Glitzernde Glaskunst am Glasmuseum Frauenau, dem Startpunkt des heutigen Wandertipps (Foto: Samantha Biebl, Naturpark Bayerischer Wald e.V.)

Auf der Spur von Eisvogel und Baumläufer in der Flanitz

Naturpark Wandertipp der Woche

Frauenau. Vom Glasmuseum zur St. Hermann-Kapelle und zurück; Diese Woche geht es in die schöne Gemeinde Frauenau. Los geht die 8 km lange Wanderung mit etwa 100 Höhenmetern am Parkplatz des Glasmuseums, das auch im Außenbereich tolle Glaskunst zeigt. Vom Glasmuseum weg folgen wir dem Wanderweg 4 der Flanitz entlang gen Westen. Der Weg wird gesäumt von Weiden, Erlen und unterschiedlichen Sträuchern. Dies gibt ihm einen sehr urtümlichen Charakter und schafft eine Umgebung, in der sich die Tierwelt wohl fühlt. Auch Vogelbeobachter*innen kommen hier voll auf ihre Kosten und mit etwas Glück lässt sich der selten gewordene Eisvogel (Alcedo atthis) beobachten.

Hierzu ein kleiner Abstecher in die Ornithologie: Der Eisvogel, auch blauer Blitz oder fliegender Edelstein genannt, ist eine absolute Flaggschiffart für saubere, naturnahe Fließgewässer. Er erbeutet hauptsächlich kleine Süßwasserfische und baut seine Nisthöhlen in Steilhängen an Gewässern. Dass ein Eisvogel gerade in der Nähe ist, bemerkt man vor allem am durchdringenden Ruf, den er beim Flug über das Wasser ausstößt. Denn obwohl er mit seinem blau und orange schillerndem Gefieder sehr farbenfroh – ja fast exotisch – wirkt, ist er doch äußert gut getarnt und an seine Umwelt angepasst. Beim Flug über Gewässer verschmilzt sein blauer Rücken mit dem Blau des Wassers, im Baum sitzend ist er durch den orangebraunen Bauch nur schwer auszumachen.

Der weite Blick bei der St. Hermann-Kapelle über Frauenau lädt zu einer kleinen Rast ein (Foto: Samantha Biebl, Naturpark Bayerischer Wald e.V.)

Aber zurück zur Wanderung: Mit leichtem Anstieg führt der Wanderweg nun weiter in Richtung Kneippbecken und von dort aus durch das „Kollerbergerl“ bis kurz vor Flanitzmühle. Dort angekommen, muss ein steilerer Aufstieg durch einen Hohlweg gemeistert werden. Aufmerksame Beobachter*innen können hier diverse Baumpilze und Vogelarten wie den Baumläufer entdecken. Die Vegetation der Umgebung unterscheidet sich durch die Nutzung des Menschen stark von der Pflanzenwelt am Anfang der Wanderung. Welche verschiedenen Nutzungsintensitäten kann man erkennen? Ziel der Tour ist die kleine Kapelle des Künstlers Erwin Eisch auf der Zell. Hier erwartet uns ein Rastplatz von dem aus ganz Frauenau überblickt werden kann. Höchste Zeit für eine kleine Pause mit Tee und Brotzeit, bei der der Ausblick ausgiebig genossen wird. Ausgeruht und voller neuer Eindrücke folgen wir nun auf der Teerstraße dem Rundwanderweg Nummer 3. Dieser bringt uns an Feldern und Wiesen vorbei zurück nach Frauenau, das man bereits in der Ferne sehen kann. Für die Wanderung sollte man mit Pause etwa 2 Stunden einplanen.

Übrigens: Den Startpunkt Frauenau erreicht man wunderbar mit der Waldbahn von Zwiesel aus (2-Stunden-Takt).