Bund fördert Technologie Campus Grafenau

Rita Hagl-Kehl, Parlamentarische Staatssekretaerin, MdB im BMJV (Copyright: Thomas Koehler/ photothek.net)

Im Rahmen der KI-Strategie der Bundesregierung erhält die Hochschule über 222.000 Euro an Bundesfördermitteln für das Forschungsprojekt „FreshRegio“

Grafenau / Deggendorf / Berlin. „Die Künstliche Intelligenz (KI) hält viel Potential bereit, um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen. Das betrifft auch Bereiche, in welchen man den Einsatz von KI zunächst eher weniger vermutet, wie in der Land- und Ernährungswirtschaft“, betont Rita Hagl-Kehl, Parlamentarische Staatssekretärin MdB im Rahmen der Förderbekanntgabe. Um im globalen Konkurrenzkampf wettbewerbsfähig zu bleiben, unterstützt die Bundesregierung mit der KI-Strategie seit 2018 unter anderem auch Forschungsprojekte, die durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz ein Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit, mehr Tierwohl, mehr Wettbewerbsfähigkeit und mehr Nahrungsmittelsicherheit leisten. Hiervon kann nun auch der Technologie Campus in Grafenau profitieren. Konkret wird mit über 222.000 Euro das Projekt „Transparente Qualität in der regionalen Lebensmittelkette durch Künstliche Intelligenz (FreshRegio)“ gefördert.

Ziel des Projekts ist es, auf der Basis von Qualitätsinformationen, Handelsdaten und menschlichem Qualitäts- und Preisempfinden KI-Anwendungen zu entwickeln, die die Lebensmittelkette effizienter machen und einen fairen Preis für die nachvollziehbare Qualität errechnen. Diesen fairen Preis kann der Erzeuger leichter durchsetzen, da er nachweisbare Qualität liefert. Da Qualitätsparameter transparent und vorab bekannt sind, können qualitätsgerechte Bespeisungen und Abverkäufe sowie Marketing besser geplant werden und Retouren aufgrund nicht vertragsgerechter Qualität entfallen.

Dadurch wird die Lebensmittelkette ressourceneffizienter, Lebensmittelverschwendung verringert und zugleich die heterogenen Erwartungen regionaler Produzenten, Verkäufer und Kunden gleichermaßen unterstützt. Von den nun bereitgestellten Förderung zeigt sich auch Prof. Dr. Diane Ahrens, Leiterin des Technologie Campus Freyung erfreut: „Mit diesem Projekt können wir auf unsere langjährige Erfahrung im Bereich Lebensmittelhandel und der Verringerung der Lebensmittelverschwendung aufbauen und durch den übergreifenden Ansatz vom Erzeuger bis zum Endkunden mehr Transparenz, Sicherheit und Wertschätzung für Lebensmittel schaffen.“

„Es freut mich, dass mit der Technischen Hochschule Deggendorf und deren Campus in Grafenau auch Forschungs- und Entwicklungsprojekte im ländlichen Raum durch Bundesmittel unterstützt werden. Besonders in unserer Region werden regionale Erzeugnisse und Produkte in Zukunft eine noch wichtigere Rolle einnehmen. Durch kurze Vertriebswege schonen wir das Klima und schaffen gleichzeitig durch Produktionsstätten vor Ort Arbeitsplätze. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz können wir hier zum Beispiel Lieferketten weiter verbessern und enger sowie effizienter vernetzen, Herkunft und Qualität von Produkten den Verbraucherinnen und Verbrauchern transparenter vermitteln und gleichzeitig nachhaltigere Wirtschaftskreisläufe etablieren. Dadurch fördern wir Nachhaltigkeit, Tierwohl und Umweltschutz in der Region“, bekräftigt Rita Hagl-Kehl abschließend.


Hintergrundinformationen

Zusammen mit den Unternehmen Senorics und Regiothek forscht die Technische Hochschule Deggendorf am Technologie Campus Grafenau (TCG) im Auftrag des BMEL am Einsatz von künstlicher Intelligenz in der regionalen Lebensmittelkette. Die Firma Senorics steuert ihr Know-how in moderner Nahinfrarotsensorik zur Erstellung eines überall einsetzbaren Handscanners bei. Damit ist eine objektive und zerstörungsfreie wie auch zeiteffiziente Qualitätsprüfung möglich. Die Regiothek, ein Start-Up aus Passau mit dem Ziel, die Herkunft regionaler Lebensmittel für den Verbraucher transparent zu machen, bietet für FreshRegio eine öffentliche und bekannte Plattform zur Kommunikation von Qualitätsinformationen sowie Handelsempfehlungen. Damit kann der Kunde transparent Herkunft und Qualität der Lebensmittel prüfen und nachverfolgen, wie sich der Preis errechnet. Der TCG stellt sein Wissen im Bereich künstliche Intelligenz zur Verfügung, um aus Sensordaten eine Qualitätsaussage zu machen. Durch die Einbeziehung der Qualitäts-Vorlieben von Verbrauchern ist es der KI möglich, einen als fair wahrgenommen Preis zu schätzen. Dieser wirkt sich auf die Kaufverhalten und das Empfinden des Verbrauchers aus. Der Verbraucher bekommt das Gefühl, dass er Ware zu einem guten Preis gekauft hat.