Regionalmanagement FRG als gutes Beispiel aus der Praxis

Leiter Roland Pongratz präsentiert den Studierenden die Räumlichkeiten der Volksmusikakademie (Foto: Landratsamt FRG)

Studierende aus dem Studiengang Geografie der Universität Wien haben gemeinsam mit dem für sie zuständigen Professor Dr. Axel Priebs das Regionalmanagement Freyung-Grafenau besucht und sich im Rahmen einer Exkursion über Projekte des Regionalmanagements und deren praktische Umsetzung informiert.

Die Besucher hatten vor Ort auch die Gelegenheit, sich ein Bild über das Zusammenwirken unterschiedlicher Initiativen der Regionalentwicklung zu machen, um so einen umfassenden Überblick darüber zu gewinnen, wie vernetzt arbeitende Regionalentwicklung im ländlichen Raum in der Praxis funktioniert.

Bei der Gestaltung des Besuchsprogramms hatte sich Regionalmanager Stefan Schuster vorgenommen, ein möglichst breit angelegtes und gleichzeitig aber auch sehr realistisches Bild davon zu liefern, wie unterschiedliche Initiativen, die allesamt im Landkreis aktiv sind, arbeiten, welche Zielsetzung sie verfolgen und vor allem, wie die unterschiedlichen Initiativen auch zusammenwirken und kooperieren. So präsentierten sich neben dem Regionalmanagement Freyung-Grafenau u.a. auch Freyungs Konversionsmanager Ludwig König und Stephanie Fichtl mit dem grenzüberschreitenden Gründerzentrum Digitalisierung den Studentinnen und Studenten der Universität Wien, mit ausgewählten Projekten ihrer Initiativen. Bereits am Vormittag hatte Freyungs Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich die Gruppe über die Stadtentwicklung am Beispiel Freyung informiert. Schwerpunkt war dabei die Vernetzung von verschiedenen Innenstadtprojekten mit dem Ziel, das Ortszentrum zu stärken. Darüber hinaus besuchten die Studierenden auch den Nationalpark Bayerischer Wald sowie der ILE-Verbund Ilzer Land.

Landrat Sebastian Gruber, der die Studierendengruppe persönlich begrüßte, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung vernetzt wirkender Regionalentwicklung: „Das Regionalmanagement hat in den rund dreizehn Jahren seines Bestehens gerade an der Schnittstelle zwischen Schule und regionaler Wirtschaft einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, dass das im Landkreis vorhandene Potenzial optimal genutzt und die Entwicklung der gesamten Region nachhaltig gestärkt wird. Die zentrale Herausforderung ist und bleibt auch künftig die Bewältigung des Fachkräftemangels in der Region. In diesem Zusammenhang ist unser Regionalmanagement im Verbund mit weiteren Initiativen ein wertvolles Instrument.“

Landrat Sebastian Gruber (stehend) begrüßt Prof. Dr. Priebs (1. vorne rechts) und die Studierenden des Studiengangs Geografie der Uni Wien (Foto: Landratsamt FRG)

Regionalmanager Stefan Schuster hat die Studierenden über die Umsetzung eines der aktuell wichtigsten und umfangreichsten Projekte seiner Arbeit informiert: „Die Landkreis-Imagekampagne ‚Mehr als du erwartest …‘ soll dazu beitragen, das Bewusstsein für die Wertigkeit der Region zu schärfen. Sowohl Menschen, die im Bayerischen Wald daheim sind, als auch Leute, die FRG nur vom Hörensagen her kennen, sollen so erreicht werden und erkennen, dass es in der Region viele Unternehmen und Betriebe gibt, die unterschiedlichste hochwertige Arbeitsplätze anbieten. Unsere Kernaussage ist, dass Arbeiten und Leben in Freyung-Grafenau als Gesamtpaket ein guter Lebensentwurf sind.“

Im Rahmen der Vorstellung hat Schuster einzelne konkrete Maßnahmen vorgestellt, die in jüngster Zeit entwickelt und umgesetzt wurden. So wurden beispielsweise das virtuelle Sportformat „Heimat Trails Trophy“ oder der für die Landesgartenschau 2023 geplante Landkreis-Regionalpavillon den Studierenden erläutert und so die Wirkweise der Kampagne erklärt.

