Haidmühle auf dem Weg zur Kneipp-Gemeinde

(v.r.) MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, MdL Max Gibis und Bürgermeister Heinz Scheibenzuber besichtigen die entstehende Kneipp-Anlage in der Ortsmitte von Haidmühle, die komplett barrierefrei zugänglich sein wird (Foto: Stefanie Starke)

MdL Waschler und MdL Gibis tauschten sich mit Bürgermeister Scheibenzuber zu neuen touristischen Angeboten aus

Haidmühle. Es geht darum, sich langfristig und nachhaltig für den Tourismus der Zukunft aufzustellen. Haidmühles Bürgermeister Heinz Scheibenzuber setzt in diesem Zusammenhang, neben den bestehenden Naturprojekten, künftig auch auf Kneipp.

Bereits im Mai dieses Jahres wurden durch das Bayerische Wirtschaftsministerium Förderbescheide für insgesamt sechs neue Kneipp-Anlagen übergeben. „Wir haben hier diese wunderbare Natur, und die wollen wir nun noch besser nutzen und unseren Besuchern und Einheimischen noch mehr bieten. Denn im gesamten Gemeindegebiet können die fünf Hauptsäulen der Kneipp-Gesundheit – Wasser, Bewegung, Heilpflanzen, Ernährung und Lebensordnung – perfekt umgesetzt werden“, so Scheibenzuber. Derzeit biete die Gemeinde zwei Kneippanlagen, gespeist aus den durchfließenden Gewässern der Gemeinde in den Ortsteilen Ludwigsreut und Langreut. Mittels der Förderung für insgesamt sechs neue Anlagen sollen es dann, Dank des Entgegenkommens der Bayerischen Staatsforsten und eines privaten Grundstückseigentümers, letztlich sieben Kneipp-Anlagen werden.

Die Fördersumme liegt bei 108.000 Euro – „den Rest müssen wir selbst aufbringen“, erklärt der Bürgermeister bei einem Besuch der CSU-Landtagsabgeordneten. Die Fertigstellung der Anlagen sei noch für heuer geplant. „Die Gemeinde will zukünftig das schon wachsende Gesundheitsbewusstsein der Menschen fördern und daher mit einem ganzheitlichen Konzept mehr Möglichkeiten für Körper, Geist und Seele schaffen“, so Scheibenzuber, der den Abgeordneten bei ihrem Besuch die derzeit entstehende Kneippanlage direkt im Ortskern zeigt.

Die politischen Mandatsträger haben auf ihrer Tour durch den Bayerischen Wald einen ausgedehnten Stopp in der 1300 Seelen-Gemeinde an der Grenze zu Tschechien eingelegt und dabei diverse Anliegen mit dem Bürgermeister besprochen. Alles vor dem Hintergrund, dass die kleine Gemeinde gerade in Aufbruchstimmung ist. „Es stehen 16 Bauplätze in Bischofsreut vor der Erschließung, weitere 13 sind in Haidmühle in Planung“, erzählt der Bürgermeister.

Man hoffe auf einen weiteren Zuzug von jungen Familien mit Kindern, auch wenn man bereits jetzt unter großem Aufwand eine weitere Kindergarten-Gruppe als „Wald-und-Wiesen-Gruppe“ plant, damit keine Kinder abgewiesen werden müssen.

Denn der Um- bzw. Erweiterungsbau des in die Jahre gekommenen Kneipp-Kindergartens befindet sich noch in der Planungsphase.

Allerdings stünden noch weitere kostspielige Vorhaben dringlich auf dem Plan: „Die Betriebserlaubnis für unsere fast 50 Jahre alte Kläranlage ist ausgelaufen, und wir brauchen eine komplett neue Anlage, die dem heutigen Mindeststandard entspricht. Kostenpunkt wäre etwa 5 Millionen Euro. Die derzeitige Förderung liegt bei rund 300.000 Euro – das ist ein Tropfen auf den heißen Stein“, beklagt Scheibenzuber und bittet hier um Unterstützung. Weiterhin stehe die Sanierung von Wasserleitungen und Abwasserkanälen auf der Agenda. „Hier haben wir bereits sechs Bausachen genehmigt, auch die Planungen sind fertig in der Schublade, aber wir brauchen, auch im Hinblick auf den oft frühen Wintereinbruch, gar nicht mehr ausschreiben. Viele Firmen haben volle Auftragsbücher und aufgrund von Lieferschwierigkeiten beim Material, kann es auch immer wieder zu Verzögerungen kommen.“ Heinz Scheibenzuber bittet die Abgeordneten, in diesem Zusammenhang um eine Ausweitung der Förderbedingungen, um die ausgearbeiteten Pläne langfristig umsetzen zu können.

„Haidmühle entwickelt sich erfreulich – hier geht was weiter“, stellen die Abgeordneten Waschler und Gibis abschließend fest und haben sich gleich einen neuen Besuchstermin für die Herbstmonate fixiert.