Verein „Gemeinsam leben & lernen in Europa“ organisiert Angebote über Facebook und startet Online-Sprachpatenprojekt

„Als wir uns schon letzte Woche am Donnerstag entschlossen, unseren Gemeinschaftsraum bis mindestens 19. April zu schließen und keine Veranstaltungen mehr durchzuführen, überlegte ich mir gleich, was wir dennoch tun können, um Menschen zusammenzubringen und zu informieren,“ erzählt Perdita Wingerter, Geschäftsführerin von „Gemeinsam leben & lernen in Europa“.

Schon am Freitag wurde entschieden, dass das komplette Ehrenamtsteam des Vereins zu Hause bleiben sollte. Am Wochenende bereitete Wingerter den Ernstfall vor und stellte die gesamte Organisation auf Online-Zusammenarbeit um. Seit Montag ist das Team der aktuell 10 Ehrenamtlichen voll aktionsfähig und im Einsatz. „Jeden Tag um 11 Uhr haben wir eine Teamsitzung per Skype und sprechen unsere Ideen und Einsätze ab,“ berichtet Bundesfreiwilligendienstlerin Freya Holz. „Nur gestern hatte ich eine Zeitlang keinen Strom, aber da wurde ich über Telegram und WhatsApp von den anderen informiert, was wir besprochen hatten.“ Für die gemeinsamen Daten wird der Online-Dienst Trello genutzt und die laufende Kommunikation wird über eine gemeinsame Gruppe im Messenger-Dienst Telegram organisiert. „Ich koordiniere ja die lokalen Aktionen unser europäisches Jugendengagement-Projekt. Da habe ich nun alle relevanten Dokumente hochgeladen und die Aufgaben den einzelnen Personen zugeordnet. Das klappt ganz gut!“ ist Bundesfreiwilligendienstler Michael Schimmer begeistert.

Auch ein Social-Media-Team koordiniert die Beiträge auf Facebook und Instagram. „Da ja die Aktivitäten im Gemeinschaftsraum nicht stattfinden können, versuchen wir ähnliche Angebote über Facebook zu organisieren,“ informiert Marie Popp, die gerade ein Praktikum beim Verein macht. So wurde anstelle des Spieleabends im Gemeinschaftsraum 2

Spiele vorgestellt, die man Zuhause spielen kann und wo man nur Papier und Stifte braucht. „Wir versuchen Vieles auch zu übersetzten, da uns ja auch viele Migranten und Geflüchtete abonniert haben,“ erklärt Julia Vollbrecht, die ebenfalls gerade ein Praktikum macht. So gab es schon letzten Sonntag eine Info zur Corona-Krise in den wichtigsten Sprachen. Die Ehrenamtliche Sabrina Hoffmann sammelt wichtige und notwendige Informationen rund ums Thema Corona, veröffentlicht aber auch 2 bis 3 mal die Woche Neuigkeiten aus der Welt, die nichts mit Corona zu tun haben. Da die Brotback-Aktion „Solidarity Bread“ ausfällt, gibt es ein Rezept zum Brotbacken und die Leute werden aufgefordert, dies jemanden Bedürftigen zukommen zu lassen. Dann werden kostenlose Online-Bildungsangebote vorgestellt und Bundesfreiwilliger Omar Al Buhkari testet zurzeit die kostenlosen Online-Angebote zum Deutschlernen und stellt gute Angebote vor. Da die Ehrenamtsschulung zu Teamführung und Konfliktmanagement ausfällt, wird es am Samstag einen Post mit Tipps zu Online-Videos zu diesem Thema geben. Auch die Kreativität kommt nicht zu kurz: es wird regelmäßig Tipps zum Selberbasteln und Gestalten geben. Eine Ehrenamtliche plant sogar Online-Videos zu produzieren. Nur wie das „Sing mit mir“ nächsten Mittwoch online organisiert werden kann, ist noch nicht klar. „Aber da wird uns sicher noch was Gutes einfallen!“ ist Ehrenamtliche Lisa Schachner überzeugt.

Die ehrenamtlichen Sprachpatenprojekte und das Café Deutsch finden ja zurzeit ebenfalls nicht statt. Aber auch dafür ist eine Lösung in Sicht: „Wir starten ab nächster Woche ein Online-Sprachpatenprojekt,“ kündigt Perdita Wingerter an. Gesucht werden Deutsche, die bereit sind über Skype mit Geflüchteten oder Migranten eine Stunde Deutsch zu sprechen. Interessierte Geflüchtete und Migranten, die ebenfalls über Smartphone oder Rechner Skypen können, melden sich ebenfalls beim Verein und dieser bringt dann die Sprachpaten-Paare zusammen. Wer Interesse hat, meldet sich per Email unter info@gemeinsam-in-europa.de oder hinterlässt auf der Facebook-Seite des Vereins eine Nachricht. Auf der Facebook-Seite @Gemeinsam.in.Europa werden alle Angebote veröffentlicht.

„Dies ist eine ganz besondere Zeit, wo die meisten von uns zu Hause bleiben und innehalten müssen“, sagt Perdita Wingerter. „Aber diese Zeit können wir auch sinnvoll nutzen, um zu lernen, um miteinander zu sprechen, unsere kreativen Seiten zu entdecken und Gemeinschaft mal ganz neu zu erleben. Wir wollen dazu beitragen, dass das Miteinander weiterhin gut funktioniert und freuen uns über alle die dazu beitragen!“

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