Bundeszuschuss für neues Projekt zur Glasgestaltung an Schulen

Seit Jahrhunderten ist der Werkstoff Glas nicht mehr aus dem Bayerischen und Oberpfälzer Wald wegzudenken. Kein anderes Material hat den ostbayerischen Landstrich so in wirtschaftlicher und kulturgeschichtlicher Hinsicht geprägt. Um den wichtigen Wirtschaftszweig Glas sowie das Wissen um seine Herstellung, Verarbeitung und Gestaltung auch weiterhin zu erhalten, startet die Kreisentwicklungsgesellschaft ARBERLAND REGio in Kooperation mit der Glasfachschule Zwiesel und dem Glasmuseum Frauenau das Projekt „Ostbayerische Initiative – Zukunft Glasgestaltung“.

„Mit dem Projekt sollen Schüler und Lehrkräfte für die gestalterische Arbeit mit dem Werkstoff Glas wie auch für die Bedeutung von Design begeistert werden“ – erklärt Stephan Lang, Projektleiter und Koordinator des Netzwerks Glas bei der ARBERLAND REGio. Mit einem Projektvolumen von 120.000 Euro wird dieses Vorhaben sowohl aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, innerhalb des Förderprogramms LandKULTUR, als auch durch einen Beitrag des Vereins zur Förderung der Forschung und Entwicklung im Bereich der Glasindustrie und des Glashandwerks in Ostbayern (Förderverein Glas) finanziert. Der Bundestagsabgeordnete Alois Rainer, der den Förderantrag der ARBERLAND REGio zusammen mit Staatsminister a.D. Helmut Brunner unterstützte, ist sehr erfreut „dass hier ein wichtiger Beitrag zur Förderung des immateriellen Kulturerbes Glasgestaltung mithilfe von Bundesmitteln geleistet werden kann“. Der Antrag der ARBERLAND REGio sei in einem zweistufigen Bewerbungsverfahren aus insgesamt 900 Einreichungen ausgewählt worden, so Alois Rainer. Landrätin Rita Röhrl, Vorsitzende des Fördervereins Glas, dankte Bundestagsabgeordneten Rainer für seinen Einsatz: „Der Bundeszuschuss stärke die Glasbranche und ermögliche es, an Schulen entlang der Glasstraße von Passau bis Waldsassen die Bedeutung des Werkstoffs Glas in den Fokus zu rücken.“

Um die Begeisterung der Jugend für Glas neu zu entfachen und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten im Glasbereich aufzuzeigen, sind im dreijährigen Projektverlauf zum einen Fortbildungen für Lehrkräfte an der Glasfachschule Zwiesel sowie am Glasmuseum Frauenau und zum anderen Schülerworkshops an niederbayerischen und oberpfälzischen Schulen bzw. im Rahmen der Museumspädagogik des Glasmuseums geplant. Beide Maßnahmen sollen einen Einblick in die gestalterische Arbeit mit Glas geben, die Kreativität fördern und aufzeigen, dass einfache Werkstücke auch im Kunst- und Werkunterricht umgesetzt werden können.

Hans Wudy, Schulleiter der Glasfachschule Zwiesel, freute sich, dass es gelungen ist, dieses zwei Regierungsbezirke umfassende Projekt an den Start zu bringen: „Wir möchten die nächsten drei Jahre nutzen, um neben den Schülern gezielt Lehrkräfte als Multiplikatoren anzusprechen und ihnen Beispiele für die kreative Arbeit mit Glas im Unterricht an die Hand zu geben.“ Man hoffe, auf diesem Weg mittelfristig auch wieder mehr Jugendliche für die glasgestaltenden Berufe gewinnen zu können. Als zusätzlicher Anstoß findet projektbegleitend ein jährlicher Designwettbewerb statt, bei dem Schüler eigene Glasdesignentwürfe einreichen können. Die Gewinner erwartet die Umsetzung ihrer Modellskizzen in Glas im Rahmen eines Glaserlebnistages an der Glasfachschule Zwiesel.

Karin Rühl, Direktorin des Glasmuseums Frauenau, betonte, dass das Projekt für das Glasmuseum und die Glasfachschule Zwiesel auch die Chance biete, die Vernetzung zu den Schulen auszubauen: „Gemeinsam möchten wir Schülern und Lehrkräften die Besonderheit dieses einzigartigen Werkstoffs in seiner geschichtlichen, wirtschaftlichen und beruflichen Dimension vermitteln.“

Herbert Unnasch, ARBERLAND REGio-Geschäftsführer, dankte den Partnern für die Zusammenarbeit bei der Antragstellung und für ihren Einsatz bei diesem bislang größten Glasprojekt an Schulen.