Umfrage der DGB-Jugend Bayern zeigt: Lange Fahrtwege und hohe Fahrtkosten sind Alltag für viele Auszubildende

Birkner: „Wir brauchen im Freistaat jetzt kostengünstiges, flächendeckendes 365 Euro-Ticket für Auszubildende und dual Studierende!“

Mehr als drei Viertel (77,7 %) der Auszubildenden zahlen monatlich mehr als 50 Euro für die Fahrtkosten zum Ausbildungsbetrieb oder zur Berufsschule, knapp 40 Prozent haben gar Fahrtkosten von mehr als 100 Euro pro Monat. Das ist eines der zentralen Ergebnisse einer Online-Umfrage* der DGB-Jugend Bayern zur Mobilität in der Ausbildung. Beispielsweise kostet eine Fahrt mit der Bahn von Landshut nach Vilsbiburg und zurück 14,20 Euro oder eine Monatskarte für den Bus von Hengersberg nach Deggendorf 67,30 Euro für Auszubildende. Zudem sind auch lange Fahrtwege in die Ausbildungsstätten für viele Auszubildende Alltag. So müssen 34,8 Prozent der Befragten mehr als 20 Kilometer zum Betrieb zurücklegen, 11,9 Prozent fahren 40 Kilometer und mehr. Für den Weg zur Berufsschule müssen 30 Prozent der befragten Auszubildenden über 40 Kilometer zurücklegen.

Hierzu sagt Martin Birkner, DGB-Jugendsekretär für die Region Niederbayern: „Die Kosten für den Weg zur Ausbildung sind im Vergleich zur aktuellen Mindestausbildungsvergütung von 515 Euro pro Monat im ersten Ausbildungsjahr zu hoch. Jungen Menschen sollte auch ein Anreiz gegeben werden, am frühen Morgen oder nach einem langen Arbeitstag den ÖPNV zu nutzen. In Bus und Bahn können die jungen Menschen abschalten und kommen entspannt im Betrieb oder Heimatort an. Ich selbst bin froh, wenn ich im Zug die Augen schließen kann“, so Birkner.

Knapp 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie den Betrieb ‚gar nicht‘ oder ‚weniger gut‘ mit dem ÖPNV erreichen. Bei der Berufsschule sind es 24,8 Prozent. „Daher ist es dringend notwendig, den ÖPNV flächendeckend und schnell auszubauen. Darüber hinaus brauchen wir im Freistaat jetzt ein kostengünstiges, flächendeckendes 365 €-Ticket für Auszubildende und dual Studierende. Langfristig fordern wir jedoch ein kostenfreies Azubiticket. Hier sehen wir auch die Ausbildungsbetriebe in der Pflicht, für die Fahrtkosten ihrer Auszubildenden aufzukommen“, so Birkner abschießend.

Die Auswertung der Online-Umfrage kann in Broschürenform hier heruntergeladen werden.


*Die Ergebnisse basieren auf einer Stichprobe von 569 ausgewerteten Datensätzen. Dabei wurden die Antworten der Auszubildenden einbezogen, deren Wohnsitz in Bayern liegt oder bei denen sich die Berufsschule bzw. der Betrieb im Bundesland befindet.