(v.l.) Schulamtsdirektor Walter Kloiber, MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler und MdL Max Gibis (Foto: Christoph Weishäupl)

Bekenntnis zu Präsenzbetrieb und Mittelschulstandorten

Abgeordnete Gibis und Waschler im Austausch mit Schulamtsdirektor Kloiber: „Dezentrale Schulstandorte im ländlichen Raum sind Keimzellen beruflicher Bildung“

Freyung. Heute vor einer Woche starteten die bayerischen Schülerinnen und Schüler in das neue Schuljahr 2021/22. Nachdem der Präsenzbetrieb im vergangenen Jahr nur selten über längere Zeiträume hinweg gesichert aufrecht erhalten werden konnte und das Schulleben nicht unwesentlich vom Distanz- und Wechselunterricht geprägt war, müsste für die kommenden Monate nun die oberste Zielsetzung sein, den Unterrichtsbetrieb in Präsenz für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten. Über die dahingehenden Konzepte und Strategien, aber auch die allgemeine Unterrichtsversorgung im Schulamtsbezirk Freyung-Grafenau informierten sich die örtlichen CSU-Abgeordneten Max Gibis und Prof. Dr. Gerhard Waschler anlässlich eines Besuchs bei Schulamtsdirektor Walter Kloiber.

„Die Personalzuweisung ist bedarfsgerecht; die Unterrichts- und Studenversorgung gesichert“, so die positive Bilanz von Schulamtsdirektor Kloiber zum Schuljahresbeginn. Jedoch bestehe, aufgrund von Krankheitsfällen und Schwangerschaften, bereits ab dem ersten Schultag die Situation, dass alle verfügbaren Kräfte der mobilen Reserve im Einsatz wären. Auch seien, u.a. in Form von Teamlehrkräften und Unterstützungskräften im Rahmen des Förderprogramms „gemeinsam.Brücken.bauen“, zur Aufholung pandemiebedingter Lernrückstände zahlreiche Drittkräfte in den Schulen im Landkreis Freyung-Grafenau eingesetzt. „Die Anzahl der an unseren Schulen beschäftigten Personen ist heute in etwa doppelt so hoch, wie die Anzahl der klassischen Lehrkräfte“, informiert Kloiber die Abgeordneten. In der Corona-Pandemie habe sich zudem gezeigt, wie fordernd und verantwortungstragend der Lehrerberuf sein kann.

An den personellen Herausforderungen zeige sich, wie vielseitig und anspruchsvoll das Gesamtsystem Schule und Bildung heute sei, sieht sich MdL Waschler, bildungspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, bestätigt. Dabei sei es auch essentiell, dass der Freistaat Bayern in Form des Demographiezuschlags einen besonderen Beitrag zur personellen Ausstattung der Schulen im ländlichen Raum leiste, ist Waschler überzeugt. So liege es im zentralen Interesse des Freistaats, dezentrale Strukturen und Schulbildung vor Ort – allen voran im Bereich der Grund- und Mittelschulen – zu fördern und zu erhalten. „Wir haben derzeit eine stabile Situation. Die Standorte im Landkreis Freyung-Grafenau können als gesichert angesehen werden“, wie MdL Max Gibis bilanziert. „Im Resultat stehen gerade auch an den Mittelschulen pädagogisch sinnvolle und akzeptable Klassenstärken“, ergänzt MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler. Dabei sei die Stabilität der Mittelschulstruktur eine zentrale Stütze der beruflichen Bildung: „Wir wollen auch weiterhin Berufsorientierung und Praxisbezüge im Schulsystem stärken. Dies ist verbunden mit einem klaren Bekenntnis zur mehrgliedrigen Struktur der weiterführenden Schulen sowie Mittelschulstandorten in der Fläche“, positionieren sich die beiden Abgeordneten.

Im Bereich der Corona-Regelungen wurden zum Unterrichtsbeginn des neuen Schuljahrs insbesondere die Regelungen zum Wechselunterricht ab einer Inzidenz von 100 ersatzlos gestrichen. Als besondere Schutzmaßnahme gilt bis auf weiters und auch am Sitzplatz eine inzidenzunabhängige Maskenpflicht. In der Grundschulstufe können – wie bisher – Stoffmasken verwendet werden, für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe 5 gilt die Pflicht zum Tragn einer medizinischen Gesichtsmaske. Zudem werden für den weiteren Schulbetrieb die Tests an den Schulen nochmals ausgeweitet: „In den Grund- und Förderschulen wird zwei Mal pro Woche ein PCR-Pool-Test, an allen weiteren Schulen drei Mal pro Woche ein Selbsttest durchgeführt“, fasst MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler die Teststrategie für den schulischen Bereich zusammen.

Oberstes Ziel müsse es sein, so der bildungspolitische Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, die Gewährleistung und Aufrechterhaltung des Präsenzbetriebs in den kommenden Monaten sowie eine möglichst geringe Zahl an Quarantäneanordnungen. Gibt es einen Infektionsfall in der Klasse, wird – anders als bisher – nicht immer für die gesamte Klasse Quarantäne verordnet, sondern lediglich für diejenigen Schülerinnen und Schüler, die in unmittelbarem und ungeschütztem engen Kontakt zum Infektionsfall standen. Bei einem negativen PCR-Test kann auch diese Quarantäne nach fünf Tagen wieder aufgehoben werden. Bei den übrigen Schülerinnen und Schülern der Klasse können für eine gewisse Zeit tägliche Testungen durchgeführt werden. Im Einzelfall entscheidet das örtliche Gesundheitsamt – „Quarantäne mit Augenmaß“, so die Beschreibung von MdL Max Gibis.