„Wolfi“ kommentiert wieder in der Galerie Eva Priller das Passauer Stadtleben

(von Tobias Schmidt)

Achtung, „heraldischer Grantler“ unterwegs! Die Passauer Künstlerin Eva Priller hat den von ihr liebevoll „Wolfi“ genannten roten Passauer Wolf wieder die Altstadt durchstreifen sehen.

Im unlängst wiedereröffneten Lesesaal der Staatlichen Bibliothek soll er gesessen haben und mit Blick auf den dortigen „gläsernen Himmel“ ein „Es werde Licht“ gejault haben. Apropos Licht, zur sommerlichen Licht- und Klanginstallation am Dom zum Thema 2000 Jahren Passauer Kirchengeschichte, gibt er auch seinen Kommentar. Schließlich soll der Passauer Wolf ja durch einem dereinst vom Hof der bayerischen Herzöge vertriebenen und später hingerichteten und geschundenen Passauer Domherrn ins Wappen der Dreiflüssestadt gekommen sein. Das ist zwar schon knapp 800 Jahre her, aber so ein Isegrim ist durchaus nachtragend. Groll über gefälltes Grün, Hadern mit Haute volée aus Politik und Geistlichkeit.

„Wolfi“ ist bisweilen so verwirrt und zornig wie am „Dies irae“, am Tag des Jüngsten Gerichts: für welche Seite soll er sich nur entscheiden? Die mit den Schafen, oder die mit den Hammeln? Überdies ist ihm auch speiübel. Doch es ist nicht etwa der Weihnachtsbraten. Nein, „Wolfi hat zu viel Kreide gefressen“, er ist immer noch viel zu milde gestimmt, das stößt ihm auf. Eva Priller stellt wieder eine Auswahl ihrer, von schneller Hand ausgeführten karikaturistischen Kommentare mit „Wolfi“ aus.

Eva Priller “Wolfi hat zuviel Kreide gefressen“ (Assemblage, 2018) – Quelle: Priller

Die Collagen und Assemblagen sind vom 8. Dezember bis 5. Januar in ihrer Galerie in der Höllgasse/Ecke Kleine Messergasse jeweils Donnerstag-Samstag 15-18 Uhr sowie nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 0160 2146026 zu sehen. Eintritt frei. Vernissage ist am Freitag, 7. Dezember um 18.30 Uhr.