Bei vielen spannenden Aktivitäten konnten die Schüler:innen der Maria-Ward Grundschule Waldkirchen, die heimischen Gewässer und Wälder näher kennenlernen (Foto: Naturpark)

Am wilden Wasser und im wilden Wald

Maria-Ward Grundschule auf Naturpark-Entdeckungstour

Waldkirchen. Wald und Wasser mit ihren Pflanzen, Tieren und vielfältigen Beziehungen sind bedeutende Themen im Heimat- und Sachunterricht der vierten bzw. dritten Klasse. Und das lernt es sich natürlich am Besten vor Ort. Im Rahmen von vier Projekttagen mit dem Titel „Heimischer Wald“ respektive „Wildbach“, waren die dritten und vierten Klassen der Maria-Ward Grundschule Waldkirchen auf Entdeckungs- und Lerntour in der Saußbachklamm und im Karoliwald. Zusammen mit ihren jeweiligen Klassenlehrerinnen und Johannes Matt, Mitarbeiter in der Umweltbildung des Naturparks Bayerischer Wald machten sich die Schüler:innen auf, um mehr über die Themen Wald und Wasser in all ihrer Vielfalt kennen zu lernen.

Zunächst wurden die Schüler:innen von „Anton Auerhahn“, dem Wappenvogel des Naturparks Bayerischer Wald, begrüßt, dem die Kinder unter dem Motto „der Natur auf der Spur“ folgen konnten. Der Projekttag „Wildbach“ begann mit einem Regentropfenspiel und der Reise der Regentropfen. Auch die verschiedenen Gewässertypen mit den Besonderheiten des Wildbachs, wurden spielerisch vermittelt. Um die unterschiedliche Dynamik von Bächen zu veranschaulichen, wurde die Fließgeschwindigkeit an verschiedenen Stellen ermittelt. Außerdem wurden weitere Parameter wie Temperatur, Tiefe, Breite, pH-Wert gründlich gemessen und notiert. Die anschließende Gewässeruntersuchung bereitete den Kindern größte Freude. Dabei wurden die kleinen Gewässerorganismen genauer unter die Lupe genommen. Köcherfliegen, Steinfliegen und Eintagsfliegenlarven genauso wie Bachflohkrebs, Egel und Wasserassel. Es gelang sogar, einen seltenen Fisch – die Mühlkoppe – zu Gesicht zu bekommen. Dass dieser schuppenlose, nachtaktive Fisch auch „Quatschkopf“ oder „Rotzkopf“ genannt wird, sorgte für großes Gelächter, diente aber durchaus als „Eselsbrücke“. Über die Gewässerorganismen konnte die enge Verknüpfung zur Wasseramsel hergestellt werden. Als einziger schwimmender und tauchender Singvogel, geht sie an den heimischen Wildbächen auf Beutefang. Ein Rätsel zur Wasseramsel rundete den Projekttag „Wildbach“ ab.

(Foto: Naturpark)

Gleichfalls beim Projekttag „Heimischer Wald entdecken“, wurden viele lehrplankonforme Inhalte in spielerischer Art und Weise mit Bezug zur Bildung für nachhaltige Entwicklung vermittelt. So wurden beim „Waldmemory“ der heimische Wald erkundet oder die Baumarten und deren Merkmale wiederholt. Im Karoliwald gab es einige Tierspuren von Rossameisen, Schwarzspecht und Co. zu entdecken oder die Bedeutung von stabilen Mischwäldern zu verstehen. Bei Spiegelgang, Geräuschekarte oder auch blinder Baumbegegnung, war der Projekttag für die Kinder durchwegs spannend gestaltet. Die Altersbestimmung an jungen Tannen und Buchen war dann nicht nur für die Kinder neu. Die Lehrkräfte waren sehr froh, dass den Schülern nach langer entbehrungsreicher Zeit ein lehr- und abwechslungsreicher Tag geboten werden konnte.

(Foto: Naturpark)

Mit großer Freude verabschiedeten sich die Schüler:innen von Johannes Matt, der sogleich vorschlug, weitere Projekttage im nächsten Schuljahr zu vereinbaren. Das Angebot steht auch den benachbarten Schulen im Landkreis Freyung-Grafenau offen. Die Projekttage fanden im Rahmen des Projekts „Wilde Mittelgebirgsbäche“ statt, welches der Naturpark Bayerischer Wald zusammen mit dem Haus der Natur, Kultur, Kunst und Jugend in Waldkirchen ins Leben gerufen hat und damit die Umweltbildung rund um Waldkirchen intensiviert.