Vom Band zum Netz – Schritt für Schritt zu mehr Biotopverbund entlang des Grünen Bandes

Projektmanager Tobias Windmaißer (r.) stellte - auf Einlandung von Landrat Sebastian Gruber (l.) den Teilnehmern der Bürgermeister-Dienstversammlung das Projekt "Quervernetzung Grünes Band" sowie den aktuellen Stand der Projektarbeit vor (Foto: Landratsamt FRG)

Bürgermeisterdienstversammlung FRG: Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ wird vorgestellt

FRG. Seit nun gut eineinhalb Jahren läuft das Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ im Vernetzungsgebiet Innerer Bayerischer Wald unter Federführung des BUND mit seinem Fachbereich Grünes Band. Auf Einladung von Landrat Sebastian Gruber berichtete nun der Projektmananger Tobias Windmaißer vom BUND Fachbereich Grünes Band bei der Bürgermeisterdienstversammlung im großen Sitzungssaal des Landratsamtes der Bürgermeisterin und Bürgermeistern über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen.

Gruber erklärte zu Beginn, wie wichtig der Erhalt der schützenswerten Natur im Landkreis Freyung-Grafenau sei. Er betonte aber auch, „dass es von ganz entscheidender Bedeutung für die Unterstützung solcher Maßnahmen in der Bevölkerung ist, dass von Anfang an möglichst viel und breit kommuniziert wird und vor allem auch die betroffenen Gemeinden frühzeitig über im Naturschutz zu treffenden Maßnahmen informiert werden“.

Schwerpunkt des Projekts im Bundesprogramm Biologische Vielfalt, das Windmaißer vorstellte, ist die Wiederherstellung hochwertiger und vielgestaltiger Biotopflächen als Elemente des Biotopverbunds entlang potenzieller Verbundachsen am Grünen Band Niederbayern-Tschechien. Zehn Gemeinden in Freyung-Grafenau stellen die engere Projektkulisse dar, innerhalb derer eine Maßnahmenumsetzung erfolgen soll. Diese sind Teil des Hotspots der Biodiversität in Deutschland „Hinterer Bayerischer Wald“. Daher engagiere sich der BUND seit Jahren in diesem Bereich, beispielsweise im Rahmen des Moorschutzes oder durch Öffentlichkeitsarbeit, geführten Wanderungen und Veranstaltungen, so Windmaißer.

Übergeordnetes Ziel der Bemühungen seien die Optimierung und insbesondere die Wiederherstellung der historischen Kulturlandschaft in den höheren Lagen des Bayerischen Waldes mit seinem typischen Lebensraummosaik, welche für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten einen essentiellen Lebensraum darstelle. Bereits auf rund 35 Hektar Fläche laufen Maßnahmen insbesondere zur Erstpflege von Wiesenbrachen und zur Entfernung von Fichtenpflanzungen bzw. Sukzessionsbeständen, erklärte der Projektmanager. Vielfach würden dabei zugewachsene Felsstrukturen wieder freigestellt sowie kleinere Gewässer angelegt oder instandgesetzt. Teilweise werde eine Beweidung bestimmter Flächen initiiert oder an die Belange von Flora und Fauna angepasst. „In einigen Fällen konnten bereits wertvolle Pflanzenarten etabliert oder Sonderstandorte und Strukturen geschaffen werden. Zielarten dabei sind unter anderem Arnika und Teufelskralle sowie Kreuzotter und Waldbirkenmaus“, so Windmaißer.

In den nächsten Jahren sollen Streuobstwiesen, Hecken oder Lesesteinriegel angelegt werden. Mehrere Flächen habe man zur langfristigen Sicherung der Erfolge, die durch die Maßnahmen erzielt würden, angekauft oder durch anderweitige Vereinbarungen gesichert. Das Entwicklungsziel sei in allen Fällen die Herstellung eines Biotopmosaiks, das für die Waldhufen als historische Kulturlandschaft typisch ist – von mageren Wiesenstücken, über begleitende Lesesteinwälle oder Gehölzinseln bis hin zu Elementen der Wiesenwässerung. Nach der Darstellung der grundsätzlichen Maßnahmentypen zeigte Tobias Windmaißer anhand von Fotos Beispiele aus nahezu allen Projektgemeinden. Künftig solle die bestehende Zusammenarbeit mit den Gemeinden ausgeweitet werden, speziell, wenn es um die Optimierung von gemeindeeigenen Flächen oder für das Landschaftsbild und damit Tourismus, Naherholung und Heimatgefühl besonders relevante Bereiche geht.

In der anschließenden Diskussion kam auch aus den Reihen der Bürgermeister der Wunsch, möglichst frühzeitig über anstehende Maßnahmen informiert zu werden. Windmaißer nahm diesen Wunsch aus der Versammlung mit und bot gleichzeitig an, jederzeit auch für grundsätzliche Gespräche zur Verfügung zu stehen.


Projekt „Quervernetzung Grünes Band“

Das Projekt „Quervernetzung Grünes Band“ wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch den Bayerischen Naturschutzfonds gefördert.