SC Herzogsreut trauert um „Andal“ Weigerstorfer

Das siegreiche Spiel von Franz "Andal" Weigerstorfer geht in die Verlängerung (Foto: Privat)

Herzogsreut. Der überirdische Schiedsrichter hat das Lebensspiel von Franz Weigerstorfer abgepfiffen. Das gesamte Dorf Herzogsreut, allen voran „sein“ SC, ist darüber tieftraurig. Gleichzeitig aber auch irgendwie freudig gestimmt – im Wissen, dass „Andal“ auf eine durch und durch erfolgreiche Partie zurückblicken kann und die Verlängerung als Höhepunkt erst ansteht.

1966 dem Verein eingetreten war die Anfangsphase eine mühsame Angelegenheit. Ohne dem eigentlich typischen Abtasten ging es sofort in die Vollen. Das Gründungsmitglied war eine der maßgeblichen Persönlichkeiten beim Spielaufbau – als unermüdlicher Arbeiter in der Zentrale, aber auch als geistiger Vater auf moralischer Ebene. Kein Schritt war für ihn zu viel, er ging keinem Zweikampf aus dem Weg. Er war in der Verteidigung im Einsatz, aber auch im Angriff. Ein Universaltalent, wie es solche nur selten gibt. Da „Berdara“ stand bei Gegentoren aus Überzeugung zu seinem Team – und feierte bei Siegen ausgelassen mit. Stets im Hinterkopf, dass seine Liebsten nicht nur hinter ihm, sondern neben ihm standen. Und immer mit der Überzeugung, das einzig Richtige zu machen – nämlich die Rolle des Teamplayers einzunehmen.

Franz, den nur die wenigsten auch tatsächlich mit diesem Namen kannten und eigentlich nur „Andal“ nannten, nahm mit Fortdauer des Spiels immer mehr die Rolle des umsichtigen Vorstoppers ein. Aus Sorge um das Gleichgewicht der Mannschaft. Aus Angst um ein Versagen auf der ganzen Strecke. Seine größte Befürchtung: Ein Auseinanderbrechen der Mannschaft, das weitere Wegbleiben der verlorenen Söhne, das Ausbleiben von neuen Mitgliedern der SC-Familie. Er konnte sich aber stets auf seine Teamkollegen verlassen, sodass es nie zu einer Pleite auf allen Ebenen kam.

Der nun erfolgte Schlusspfiff ist nicht gleichbedeutend das Ende. Gegen alle Regeln geht das siegreiche Spiel in die Verlängerung. Auf der Zuschauertribüne, die ab jetzt in grün-weiß erstrahlen wird. Neben seiner Rosmarie. Beim überirdischen Schiedsrichter, der – auch auf eindringliche Bitte vom „Andal“ – dem SC sicher wohlgesonnen sein wird.