Eine neue Konzertreihe Peter Walchshäusls widmet sich Franz Schubert

(von Tobias Schmidt)

Passau. „Schubert Pur“ heißt der neue Kavierzyklus von Peter Walchshäusl.
An fünf Konzertabenden zwischen November 2017 und Mai 2018 unternimmt der Passauer Pianist im Klavierhaus Piano Mora eine konzertante musikalische Charakterstudie anhand von elf Klaviersonaten Franz Schuberts (1797-1828) sowie einiger Fantasien und Impromptus.
Das ist Musik, die recht lange missverstanden wurde. Die Klaviersonate galt mit dem um einige Jahre älteren und ebenfalls in Wien arbeitenden Ludwig van Beethoven als formal vollendet und ausgereizt.
Kompositionen wie Architektur seien das, Schubert hingegen habe „traumwandlerisch gearbeitet“ – heute weiß man, dass dies einen veralteten Forschungsstand wiedergibt, doch wenn so ein Diktum von einem Jahrhundertpianisten wie Alfred Brendel kommt, bleibt es eben haften.

War Franz Schubert also ein geradezu manisch um eine Erweiterung der Formensprache der Klaviersololiteratur Bemühter? Einer, der in sich stimmige Skizzen einzelner Sätze schuf, die sich jedoch nicht zu einem kohärenten Ganzen fügten? Diese Ansicht schmälerte den Wert der abgeschlossenen Sonaten. War er ein prekärer Komponist, der sich primär aufs Lied verlegte, weil große Aufträge fürs Musiktheater durch wirtschaftliche und politische Umstände nicht zustande kamen, und es auch mit dem ein sicheres Auskommen verheißenen Lehrberuf nichts wurde?
Das schiebt die Sonaten insgesamt auf die „kompositorische Resterampe“ ab und ignoriert das bereits während Schuberts Konviktzeit etwa 1816 begonnene Frühwerk in diesem Bereich, greift also ebenfalls zu kurz.
War’s die lange Krankheitsphase aufgrund einer vermutlich 1822 erfolgten Syphilis-Infektion? Auch das passt nicht. Dann gäb’s die große Es-Dur Messe und die drei letzten fantastischen Sonaten (DV 858-960) nicht.

Man muss es wohl anders angehen. „Es gibt Persönlichkeiten, die möchte man im Reisegepäck des Lebens haben“, sagt Peter Walchshäusl. Auch und gerade weil man sie dann und wann befragen kann, wer sie eigentlich sind. „Und damit auch im Konzertsaal etwas anregen kann“. Zuletzt sei ihm das vor 12 Jahren gelungen, nun sei es wieder Zeit für diese schonungslos ehrliche Musik, die „einen ganz auf sich selbst zurück wirft“.

Mit einer diesmal knapp gehaltenen Werkeinführung wird sich Walchshäusl jeweils einen Abend lang dem „Visionär“, dem „Erfüllten“, dem „Suchenden“, dem „Kämpfer“ und dem „Geläuterten“ Franz Schubert widmen. Je ein frühes, ein mittleres und ein spätes Werk werden erklingen. „Schubert Pur – eine musikalische Charakter-Studie in 5 Konzerten“ beginnt am Mittwoch, 15. November um 19.30 Uhr im Klavierhaus Piano Mora, Nibelungenplatz 5.
Peter Walchshäusl spielt die Sonate Es-Dur D568, die Sonate a-moll D784 und die Sonate G-Dur D894.

Weitere Konzerttermine sind der 26. Januar 2018, 16. März, 20. April und 18. Mai.
Karten (regulär 20 Euro / ermäßigt 15 / Schüler frei) sind unter peter@walchshaeusl.eu und Telefon 0176 84547944 reservierbar und an der Abendkasse erhältlich.

(Bildquelle: Schmidt)

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