Elftklässler des Gymnasiums begeben sich auf literarische und historische Spurensuche in Thüringen

Weimar steht nicht nur für eine bedeutende Epoche der deutschen Literaturgeschichte, es ist auch ein Ort mit wechselvoller Geschichte. Daher ist es inzwischen eine Tradition am Gymnasium Freyung, mit den Schülerinnen und Schülern der Oberstufe eine dreitägige Exkursion in die thüringische Landeshauptstadt durchzuführen. Begleitet wurde die erste Gruppe von StD Marcus Güll-Uhrmann sowie StRin Tanja Wagner, die zweite Gruppe von StRin Carina Rendchen, StR Markus Michel und StRef Thomas Preißler.

Die Weimarer Klassik wird gleich zu Beginn der 11. Klasse im Deutschunterricht behandelt und die Schülerinnen und Schüler lernen bedeutende Werke dieser Epoche kennen. Bei der Studienreise nach Weimar begegnen sie den ehemaligen Wirkungsstätten der Autoren dieser Gedichte, Dramen und Prosaschriften und können ihr Verständnis für die Texte vertiefen.
Gleich am ersten Tag ging es in die Fürstengruft, die im Alten Friedhof Weimars zu finden ist. Dort stehen die Sarkophage von Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Eine sich daran anschließende zweistündige Stadtführung verschaffte den Schülerinnen und Schülern einen Überblick über die vielfältige Geschichte der Stadt. So konnten sie z. B. in der Herderkirche ein Altarbild von Cranach dem Älteren aus dem 16. Jahrhundert bewundern und in der Bauhaus-Universität etwas über die Architektur-Geschichte des 20. Jahrhunderts erfahren.

Die erste Gruppe mit StD Marcus Güll-Uhrmann (hinten mittig) vor der Weimarer Fürstengruft (Foto: Tanja Wagner)

Am zweiten Tag hieß es, sich mit den Biographien von Goethe und Schiller zu beschäftigen. Das geht am besten in deren ehemaligen Wohnhäusern, wo die Freyunger mehrere Stunden zubrachten. Ein paar besonders interessierte Schülerinnen und Schüler besuchten zudem Goethes Gartenhaus im Park an der Ilm. Dort arbeitete Goethe beispielsweise an seinem Drama „Torquato Tasso“.

Ein Theaterbesuch am Abend des zweiten Tages gehört ebenfalls zum kulturellen Programm in Weimar. Die erste Gruppe war hierbei im Theater im Gewölbe und sah das Stück „Goethe und die Frauen“, in welchem die aus dem Weimarer Tatort bekannte Schauspielerin Ute Wieckhorst mitwirkte. Die zweite Gruppe fand sich im Nationaltheater zum Stück „Nathan und seine Kinder“ nach Mirjam Presslers Jugendbuchklassiker ein.

Zu Weimar gehört aber auch, dass während der Zeit des Dritten Reichs unweit der Stadt das Konzentrationslager Buchenwald aufgebaut worden ist. Bei einem Rundgang durch die Mahnmalsanlage, die 1954 von der DDR-Regierung in Auftrag gegeben worden war, und einer zweistündigen, von einem Experten geleiteten Tour durch das ehemalige Arbeitslager wurde den Schülerinnen und Schüler bewusst, wie eng Hochkultur und tiefer Verfall manchmal zusammenliegen können.

): Ein Freyunger Schüler studiert interessiert die im Museum in Buchenwald ausgestellten Quellen (Foto: Tanja Wagner)

So zogen die Freyunger Gymnasiasten am Ende der Studienfahrt das positive Fazit, sich kulturell, literarisch, aber auch historisch weitergebildet zu haben. Einer fasste es so zusammen: „Die Fahrt nach Weimar habe ich persönlich als Bereicherung empfunden. Ich habe nicht nur Wissen dazugewonnen, sondern empfand auch die Zeit mit meinen Mitschülern als sehr schön.“ Die Stimmung während der Fahrt war tatsächlich sehr gut, und alle gehen nun mit neuer Motivation in die kommenden Schulwochen!