Grünes LIcht für Integrationsunternehmen

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (Foto: Simone Kaschner)

Sozialausschuss des Bezirks unterstützt Vorhaben des Kreis-Caritasverbands in Freyung-Grafenau

Landshut-Schönbrunn. Der Kreis-Caritasverband Freyung-Grafenau will im März 2022 mit einem Integrationsunternehmen starten, wofür nun, in seiner Sitzung am 12. Oktober, der Sozialausschuss des Bezirkstages von Niederbayern eine finanzielle Unterstützung beschloss.

In Niederbayern halten fünf Träger insgesamt 104 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung im Rahmen von Integrationsunternehmen vor. Im Raum Freyung-Grafenau fehlt dieses Angebot noch. Bisher bietet der Kreis-Caritasverband als niederschwelliges Angebot das Zuverdienstprojekt „Flinke Hand FRG“ an. Im Rahmen dieser Beschäftigungstherapie können Teilnehmer an der Erfüllung verschiedener Auftragsarbeiten mitwirken und erhalten dafür eine kleine Motivationszuwendung. Hierbei stehen die Niederigschwelligkeit, das Schaffen von Tagesstruktur und das sachte Heranführen an arbeitsähnliche Vorgänge im Vordergrund. Daneben betreibt der Caritasverband der Diözese Passau im Landkreis Freyung-Grafenau die „Wolfsteiner Werkstätten“, in denen etwa 600 Menschen mit und ohne Behinderung beschäftigt sind. Werkstätten für behinderte Menschen stellen zwar eine bedeutende behindertenpolitische Errungenschaft dar, häufig sind sie aber auch zugleich die einzige Alternative zur Arbeitslosigkeit behinderter Menschen.

Da jedoch Menschen mit Behinderungen die Chance erhalten sollten, so nah am ersten Arbeitsmarkt zu arbeiten, wie es ihre individuellen Möglichkeiten zulassen, soll das neue Angebot diese Lücke im Landkreis schließen. Angesprochen werden schwerbehinderte Menschen mit Intelligenzminderung oder seelischer Behinderung oder einer schweren Körper-, Sinnes- oder Mehrfachbehinderung sowie Menschen, bei denen sich die Behinderung für die Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt besonders nachteilig auswirkt.
Das Integrationsunternehmen schafft sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, um die soziale und berufliche Integration behinderter Menschen zielgerichtet zu fördern, die weder in den „Wolfsteiner Werkstätten“ noch im Zuverdienstprojekt „Flinke Hand FRG“ richtig aufgehoben sind. Bei Bedarf werden Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung und Unterstützung bei der Vermittlung in einen Betrieb auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt angeboten.

Die künftigen Geschäftsfelder umfassen Hausmeister-Service sowie Garten- und Landschaftspflege. Da der Kreis-Caritasverband für sein breites Angebot im ganzen Landkreis verteilte Räumlichkeiten unterhält, gibt es einen erheblichen Eigenbedarf für die zukünftig durch das Integrationsunternehmen angebotenen Dienstleistungen, so dass eine stabile Grundlage für die Gründung des Integrationsunternehmens vorliegt. Der Bezirk Niederbayern bezuschusst die ersten acht Vollzeitarbeitsplätze mit jeweils 430 Euro monatlich pro Arbeitsplatz für zusätzliche Aufwendungen (außergewöhnliche Organisations-, Management- und Verwaltungskosten). Daneben wird das Projekt auch durch die „Aktion Mensch“, das Zentrum Bayern Familie und Soziales sowie die Agentur für Arbeit finanziell unterstützt.

„Ich begrüße es sehr, dass der Kreis-Caritasverband den Mut hat, die sechste Integrationsfirma Niederbayerns auf den Weg zu bringen“, betonte Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich in der Sitzung. „Wir werden als Bezirk prüfen, ob eine Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Freilichtmuseen und dem Standort Finsterau möglich ist“, so Heinrich.