-jährige Hermann Berchtenbreiter betreibt in München-Giesing eine Friedhofsgärtnerei sowie einen gärtnerischen Endverkauf. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Karin und seiner Tochter Alexandra. Auch Sohn Andreas und Tochter Marina sind dem Gartenbau verbunden. Einen großen Teil der für die Grabbepflanzung benötigten Pflanzen produziert er am Firmensitz mitten in der Großstadt München.

Landesdelegiertenversammlung mit Abstand – disziplinierte Teilnehmer an der Versammlung (Foto: BGV)

Schon früh startete Berchtenbreiter seine Karriere in gärtnerischen Verbänden. Als Vorsitzender der Bayerischen Junggärtner gehörte er schon mit 22 Jahren dem Präsidium des BGV an. Als Vorsitzender des Verwaltungsrats der TBF Treuhandgesellschaft Bayerischer Friedhofsgärtner mbH steuerte er über fast 2 Jahrzehnte maßgeblich die Geschicke dieser Organisation und gehörte wiederum dem BGV-Präsidium an. Im Jahr 2009 wurde er zum Vizepräsidenten und Schatzmeister gewählt. Dieses Engagement blieb auch der Gartenbau-Versicherung VVaG nicht verborgen, die ihn im Jahr 2008 in den Aufsichtsrat gewählt hat, dem er weiterhin angehören wird.

In seiner Antrittsrede verdeutlichte er, dass der Verband durch seine Arbeit in der Coronakrisenzeit, gestärkt in die Zukunft schauen könne. Kollegen, die in der Vergangenheit ihre Mitgliedschaft immer wieder in Frage gestellt hatten, seien in diesem Jahr zu überzeugten Mitgliedern geworden. Er erhofft sich, dass dieses Selbstbewusstsein zu neuen Mitgliedern führen könne, da die erfolgreichste Einwerbung der Kollegen schon immer am besten aus den Reihen der Mitglieder gekommen sei.

Der neue BGV-Präsident Hermann Berchtenbreiter erläutert nach seiner Wahl sein Programm (Foto: BGV)

Berchtenbreiter betonte, dass Verbandsarbeit stets Teamarbeit sei. Das haben auch die in der Coronakrise von der Führungsspitze erbetenen vielfältigen politischen Kontakte gezeigt. Doch auch die Arbeit in den Gremien sei erfolgreich, weil jeder seine Expertise und Erfahrung einbringe.

Die letzten Monate seien für ihn, so Berchtenbreiter weiter, auch ein Lehrstück darüber gewesen, wie wichtig die Wahrnehmung der Branche durch politisch Verantwortliche sei. Deshalb sieht er neben der für ihn sehr wichtigen Arbeit nach innen zu den Mitgliedern hin, den kontinuierlichen Dialog mit der Politik und der Verwaltung als unabdingbar an. Nicht immer sei man mit den eigenen Anliegen erfolgreich. Verärgert zeigte er sich darüber, dass die bayerische Staatsregierung nicht Willens sei, unterschiedliche Anforderungen aus Bundes- und Landesregelungen in ein für den Unternehmer handhabbares Dokument zu vereinen. Dieses Ansinnen wurde an die Verwaltung des Sozialministeriums verwiesen, die sich dazu nicht in der Lage sieht und die Aufgabe an tausende bayerische Unternehmen zurückdelegiert.

Die Erlaubnis, Gärtnereien bereits am 20. April und somit eine Woche vor dem übrigen Einzelhandel öffnen zu dürfen, zeige aber auch, dass man über bestehende Netzwerke in die Politik auch sehr kurzfristig Erfolge verzeichnen könne. Der gärtnerische Berufsstand konnte die Bedenken des bayerischen Ministerpräsidenten, geäußert in einem Interview in Berlin, ausräumen und überzeugend verdeutlichen, dass die Gärtnerbranche bestens mit Konzepten und Materialien für die Wiedereröffnung vorbereitet sei.