Ein Thema in der künftigen Arbeit des Regionalmanagements wird die Positionierung Freyung-Grafenaus als gründerfreundliche, dynamisch-moderne Region sein. Einen Mosaikstein in diesem Zusammenhang stellt das Grenzüberschreitende Gründerzentrum Digitalisierung (GreG) dar. Die neue Einrichtung im Landkreis Freyung-Grafenau steht gleichzeitig für die stete – auch infrastrukturelle – Weiterentwicklung der Region. GreG-Geschäftsführerin Stephanie Fichtl präsentierte den Studierenden aus Wien die Räumlichkeiten und die Zielsetzung des Gründerzentrums. Mit Aufnahme dieses Punktes in das Exkursionsprogramm hat das Regionalmanagement Freyung-Grafenau auch dem Gedanken der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Rechnung getragen.

Baustellenrundgang auf dem Geyersberg in Freyung (Foto: Landratsamt FRG)

Ein weiterer Besuchspunkt im Rahmen der Exkursion der Studierenden des Studienganges Geografie war das Konversionsmanagement Freyung. Konversionsmanager Ludwig König von der Stadt Freyung hat den Exkursionsteilnehmern zunächst die Zielsetzung und den besonderen Stellenwert der Freyunger Initiative erläutert, nachdem das Konversionsmanagement Freyung nicht – wie sonst oft üblich – nach einer Bundeswehrstandort-Auflösung eingerichtet worden war. Freyung war diesbezüglich mit einem „blauen Auge“ davongekommen. Hier war „lediglich“ die Zahl der Planstellen deutlich reduziert worden. Unter anderem befasst sich das Konversionsmanagement mit Projekten, die dazu geeignet sind, den durch den Personalabbau bei der Bundeswehr verursachten Kaufkraftverlust auszugleichen. Eines der Leuchtturmprojekte des Konversionsmanagements in diesem Bereich ist die Konzeption der in Freyung entstandenen „Volksmusikakademie in Bayern“. Der für den Betrieb verantwortliche musikalische Leiter der Einrichtung Roland Pongratz erläuterte der Gruppe neben dem Konzept der Akademie auch deren positive Wirkung auf beispielsweise den lokalen Handel oder die Gastronomie.

Darüber hinaus wurde den Studierenden als weiteres positives Beispiel für das Mitwirken des Konversionsmanagements beim Umsetzen von Projekten im Bereich Regionalentwicklung der Kreuzberger Dorfladen „ANNALON“ vorgestellt. Der Dorfladen im Zentrum des Freyunger Ortsteils Kreuzberg ist nicht nur eine Einkaufsmöglichkeit in nächster Nähe, sondern gleichzeitig auch Treffpunkt für die Dorfbewohner. Nur über viel Engagement der Bevölkerung – Arbeitseinsatz, finanzielle Mittel der Anteilseigner, Kreativität und Herzblut – ist das Projekt in einem ehemaligen Gasthof umsetzbar geworden.

Auf Einladung des Regionalmanagements Freyung-Grafenau hatten abschließend auch die für die Landesgartenschau Verantwortlichen von der Freyung 2023 gGmbH die Gelegenheit, sich und ihre Arbeitsschwerpunkte zu präsentieren. Geschäftsführerin Katrin Obermeier stellte den Studierenden bei einem Baustellenrundgang auf dem kommenden Gartenschaugelände in Freyung die Pläne zur Umsetzung der Gartenschau und auch zu langfristigen positiven städtebaulichen Auswirkungen vor.

Zum Abschluss des Exkursionstags bedankte sich Professor Dr. Priebs auch im Namen „seiner“ Studierenden für die guten und tiefen Einblicke in die Arbeit des Regionalmanagements und weiterer Regionalentwicklungs-Initiativen im Landkreis Freyung-Grafenau.