Haymo Richter übergibt Schriftleitung an Manuela Lang – Kulturpreisträger stehen fest

Degernbach. Nicht nur durch den Wald zieht ab und an ein frischer Wind, auch durch den  Verein, der sich seit 1883 mit mittlerweile rund 20.000 Mitlgliedern in 59 Sektionen für Kultur, Heimat- und Volkstumspflege, Naturschutz, Landschaftspflege und Wandern im Bayerischen Wald engagiert. In seiner letzten Sitzung 2019 in Degernbach (Landkreis Straubing-Bogen) gab es im Hauptausschuss einige Änderungen, die nun im neuen Jahr zum Tragen kommen. 

Seit 1991 leitete Haymo Richter aus Bad Kötzting den Presse- und Kulturausschuss, dessen Vorsitz er bereits im Sommer an Roland Pongratz aus Regen übergab. Da Richter seit 1993 als Schriftleiter das Vereinsheft „Der Bayerwald“ erstellt hatte, galt es auch dafür eine Nachfolge zu suchen. Fündig wurde der Verein bei Manuela Lang aus Schönbrunn am Lusen (Landkreis Freyung-Grafenau), die ab dem neuen Jahr für das Bayerwaldheft, das vierteljährlich mit einer Auflage von 15.000 Stück erscheint, verantwortlich ist. Die 35-Jährige war einige Jahre Leiterin der Redaktion Viechtach des Straubinger Tagblatts und ist seit 2017 Mitarbeiterin im Pressereferat des Bezirks Niederbayern. Helmut Brunner, der Präsident des Bayerischen Wald-Vereins e.V., freute sich, dass die Hauptausschussmitglieder diesen Wechsel einstimmig befürworteten. 

„Mit Haymo Richter geht eine Ära zu Ende“

Beim Bayerwaldtag im Juni in Hauzenberg soll der 83-jährige Haymo Richter gebührend verabschiedet werden. „Er hat über Jahrzehnte hinweg unseren Verein geprägt, es geht mit ihm eine Ära zu Ende“, hob Brunner hervor. 

Nachdem beim Bayerwaldtag in Sankt Englmar im Juni die Neuwahlen der Vorstandschaft stattfanden sowie die Ausschüsse neu besetzt wurden, wurden die ausgeschiedenen Mitglieder nun auch im Hauptausschuss verabschiedet. Neben Haymo Richter bekamen Georg Jungwirth, Gabi Gaudlitz, Manfred Witt, Annerose Thoma und Elisabeth Zisler einen, von Glaskünstler Klaus Büchler entworfenen Glasstein überreicht. „Sie alle waren wichtige Steine in unserem System“, bedankte sich Präsident Helmut Brunner für das teils jahrzehntelange Engagement.

EDV-Vernetzung und Musikprojekt

Auch inhaltlich steht im neuen Jahr einiges an. Die EDV-Vernetzung der einzelnen Sektionen hat sich Markus Kerner, der 2. Vorsitzende, vorgenommen. Sie bringe viele Vorteile für die Sektionen, aber auch den Hauptverein mit sich – gerade auch, wenn es um die Zusammenarbeit mit dem Bayerischen und Deutschen Wanderverband geht, so Kerner. Roland Pongratz, der Begründer des Volksmusikspektakels „drumherum“ in Regen, will ein neuartiges Musikprojekt auf allen Berghütten des Wald-Vereins ins Leben rufen. 

Kulturpreisträger 2020

Zuletzt beschloss der Hauptausschuss, wer in diesem Jahr den Kulturpreis des Bayerischen Wald-Vereins verliehen bekommt. Gleich drei Persönlichkeiten, die sich um die „Bayerwald-Baustoffe“ Granit und Glas verdient gemacht haben, sollen ausgezeichnet werden. Ludwig Bauer war und ist die treibende Kraft des „Granitzentrums Hauzenberg“. Heiner Schaefer (Fischbachau) und Dr. Ernst Pöschl (Geisenhausen/Landshut) haben die Glasszene des Bayerischen Waldes und darüber hinaus seit Jahrzehnten maßgeblich geprägt. Heiner Schaefer widmete sich in erster Linie der Forschung, verfasste zahlreiche Bücher über die „Bixl-Kunst“ der Region und bestückte viele Ausstellungen (vor allem innerhalb seiner Schaefer-Stiftung im Glasmuseum Frauenau) mit Exponaten aus seiner Sammlung. Dr. Ernst Pöschl initiierte den „Gletscherprise-Glaskunstpreis“ und gab damit den Glasmachern ein Forum, auf dem sie sich mit neuen kreativen Ideen präsentieren konnten. Beide verhalfen den Glasmachern, -malern und -schleifern zu neuem Selbstbewusstsein und der gesamten Szene zu neuer Blüte. Die feierliche Auszeichnung der Kulturpreisträger erfolgt am 7. Juni im Rahmen des Bayerwaldtages in Hauzenberg.