(v.l.) M. Pfeffer, R. Brunnhölzl, C. Dafinger, B. Sieghart, A. Pfeffer (Foto: Landratsamt FRG)

ÖPNV im Landkreis Freyung-Grafenau macht den nächsten Schritt in die Zukunft

Einführung des Wabenplanes soll Berechnung des Fahrpreises erleichtern

FRG. Nach der erfolgreichen Gründung der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Freyung-Grafenau kann nun schon ein erster Erfolg verkündet werden. Die Genehmigungsbehörde der Regierung von Niederbayern stimmte der Umsetzung zur Anwendung des neuen „Tarif-Wabenplanes“ für den Landkreis Freyung-Grafenau zu.

„Pünktlich zum 01.04.2021 geht für die Nutzer des öffentlichen Nahverkehres im Landkreis Freyung-Grafenau ein weiterer, wichtiger Baustein an den Start. Mit der Einführung eines sogenannten Wabenplanes soll der bisherige Tarifdschungel wesentlich vereinfacht werden“, so Landrat Sebastian Gruber.

Durch diesen neuen Wabenplan erleichtert sich nicht nur das Errechnen des Fahrpreises, sondern es ist dann auch möglich, mit nur einem gekauften Fahrschein zum jeweiligen Zielort zu gelangen. Das Neuerwerben eines Fahrscheines, wenn man das Verkehrsunternehmen wechselt, gehört somit der Vergangenheit an.

Um von A nach C zu gelangen und keinen weiteren Fahrschein beim Umstieg in B zu kaufen, war schon lange ein Anliegen des Landrats, was nun endlich auch im Landkreis Freyung-Grafenau möglich ist.

Der sogenannte Wabenplan wurde virtuell über den Landkreis Freyung-Grafenau ausgelegt. Danach wurde dieser landkreisumfassende Plan in viele kleine Waben aufgeteilt. Jede Wabe bekam dann eine eigene Nummer und einen Ort zugeteilt. Alle 117 Waben haben die gleiche Größe. In jede Wabe wurden dann die jeweiligen haltestellenbezogenen Bereiche festgeschrieben. Als diese Arbeiten abgeschlossen waren, begann die Kleinarbeit unserer Verkehrsunternehmen. Sie mussten jede relevante Fahrtmöglichkeit ermitteln. Diese sowie die Tarifdaten wurden dann in das elektronische Fahrscheinsystem der Bordrechner eingespielt.

Wie errechnet sich nun der Fahrgast seinen Fahrpreis?

Der Fahrpreis richtet sich nach der Zahl der Waben, die der Fahrgast in der Verbindung zwischen Einstiegs- und Ausstiegshaltestelle bei einer Fahrt befahren wird. Alle Waben werden zusammengezählt, die der Gast durchfährt. Das wiederholte Befahren einer Wabe zählt nochmals mit. Bei Fahrtmöglichkeiten über verschiedene Strecken gilt für die Preisberechnung die niedrigste Anzahl der zu befahrenen Waben. Natürlich bleiben die bisherigen Regelungen, wie die Zwei-Kilometerfreigrenze und die Gratisfahrten in den Städten Waldkirchen, Grafenau und Freyung, davon unberührt.

Durch diese neue Durchtarifierung besteht auch die Möglichkeit, die eingesetzten Linienbusse mit elektronischen Bordrechnern der Firma Tele-Matrik auszurüsten. Durch den Zusammenschluss der Verkehrsunternehmen und einem einheitlichen Layout der Fahrscheine kann eine neue Förderrichtlinie für Digitalisierung im öffentlichen Nahverkehr für den Erwerb neuer Bordrechner in Erwägung gezogen werden.

Das Schreiben von Fahrscheinen, was auch des Öfteren unverschuldet durch das Fahrpersonal zu Verspätungen geführt hat, soll – so ist das Ziel auf den großen Linien – nicht mehr vorkommen. Landrat Sebastian Gruber zeigt sich sehr erfreut über die verstärkt eingesetzte Technik.

Die Einführung des Wabenplanes für den Landkreis Freyung-Grafenau ist schon eine Maßnahme im Hinblick auf weitere Änderungen, die Mitte des Jahres 2021 folgen sollen. Für das dritte Quartal ist die Einführung eines landkreisübergreifenden Wabentarifes/-planes vorgesehen. Dieser Wabenplan soll dann die vier benachbarten Landkreise Regen, Deggendorf, Passau und Freyung-Grafenau umfassen. Auch hier gilt dann ein einheitlicher Tarif. Einheitliche Fahrscheine sowie ein gemeinsamer Außenauftritt werden folgen. Ziel ist es, die Fahrten mit einem Fahrschein zu ermöglichen.

Bis es aber soweit ist, hofft der Landrat, dass durch diese Neuerung noch mehr Bürger den öffentlichen Nahverkehr des Landkreises Freyung-Grafenau nutzen und mithelfen, die nächsten Schritte seit der Umstellung im Jahr 2017 zu vollziehen.