Deggendorf. Nachhaltigkeit – ein aktuelles Thema, mit dem sich das Kaufhaus wahrenWert in Deggendorf schon seit Jahren beschäftigt. Ausrangierte Einrichtungsgegenstände und Elektrogeräte werden dort wieder instand gesetzt und zu fairen Preisen weiter verkauft. Alles im Rahmen eines Projekts, das Erwerbslosen, die nicht gleich oder nie in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden können, wieder eine Perspektive gibt. Auf Einladung der Geschäftsführer des Sozialkaufhauses, besuchten die Staatssekretäre Rita Hagl-Kehl und Florian Pronold die Einrichtung.

Die Verantwortlichen Johann Lehner und Thomas Lobinger präsentierten den Staatssekretären das Kaufhaus und ihre neusten Projekte. Auch diese orientieren sich an Nachhaltigkeit. So werden momentan aus alten Vorhängen Stofftaschen produziert und Insektenhäuser gebaut. Außerdem wurden selbst gebaute Bienenkästen aufgestellt in denen bereits in Kürze der erste Honig geerntet werden kann. Neben den kreativen Ideen, sprachen die Verantwortlichen auch an, dass die Finanzierung von wahrenWert immer schwieriger wird. Erwerbslose dürfen höchstens drei Jahre einen Minijob ausführen. Danach müssen sie zwei Jahre pausieren. Auch die Unterstützung vom Arbeitsamt wird weniger. Da die Arbeitslosenzahl in Deggendorf so niedrig ist, bekommt die Agentur für Arbeit weniger Zuschüsse vom Bund. Heißt: Projekte wie wahrenWert können nur noch mit weniger Geld unterstützt werden.

(Foto: Büro Florian Pronold)

Diese Problematik ist sowohl Rita Hagl-Kehl wie auch Florian Pronold bekannt. Sie werden sich für eine Lösung einsetzen. Pronold: „WahrenWert gibt vielen Menschen eine Perspektive, die sonst nicht am Leben teilhaben könnten. Damit wird ein wichtiger Beitrag für ein sozial gerechteres Land geleistet. Zudem finde ich den Nachhaltigkeitsgedanken herausragend. Hier werden Themen wie Insektensterben und Recycling aufgegriffen, die mich auch im Ministerium täglich begleiten.“
Rita Hagl-Kehl: „WahrenWert ist nicht nur wichtig für die Erwerbslosen. Das Sozialkaufhaus ermöglicht auch sozial schwächeren Menschen, sich eine Wohnungsausstattung, Waschmaschine oder Küchengeräte zu kaufen. Eine wichtige Einrichtung in unserer Region, die nicht wegbrechen darf.“