AOK und Kinderklinik Passau kooperieren bei der Unterstützung von Risikoschwangeren und Eltern von kranken Neu- und Frühgeborenen

Expertenteam begleitet und berät betroffene Familien

Passau. Es ist eine bayernweit bisher einzigartige Kooperation, die die Kinderklinik Dritter Orden Passau mit der AOK Bayern eingegangen ist. Ab dem 1. April können Frauen mit Problemen in der Schwangerschaft und Eltern von kranken Neu- und Frühgeborenen auf das spezielle Beratungs- und Unterstützungskonzept PAula® an der Kinderklinik zurückgreifen.

„Mit einem interdisziplinären Team stehen wir Schwangeren mit speziellen Problemen und Eltern von kranken Neu- und Frühgeborenen mit einem fundierten Informationsangebot zur Seite. Wir beantworten Fragen, erläutern Unterstützungsangebote und nehmen sie bei der Hand“, erklärt Eva Fiedler vom Case-Managementteam an der Kinderklinik das Konzept. Es gelte den Familien bei Bedarf schon vor der Geburt ihres Kindes die Angst zunehmen und sie zu begleiten. „Wenn es um die Versorgung kranker Kinder geht, sind Eltern für uns als Kinderärzte ein unverzichtbarer Partner. Wir brauchen gut informierte, unterstützte und begleitete Eltern, damit diese trotz der Belastung eine gute Eltern-Kind Bindung, elterliche Selbstwirksamkeit und Kompetenz aufbauen können. Davon sind langfristig unter anderem die kindliche Entwicklung und die Lebensqualität der Familie entscheidend abhängig“, betont auch Oberarzt Dr. Michael Zeller als ärztlicher Leiter von PAula® weiter.

„Weil gute Begleitung entscheidend sein kann“

Die Kinderklinik Dritter Orden Passau hat bereits vor einigen Jahren das Beratungskonzept NeoPAss® für eine ganzheitliche Betreuung von kranken Kindern und ihren Familien ins Leben gerufen. 2015 wurde dieses speziell entwickelte Modell mit dem Bayerischen Gesundheitspreis ausgezeichnet. Um Familien noch umfassender zu betreuen, hat die Kinderklinik gemeinsam mit der AOK Bayern nun PAula® entwickelt. Bei der Versorgung kranker Kinder setzen die Kinderklinik in Passau sowie die AOK Bayern neben den Eltern vor allem auch auf die niedergelassenen Ärzte: „Sie sind unsere unverzichtbar wertvollen Partner in unserem Netzwerk und bleiben wie bisher der Ansprechpartner für Familien“, so Prof. Dr. Matthias Keller, Chefarzt der Kinderklinik.

Kinderklinik und AOK bei der Vertragsunterzeichnung von PAula®, (v.l.) AOK-Direktor Günter Schober, Kinderklinik-Chefarzt Prof. Dr. Matthias Keller, Peter Krase (AOK-Ressortdirektor Leistungsmanagement) und Martin Steidler (AOK-Bereichsleiter Versorgungsmanagement) – Foto: Kinderklinik

„Die regionalen Versorgungsstrukturen für kranke Kinder und ihre Eltern sollen eben ganz im Sinne der Familien in einem Netzwerk gebündelt werden – PAula® ist ein einzigartiges Angebot und wir freuen uns, dieses gemeinsam mit der Kinderklinik für die Region Ostbayern anbieten zu können!“, so auch der Passauer AOK-Direktor Günter Schober.

„Mein Fehler war, ich hab im Internet geschaut!“

Barbara Lang und ihr Mann Thomas haben selbst zahlreiche dieser Angststunden durchlebt. Im Jahr 2014 hat die Familie aus der Nähe von Jandelsbrunn Zwillinge bekommen und schon in der Schwangerschaft kam die Diagnose, dass die kleine Vroni eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte hat. „Ab dem Moment der Diagnose hatte ich nur noch Angst und musste viel weinen. Mein Fehler war, dass ich im Internet danach geschaut hatte – das hatte alles nur noch schlimmer gemacht“, erzählt die Zwillingsmama heute. Vor allem die Unwissenheit über die Fehlbildung und den Verlauf der Geburt sowie die anschließenden Maßnahmen, hat die Familie in Schrecken versetzt. Auch Oberarzt Zeller kann sich noch erinnern: „Erstmal war da nur Panik bei den Eltern.“ Schon 2014 habe sich das Team der Kinderklinik in Passau, gemeinsam mit der Klinik in Regensburg und dem Klinikum Passau den Sorgen und Ängsten der Familie angenommen, den Befund kinderärztlich erklärt, die Therapie und den weiteren Weg aufgezeigt – „man kann sagen: das klassische PAula®-Konzept, von der pränatalen Betreuung bis weit nach Entlassung.“
Den heute dreijährigen Zwillingsmädchen Vroni und Vreni geht es mittlerweile richtig gut. „Vroni hat schon große Operationen hinter sich und es kommt auch noch einiges auf uns zu, aber sie entwickelt sich prächtig und wir sind sehr stolz auf sie“, so Mama und Papa Lang. Aus heutiger Sicht kann die Familie das Beratungs- und Betreuungskonzept der Kinderklinik nur begrüßen: „Es ist wichtig zu wissen, dass man nicht alleine ist“, so Barbara Lang.

„Mit PAula® wollen wir nachhaltig psychischen Belastungen und Stresssituationen bei Familien vorbeugen und die Familie als Ganzes in den Behandlungspfad integrieren“, erklären Fiedler und Blöchl abschließend. Es gelte einen roten Faden rund um die Geburt, mit Beginn der Schwangerschaft, bis hin zur ambulanten Nachversorgung des kranken oder zu früh geborenen Kindes, zu spannen. „Wir wollen die Familien durch das Gesundheitssystem hindurchleiten.“

(Titelbild: Familie Lang war froh, dass sie auf eine spezielle Beratung zurückgreifen konnte und kann das Beratungs- und Fallmanagementkonzept PAula® nur begrüßen; v.l. Elisabeth Blöchl (Case-Managerin, Kinderklinik), Papa Thomas Lang mit Vreni, die große Schwester Leni, Mama Barbara mit Vroni, Monika Schober (Bereichsleitung Privatkunden, AOK) und Eva Fiedler (Case-Managerin, Kinderklinik) – Foto: Kinderklinik)

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