Zusammenarbeit und Verbünde sieht er aber auch verbandsübergreifend als ein zentrales Element der Verbandsarbeit an, sei es innerhalb Bayerns z.B. in der Landesvereinigung Gartenbau Bayern e.V. oder im Zentralverband Gartenbau e.V.

Willy Enßlin zum Vizepräsidenten des BGV gewählt

Einstimmig wurde Gärtnermeister Willy Enßlin aus Nördlingen am 29.9.2020 von den Delegierten des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes e.V. bei der Jahrestagung in Fürstenfeldbruck für drei Jahre zum Vizepräsidenten gewählt. Gemeinsam mit Präsident Hermann Berchtenbreiter, München, und dem Schatzmeister und Vizepräsidenten Herbert Puffer, Laufen, führt er nun die Geschicke des Unternehmerverbandes.

Willy Enßlin betreibt gemeinsam mit seiner Frau Stefanie eine Baumschule und einen umfassenden gärtnerischen Endverkauf inklusive hochwertiger Floristik. Die Töchter Natalie und Anna-Maria arbeiten bereits im Unternehmen und die jüngste Tochter Luise studiert aktuell Landschaftsarchitektur.

Willy Enßlin (Bildmitte) nimmt die Glückwünsche zu seiner Wahl zum Vizepräsidenten vom BGV-Präsidenten Hermann Berchtenbreiter (links) und Schatzmeister Herbert Puffer (rechts) entgegen (Foto: Corina Steffl)

Enßlin bringt aus seiner Vorstandstätigkeit im Bund deutscher Baumschulen Landesverband Bayern e.V. viel Erfahrung in der Verbandsarbeit mit. Auch wenn er mit Leib und Seele Baumschuler ist, sieht er durch die Veränderungen in seinem Unternehmen sein zukünftiges ehrenamtliches Engagement im BGV als sinnvoll an. Auch in den Gremien der Bayerischen Landesgartenschau GmbH sowie in verschiedenen Aufsichtsräten in bayerischen Gartenschaukommunen arbeitet er schon viele Jahre mit und wird dieses Engagement nunmehr für den BGV fortsetzen.

Roland Albert zum Ehrenpräsidenten ernannt

Nach 23 Jahren Verbandsarbeit innerhalb des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes e.V. (BGV) endete eine Ära, so der neue BGV-Präsident Hermann Berchtenbreiter, über Roland Albert aus Mömbris. Folgerichtig ernannte ihn das Präsidium des BGV am Tage seines Ausscheidens am 29.9.2020 in Fürstenfeldbruck aus dem aktiven Amt zum Ehrenpräsidenten des Verbandes.

Die Landesdelegiertenversammlung des BGV stand am Vormittag ganz im Zeichen des Dankes und der Anerkennung für das Engagement Alberts innerhalb des BGV und vielen Aufgaben und Funktionen, die aus diesem Amt erwachsen sind.

Im Jahr 2003 wurde Albert Vizepräsident und 2006 Präsident des BGV. Im gleichen Jahr wurde er auch zum Vorsitzenden der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen mbH, heute Bayerische Landesgartenschau GmbH, München, gewählt. Diese Aufgabe und dieses Thema entwickelte sich zu einem seiner zentralen Arbeitsschwerpunkte. Die dort gewonnenen politischen Kontakte konnte er auch für die Arbeit im Verband erfolgreich einsetzen.

„Gartenbauminister“ a.D. Helmut Brunner, von 2008 bis 2018 bayerischer Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, ließ es sich nicht nehmen, die langjährige vertrauensvolle am Ende auch freundschaftliche Zusammenarbeit anhand vieler Beispiele zu würdigen. Menschlich angenehm im Umgang, in der Sache immer hartnäckig ohne das Gegenüber zu überfordern. Er sei auch mit Humor und Selbstbewusstsein gesegnet, was durch die Übergabe eines Schildes deutlich wurde, auf dem die Bezeichnung des Staatsministeriums dahingehend ergänzt wurde, dass „Gartenbau“ im Namen berücksichtigt wurde. Das Schild sei im Hause immer noch existent und rufe somit den Gartenbau immer wieder ins Gedächtnis. Brunner „entschuldigte“ sich, dass er wohl nicht lange genug Staatsminister gewesen sei, um diese Änderungen noch zu vollziehen. Mit einem Zitat von Adolf Kolping „Nur die Tat ziert den Mann“ machte Brunner deutlich, dass Albert dem gesprochenen Wort auch stets Taten folgen ließ.

