Freyungs Skater wünschen sich eigenen Skatepark

Freyung. „Das ist einer des besten Contests an dem ich je teilgenommen habe“, brachte ein erfahrener Skate-Boarder aus  Deggendorf die Begeisterung der Skater-Community  auf den Punkt. Sportler aus  ganz Niederbayern folgten der Einladung der Gruppierung Frey-Skate zum 1. Freyunger Skateboard-Contest ins Gewerbegebiet Speltenbach-Steinäcker.

Ein dort angesiedelter Server-Hersteller hatte seinen Parkplatz zur Verfügung gestellt.  Stv. Landrätin Helga Weinberger und Freyungs 3. Bürgermeister Herbert Schiller ließen es sich nicht nehmen sich direkt vor Ort über die Belange der Jugendlichen zu informieren. Auch die Röhrnbachs 2. Bürgermeister Mario Dumps und Ringelais 3. Bürgermeister Karl Hernitschek  folgten der Einladung  von Stadtrat Lothar Dumm und  ließen sich von der Begeisterung anstecken. Der Contest war ins Leben gerufen worden um die Attraktivität des Sportes auf den 4rädrigen Brettern vorzustellen und für einen Skatepark in Freyung zu werben. „Ein Skatepark wäre nicht nur eine Möglichkeit unseren Sport auszuüben. Es wäre auch ein Anziehungspunkt für  Jugendliche in Freyung und Umgebung“, ist Ben de Smidt überzeugt. Bereits bei der Jugendkonferenz des Landkreises wünschten sich die Heranwachsenden im vergangenen Jahr  attraktive Jugendtreffs, die es im Landkreis kaum gebe. Leider seien  aus der Konferenz bisher keine greifbaren Ergebnisse entstanden.

Stadtrat Lothar Dumm (3.v.l) gratuliert den Siegern Johannes Sailer (vorne Mitte), Moritz Schilling (2.v.r.) und David Habel (4.v.r.) sowie dem Sonderpreisträger Timo Plank mit seinem Mini-BMX (Foto: Privat)

Daher haben die Jungs von FreySkate die Initiative ergriffen und kämpfen für die Errichtung eines Skateparks für Skater, BMX-ler Inliner sowie als Jugendtreffpunkt  in Freyung.  In der Vorbereitung konnten Paul Hernitschek und David Pauli  bei einem Interview auf Radio Galaxy ihr Anliegen öffentlich vertreten.  Auch aus der Freyunger Geschäftswelt erfuhren die Organisatoren des Contests große Unterstützung.  „Es gibt nur in Grafenau einige Holzrampen im Kurpark. Ansonsten gibt es im ganzen Landkreis keine dauerhaften Anlagen. Wir müssen unsere Kinder immer nach Passau oder Deggendorf fahren um adäquate Trainingsmöglichkeiten zu finden“ schildert Kathrin Wilhelm aus Hinterschmiding die Situation.  Ihr Sohn Jonathan ist einer der erfolgreichsten Skater im Landkreis. So hat er die Skateboard-Meisterschaft „Beatnuts SK8 Battle“ in Regensburg gewonnen.  Vor wenigen Wochen konnten sich die beiden Freyunger David Habel und Jonathan Wilhelm vor 15 weiteren Konkurrenten beim Contest in Deggendorf durchsetzen.  Im Deggendorfer Teamwettbewerb gingen sogar zwei Freyunger Teams an den Start, wobei  Freyung 1  in der Besetzung mit Jonathan Wilhelm, Paul Hernitschek und David Pauli als bestes „non-Profi“-Team auf den respektablen 5. Platz fuhr.  „Die Top-Teams kommen aus den Orten, wo es Skateanlagen gibt. Ein dauerhafter Skate-Park würde diesen Sport fördern und die Zahl der interessierten Jugendlichen steigern. Schließlich suchen auch in einem Dorf, in dem es keinen Fußballplatz gibt, fußballbegeisterte Kinder die nächstgelegene Sportstätte und finden dort ihre Freunde.

