Ein Landwirt aus dem Nürnberger Land befuhr mit seinem Schlepper einen gut ausgebauten Forstweg, um Siloballen zu holen. Auf Höhe eines 30-jährigen Mischbestandes aus Fichten und Eschen löste sich ein ca. ein Meter langer und armdicker Eschenast. Dieser herabfallende Ast schlug in seiner Frontscheibe ein. Der Landwirt erschrak, die zersplitterte Scheibe nahm ihm die Sicht. Er fuhr erst in den Graben und anschließend frontal gegen einen Baum. Der Landwirt war lange Zeit arbeitsunfähig, sein Schlepper hat Totalschaden.

War das vorhersehbar?

Hier sind die Waldbesitzer mit ihrer Verkehrssicherungspflicht gefordert. Zum Umfang der Pflichten der Waldbesitzer zur sicheren Benutzung von Waldwegen gibt es jedoch unterschiedliche Rechtsauffassungen und es sind oft Einzelfallentscheidungen.

Ohne Zweifel, der Zustand der Wälder leidet durch Trockenheit, Käfer, Bakterien und Pilze. Der Anteil der absterbenden Bäume und der Totholzanteil werden größer. Diese abgestorbenen Bäume aus dem Bestand zu nehmen, ist aber auch mit großen Gefahren verbunden. Gerade hierbei werden der Berufsgenossenschaft jährlich immer mehr Unfälle gemeldet.

Vom Eschentriebsterben geschädigte Bäume, in belaubtem Zustand gut zu erkennen (Foto: SVLFG)

Warum das so ist?

Im geschilderten Fall waren die Eschen vom Eschentriebsterben betroffen. Ein Pilz, der dazu führt, dass sich die Blätter verfärben und die Triebe absterben. Das Heimtückische jedoch ist, dass der Pilz in das Mark der Eschentriebe eindringt. Von da aus befällt er relativ schnell die verholzten Äste und auch Stammteile bis hinunter in den Wurzelbereich. Es beginnt eine Zerstörung der Holzstruktur. Genau das wird aber auch für den Waldbesitzer zur Lebensgefahr. Wenn die betroffenen Bäume gefällt werden sollen, brechen schon oft bei kleinsten Erschütterungen Äste oder Kronenteile aus den Bäumen. Durch die Schädigungen in ihren Wurzeln verlieren sie ihren Halt und können im Ganzen umstürzen. Wie ist mit solch geschädigten Bäumen umzugehen und wie sind sie sicher zu fällen?

Sichere Schadholzernte mit dem Harverster (Foto: SVLFG)

Hier sind bei der Aufarbeitung jede Menge Fachwissen, Sachverstand und Vorsicht geboten.

Hier einige Tipps:

  • Bestände vom Harvester aufarbeiten lassen.
  • Manuelle Holzaufarbeitung nur durch Fachpersonal.
  • Keilarbeit vermeiden.
  • Einsatz von Seilwinden, um Erschütterungen zu vermeiden und den Baum aus sicherer Entfernung zuziehen zu können.

Waldbauernvereinigungen, Forstbetriebsgemeinschaften und andere forstliche Zusammenschlüsse und Dienstleister könnten hier helfen und viel Gutes leisten.

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