Der Präsident des Zentralverbandes Gartenbau e.V. (ZVG), Berlin, Jürgen Mertz, erwähnte eingangs, wie ungern er an Veranstaltungen teilnehme, die Jubiläen oder Ehrungen zum Zweck haben. Umso mehr dürfe sich Albert geehrt fühlen, dass er gemeinsam mit den Landesverbandspräsidenten Volker Schmitt (Rheinland-Pfalz) und Gerhard Hugenschmidt (Baden-Württemberg und Hessen) heute dabei sei, um einem auch in die Bundespolitik gut vernetzten Kollegen zu danken. Sein Meisterstück sei dabei der Erhalt des ermäßigten Steuersatzes für Pflanzen und Blumen im Jahr 2003. Viele wichtige politische Akteure aus der Regierungskoalition von SPD und Grünen stammten aus Unterfranken. Albert gelang es zu allen einen „Draht“ aufzubauen und von den negativen wirtschaftlichen Folgen auf die Arbeitsplätze im Gartenbau und der Floristik zu überzeugen. Der ZVG bat ihn folgerichtig auch, bei einer Anhörung zum Subventionsabbaugesetz den Berufsstand in Berlin zu vertreten. Deshalb, so Mertz weiter, sei seine Anwesenheit heute auch als Dank für dieses erfolgreiche Wirken zu verstehen.

Roland Albert (Mitte) erhält die Ehrenurkunde aus den Händen von BGV-Präsident Hermann Berchtenbreiter (links) und Vizepräsident Herbert Puffer (rechts) – Foto: BGV

Gerhard Zäh überbrachte in seinem Grußwort für die Landesvereinigung Gartenbau Bayern e.V. die Grüße des Berufsstandes. In seiner Ansprache bezeichnet er Albert als „Vater der Landesvereinigung Gartenbau“. „Groß denken und etwas bewegen“, so Zäh weiter, war eben auch notwendig um die Landesvereinigung zu gründen. Gegen teilweise nicht unerheblichen Widerstand aus den eigenen Reihen, erkannte Albert frühzeitig die Bedeutung eines gemeinsamen Sprachrohrs des Gartenbaus als Ganzes, vom Pflanzenproduzenten bis hin zu den Freizeitgärtnern. Dass es ihm gelungen ist, von der Idee bis zur Realisierung in weniger als 2 Jahren die Gründung mit der Verabschiedung der Münchner Erklärung vom 29. Februar 2008 durchzusetzen, zeigt, dass eine Idee nicht alleine ausreicht, es braucht auch die Personen, die ein solches Ziel hartnäckig verfolgen.
Als Präsident des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern e.V. (VGL) zeichnete Gerhard Zäh Roland Albert mit der höchsten Auszeichnung des VGL aus, dem „Großen Löwen“ des bayerischen Landschaftsbau.

Der 69-jährige Roland Albert erwiderte die Reden auf seine besondere Art und spielte auf seiner Posaune den durch Frank Sinatra bekannt gewordenen Song „My Way“.

Roland Albert (rechts) wird durch den VGL-Präsidenten Gerhard Zäh mit dem „Großen Löwen“ des bayerischen Landschaftsbaus ausgezeichnet (Foto: BGV)
ZVG-Präsident Jürgen Mertz (links) dankt Roland Albert (Bildmitte) für sein berufsständisches Engagement. Vizepräsident und Moderator Herbert Puffer freut sich mit Albert (Foto: Corina Steffl)
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