(Foto: Privat)

Ein attraktives Sportstättenangebot bindet Jugendliche intensiver an ihre Heimat und ist auch für Familien ein wichtiger Aspekt.“ weist Stadtrat Lothar Dumm auf die langfristigen Auswirkungen hin.  Der spektakuläre Actionsport wird künftig an Bedeutung gewinnen, da Skateboarden ab 2020 erstmals olympische Disziplin wird. Stv. Landrätin Helga Weinberger ermunterte die Vertreter von FreySkate, dass gerade jetzt vor dem anstehenden Kommunalwahlkampf die richtige Zeit sei, für Projekte wie den Skatepark zu werben. 3. Bm. Herbert Schiller steht der Förderung des Jugendsportes sehr positiv gegenüber. „Wir wollen dafür eine nachhaltige, dauerhafte Entwicklung. Es soll nicht nur ein Strohfeuer sein, wie es mit den Holzrampen in der Au vor über 15 Jahren war. Deswegen muss der Skatesport wie jede andere Sportart auf eine organisatorisch solide Basis gestellt werden.“  Die Gruppierung FreySkate hat  eine Crowd-Funding-Aktion ins Leben gerufen, da neben möglichen öffentlichen Fördermitteln und Unterstützung der Kommune eine große Finanzierunglücke klafft. Dabei handelt es sich um  eine Spendenplattform im Internet. Freunde und Gönner, die die Sache der Skater unterstützen wollen, geraten über die Internetseite freyskate.de zur Spendenseite gofundme.com.

Obwohl trotz der Ferienzeit viele Jugendliche mit ihren Eltern im Urlaub weilen,  gingen beim Contest 25 Starter über den Parcours. Jeder Skater hatte in 2 Läufen jeweils eine Minute Zeit die externen Juroren Michael Heindl und Daniel Schiermeier mit möglichst spektakulären Sprüngen und Tricks zu überzeugen. Dabei wurde auf  den Schwierigkeitsgrad und die saubere Ausführung geachtet. Zusatzpunkte gab es für einen Lauf bei dem der Sportler durchfuhr, ohne von seinem Brett abzusteigen. Vom einfachen Sprung einem sog. „ollie“ reichte die Palette über Slides auf den verschiedenen Hindernissen bis zu „Heelflip“, „180 Frontside Kickflip“ oder „Pop Shuvit“ genannten Drehungen und Sprüngen mit oder auf dem Board.  In beiden Läufen bot Johannes Sailer aus Deggendorf die überzeugendste Performance. Ihm folgten Moritz Schilling aus Deggendorf und der Freyunger Lokalmatador David Habel. Beim Wettbewerb „Best Trick“ durften alle Teilnehmer in einem Zeitfenster von 20 Minuten auf dem „Table“ ihre besten Sprünge präsentieren. Mit einem perfekt gestandenen  „Crooked grind nollie varial heel out“ genannten, komplizierten Sprung über den „picknick table“  gewann Johannes Sailer auch diese Competition.  Einen Sonderpreis gewann der erst 9jährige Timo Plank aus Grainet, der auf seinem Mini-BMX-Rad akrobatische Kunststücke vorführte. Das spektakuläre Sport-Event zog mit zunehmender Dauer immer mehr Zuschauer in ihren Bann.  So fuhren vor voll besetzten Tischen auch Kinder aus den umliegenden Ortschaften mit ihren Rädern durch den Parcours.  Sogar ein Landwirt unterbrach auf einem benachbarten Feld kurz seine Arbeit um die Kunststücke der Sportler zu bewundern. Bewundernswert war auch der Zusammenhalt der Skater-Community. Trotz der Wettbewerbssituation gab es keinen Neid, man spendet sich gegenseitig anerkennenden Applaus für einen gelungenen Sprung oder munterte sich gegenseitig auf, wenn ein Trick nicht beim ersten Mal funktionierte. Die Organisatoren um Martin Wagner und Lothar Dumm erhoffen sich, dass die Planungen zum Skatepark nun Fahrt aufnehmen.

Mario Dumps, Herbert Schiller (links außen) sowie Helga Weinberger, Ernst Hernitschek und Lothar Dumm (rechts außen) freuen sich mit den Skatern und Juroren über den gelungenen Contest (Foto: Privat)