Soo Cho und Javier Girotto bei Piano Mora

(von Tobias Schmidt)

Einen klangschönen Konzertabend präsentierten am 16. Januar die aus Südkorea stammende Pianistin Soo Cho und der in Italien lebende Saxophonist Javier Girotto im Klavierhaus Piano Mora.

2012 wurde diese Duoformation eher aus einem Zufall heraus zusammen gestellt, denn beim Jazzfestival in Steyr/OÖ. war ein Musikact kurzfristig ausgefallen. Ein Jahr später folgte dann das gemeinsame Album “Ballerina“, wunderbar kammermusikalische Sopransax-Töne zum schier Hineinlegen. Dessen Stücke sowie Neukompositionen setzten Cho und Girotto auch bei diesem Konzert wunderbar um. Auf maximal langes Verklingen angelegte Saxophoncrescendi; Töne, die auch bei Winterwetter irgendwann “wie in sommerlicher Hitze überm Asphalt vor dem Ohr zu Flirren beginnen“. All das beherrscht Girotto übrigens auch auf der Quena, einer in der Musik der Andenregion gebräuchlichen Kerbflöte. Soo Cho streute in die Stücke Erklärungen zu deren Entstehung ein. So gewinne manches Musikthema erst über Wochen Gestalt, dann wieder kämen starke emotionale Ereignisse dazwischen – etwa der Tod des Klavierpädagogen – der einen “Stücke, die das Leben schrieb“ ganz besonders schnell und “als habe sie der Geist meines verstorbenen Lehrers geschrieben“ zu Papier bringen lasse. Hört man das, wenn man es weiß? Oder meint man’s nur zu ahnen. Und plötzlich gerät bei dieser Musik auch die Phantasie ins “Flimmern“.

(Foto: via Schmidt)